Kathleen Kennedy nach dem Lucasfilm-Abschied: „Ein bisschen Erleichterung“

Kathleen Kennedy nach dem Lucasfilm-Abschied: „Ein bisschen Erleichterung“ Lucasfilm
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Die frühere Lucasfilm-Chefin blickt erstmals ausführlich auf 14 Jahre Star Wars zurück: Erleichterung statt Wehmut, kaum Material von George Lucas, der Solo-Rauswurf – und Sorge um die Fusion von Paramount und Warner.

Kathleen Kennedy hat zum ersten Mal ausführlich über ihren Abschied von Lucasfilm gesprochen – und dabei keinen Hehl daraus gemacht, wie schwer das Amt wog. Ob sie wehmütig auf die 14 Jahre an der Spitze von „Star Wars” zurückblicke, wurde sie am Mittwochabend bei der Veranstaltung Screentime von Bloomberg in Los Angeles gefragt. Ihre Antwort: nein. „Ich glaube, da ist ein bisschen Erleichterung”, sagte Kennedy, wie The Hollywood Reporter berichtet. „Diese Jobs sind nicht einfach, und in etwas einzusteigen, das George Lucas erschaffen hat, war eine unglaubliche Herausforderung.”

Kennedy hatte die Leitung von Lucasfilm Anfang 2026 abgegeben. Seither führen Dave Filoni als kreativer Kopf und Lynwen Brennan als Managerin das Studio. Das Gespräch mit Brad Stone, dem Chefredakteur von Bloomberg Businessweek, war ihr erster großer öffentlicher Rückblick auf eine Amtszeit, die wie kaum eine andere zwischen Rekorden und Fan-Protesten pendelte.

Lucas gab ihr kein Drehbuch, nur „ein paar Absätze”

Aufschlussreich ist eine Anekdote aus der Anfangszeit. Als Lucas sie 2012 als Nachfolgerin auswählte, habe sie ihn gefragt, ob es Material gebe, an dem sie sich erzählerisch orientieren könne. Lucas habe nur auf seinen Kopf gezeigt: „Nein, nein, es ist alles hier drin.” Bekommen habe sie am Ende „ein paar Absätze” mit Story-Ideen, aber keine ausgearbeiteten Treatments. Kurz darauf kaufte Disney Lucasfilm für 4,05 Milliarden Dollar.

An diesem Kauf lässt Kennedy auch rückblickend keinen Zweifel. Er sei mit „enormen Erwartungen” verbunden gewesen, aber eindeutig richtig: „Star Wars” sei die perfekte Übernahme für Disney gewesen, und es sei das, was Lucas gewollt habe. An kein anderes Unternehmen hätte er das Franchise verkaufen wollen. Lucas selbst hat zuletzt erklärt, warum er drei weitere Star-Wars-Filme nie gedreht hat.

Stolz auf Das Erwachen der Macht, Andor und The Mandalorian

Als größte Erfolge ihrer Amtszeit nennt Kennedy den Neustart der Kinoreihe mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht” im Jahr 2015 sowie die Disney+-Serien „Andor” und „The Mandalorian”. Konkrete Fehler oder Projekte, die sie heute anders angehen würde, wollte sie nicht benennen. Im Filmgeschäft sei nie jedes einzelne Projekt ein Treffer, man lerne aus den Nachbesprechungen, was funktioniert habe und was nicht – stolz sei sie auf die Arbeit trotzdem.

Den Spagat zwischen treuen Fans und neuen Zuschauern beschreibt sie als Kernproblem jedes langlebigen Franchise. Bei einer Reihe, die es seit fast 50 Jahren gebe, bedeute sie vielen Menschen sehr viel – zugleich müsse man etwas Neues und Originelles schaffen. Diese Balance zu finden sei „das Schwierigste”. Auf die Kritik, sie habe zu sehr auf bestimmte Fans gehört, antwortete Kennedy, man müsse die Fans wahrnehmen, ohne daraus ein Referendum zu machen, und gleichzeitig Filmemacher mit klarer Vision unterstützen.

Der Rauswurf bei Solo: „Das ist nur einmal passiert”

Auch die Trennung von Phil Lord und Chris Miller kam zur Sprache. Kennedy hatte das Regie-Duo 2017 mitten im Dreh von „Solo: A Star Wars Story” wegen kreativer Differenzen abgesetzt, Ron Howard übernahm. „Das ist zum Glück wirklich nur einmal passiert”, sagte sie. Es gebe komplizierte Situationen, die irgendwann eine schwierige Entscheidung verlangten; ihre Bilanz zeige aber, dass sie mit sehr vielen unterschiedlichen Regisseuren gearbeitet habe.

Ganz vollständig ist diese Darstellung nicht: Auch bei „Rogue One: A Star Wars Story” wurde Regisseur Gareth Edwards 2016 während der Nachdrehs faktisch entmachtet, Tony Gilroy stellte den Film gemeinsam mit ihm fertig. Einen formellen Rauswurf gab es dort allerdings nicht.

Star Wars bleibt sie erhalten – mit Starfighter

Ganz verlässt Kennedy die weit, weit entfernte Galaxis nicht. Sie produziert „Star Wars: Starfighter” mit Ryan Gosling, inszeniert von Shawn Levy, der am 26. Mai 2027 in die deutschen Kinos kommt. Daneben kehrt sie zum unabhängigen Produzieren zurück, gemeinsam mit ihrem Ehemann Frank Marshall. Lucasfilm hat sich unter Filoni bereits von einzelnen Ankündigungen aus ihrer Zeit verabschiedet, etwa dem Versprechen, den Vorspanntext in jeden Kinofilm zurückzubringen.

Sorgen macht sich Kennedy um die Branche insgesamt, vor allem um die Übernahme von Warner Bros. durch Paramount, die eine Richterin am selben Tag freigegeben hatte. „Ich glaube, wir alle machen uns Sorgen”, sagte sie. Wenn ein Studio verschwinde, würden weniger Filme gedreht. „Wenn es wirklich 30 Filme im Jahr werden – wir werden sehen.”

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