House of the Dragon: Tumbleton kündigt den nächsten großen Verrat an

House of the Dragon: Tumbleton kündigt den nächsten großen Verrat an HBO
scifiscene.de bei Google bevorzugen

Ormunds Kniefall war Theater, der ausgelieferte Prinz ein Doppelgänger – und Tumbleton elektrisiert Buchkenner: Dort wartet in Fire & Blood der folgenschwerste Verrat des Drachentanzes.

Die dritte Folge von „House of the Dragon” endet mit einem Paukenschlag: Ormund Hightowers Kniefall vor Rhaenyra war Theater, der ausgelieferte Junge ist gar nicht Prinz Daeron – und die Stadt Tumbleton samt ihrer Bewohner ist in der Hand der Grünen. Für Serien-Zuschauer ist das ein gelungener Twist. Für alle, die George R.R. Martins „Fire & Blood” kennen, ist schon der Ortsname die eigentliche Bombe: Tumbleton ist im Buch der Schauplatz des folgenschwersten Verrats des gesamten Drachentanzes. Und die Serie legt seit Wochen die Lunte dafür.

Rhaenyras Thron wackelt schon in Folge 3

Dabei sah zu Beginn der Episode alles nach Triumph aus: Rhaenyra sitzt auf dem Eisernen Thron – doch die Risse zeigen sich sofort. Die Kronkassen sind leer, kaum genug Gold, um die eigenen Soldaten zu bezahlen. Der Hohe Septon verweigert die Salbung, solange Aegons Tod nicht bewiesen ist. Corlys fordert die Legitimierung seiner Söhne und wird vertröstet. Daemon träumt laut von Eroberungszügen bis nach Essos, während Rhaenyra ihn stattdessen ins Grüne Tal schickt, um Lady Arryns Treue und Gold einzutreiben. Und über allem liegt die Trauer um Jace. Wer das Buch kennt, erkennt das Muster: Genau so beginnt dort Rhaenyras Fall – nicht durch eine verlorene Schlacht, sondern durch eine Herrschaft, die von innen zerbröselt.

Tumbleton: Im Buch der Ort des doppelten Verrats

In „Fire & Blood” ist Tumbleton die letzte Bastion der Schwarzen zwischen Ormunds heranrückendem Heer und Königsmund. Rhaenyra schickt zwei ihrer Saat-Drachenreiter zur Verteidigung: Ulf den Weißen auf Vermithor und Hugh Hammer auf Silberschwinge – die beiden größten lebenden Drachen nach Vhagar. Was folgt, geht als „Verrat von Tumbleton” in die Geschichte von Westeros ein: Mitten in der Schlacht wechseln beide die Seiten und brennen die Stadt nieder, die sie schützen sollten. Tausende sterben in den Flammen oder ertrinken im Mander. Ormund Hightower erlebt seinen Sieg übrigens nicht: Er fällt in derselben Schlacht durch Roderick Dustin und seine Winterwölfe. Warum Ulf und Hugh verraten, lässt Martin bewusst offen – Gier, Feigheit oder die Hoffnung auf Aegons Belohnung.

Die Serie hat die Vorzeichen umgedreht – aber alle Zutaten liegen bereit

Die Ausgangslage der Serie ist spiegelverkehrt: Hier halten die Grünen Tumbleton als Geisel-Stadt, Ormund lebt und trickst, und irgendwo hinter den Mauern wartet der echte Daeron mit seinem Drachen Tessarion. Doch die entscheidenden Zutaten des Buch-Verrats sind längst platziert: Die Serie streut seit Staffelbeginn den Frust der Saat-Reiter – Daemon behandelt Ulf und Hugh wie Fußvolk, während sie die mächtigsten Waffen des Krieges reiten. Und Ormunds Täuschung pflanzt Rhaenyra genau das ein, was sie im Buch zerstört: Paranoia. Eine Königin, die niemandem mehr traut, und zwei übergangene Drachenreiter, denen die Grünen mehr bieten können – das ist keine Frage des Ob, sondern des Wann. „House of the Dragon” hat allerdings schon einmal bewiesen, dass es Buch-Wendungen neu verdrahtet: Alicents Verrat in der Staffelpremiere stand so in keiner Vorlage. Gut möglich also, dass diesmal jemand ganz anderes die Fackel wirft.

Update: Das macht Folge 4 daraus

Inzwischen ist die vierte Folge gelaufen – und sie trägt tatsächlich schlicht den Titel „Tumbleton”. Die Lage: Ormund verschanzt sich mit 15.000 Mann hinter den Mauern, und genau das ist sein Kalkül – Rhaenyra kann die Stadt nicht aus der Luft nehmen, ohne die eigenen Untertanen zu verbrennen. Er spielt auf Zeit und wartet auf Aemond und Vhagar. Doch aus Harrenhal kommt die Absage, und Ormund zerlegt vor Wut sein Quartier. Der echte Daeron wiederum stand die ganze Zeit als unscheinbarer Knappe an seiner Seite – und muss am Ende auf Ormunds Befehl einen unschuldigen Bürger eigenhändig hinrichten. Die Gnaden-Fassade der Grünen bekommt Risse, und zwar nach innen.

Der entscheidende Zug der Folge betrifft aber Hugh: Seine Frau Kat lebt ausgerechnet in Tumbleton – mit einquartierten Hightower-Soldaten im Haus, einem Übergriff auf sie und einem Bruder, der auf Ormunds Geheiß exekutiert wird. In der Schlussszene erreicht Hugh die Stadt und hält einsam Wacht über die Mauern. Damit invertiert die Serie die Buch-Motivation komplett: Statt Gier, die ihn zu den Grünen treibt, bekommt Hugh eine zutiefst persönliche Rechnung mit den Grünen. Ob der Verrat von Tumbleton am Ende die Richtung der Vorlage nimmt – oder ob Hughs Feuer diesmal die andere Seite trifft – ist jetzt die spannendste offene Frage der Staffel. Nur eines gilt unverändert: Alle Zutaten stehen am selben Ort.

Bei Google bevorzugen scifiscene.de bei Google bevorzugen Lege uns als bevorzugte Quelle fest – und sieh unsere Sci-Fi-News bei Google-Suchen ganz oben. Jetzt bevorzugen

Darum geht's