Star Wars / Personalie

Nach Star Wars kommt Olympia: Kathleen Kennedy übernimmt die Zeremonien der Spiele 2028 in Los Angeles

Die frühere Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy leitet ab sofort die Eröffnungs- und Schlussfeiern der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Sie folgt auf Peter Rice, der zu Netflix gewechselt ist.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · ·Aktualisiert ·6 Min. Lesezeit
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Nach Star Wars kommt Olympia: Kathleen Kennedy übernimmt die Zeremonien der Spiele 2028 in Los Angeles
Lucasfilm

Nach 14 Jahren an der Spitze von „Star Wars” wechselt Kathleen Kennedy auf eine ganz andere Bühne: Die frühere Lucasfilm-Chefin übernimmt ab sofort die Eröffnungs- und Schlussfeiern der Olympischen und Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Wie The Hollywood Reporter berichtet, wird sie beim Organisationskomitee LA28 Head of Ceremonies and Content und folgt damit auf Peter Rice. Die Spiele beginnen am 14. Juli 2028 – Kennedy bleiben also weniger als zwei Jahre.

Kennedy folgt auf Peter Rice, der zu Netflix gewechselt ist

Rice, früher Manager bei Disney, hat erst vor wenigen Tagen als Content-Chef bei Netflix angefangen. Ganz verabschiedet er sich von den Spielen aber nicht: Laut Deadline bleibt er den Eröffnungs- und Schlussfeiern als Executive Producer erhalten. Diese Rolle teilt er sich mit Ben Winston, der zugleich Creative Director der Zeremonien ist. Scott Givens, ein erfahrener Produzent olympischer Feiern, verantwortet die Produktion; umgesetzt werden die Shows von FulFive, einem neuen Zusammenschluss der Firmen Fulwell Entertainment und FiveCurrents.

„Kathleen ist eine Legende. Sie gehört zu den Großen in der Geschichte Hollywoods und hat ein seltenes Gespür für das Erzählen von Geschichten”, erklärte LA28-Chef Casey Wasserman. Er könne sich niemanden vorstellen, der besser geeignet sei, „die Magie Hollywoods heraufzubeschwören”, wenn die Welt 2028 auf Los Angeles blicke. Kennedy selbst sagte, Wasserman habe eine kühne Vision dafür, was die Spiele für die Stadt und die Welt bedeuten könnten, und sie freue sich, sie mit umzusetzen.

Eine persönliche Verbindung zum Sport bringt sie mit. „Die Olympischen Spiele waren ein Fixpunkt in meinem Leben”, so Kennedy. Mit ihrem Ehemann Frank Marshall habe sie seit Los Angeles 1984 praktisch jede Austragung besucht. Die Olympischen Spiele laufen vom 14. bis 30. Juli 2028, eröffnet wird im SoFi Stadium und im Los Angeles Memorial Coliseum. Die Paralympics folgen vom 15. bis 27. August 2028. Es sind die ersten Sommerspiele in Los Angeles seit 1984.

Ende September: „Ein bisschen Erleichterung”

Erst Ende September hatte Kennedy zum ersten Mal ausführlich über ihren Abschied von Lucasfilm gesprochen – und dabei keinen Hehl daraus gemacht, wie schwer das Amt wog. Ob sie wehmütig auf die Jahre an der Spitze von „Star Wars” zurückblicke, wurde sie bei der Veranstaltung Screentime von Bloomberg in Los Angeles gefragt. Ihre Antwort: nein. „Ich glaube, da ist ein bisschen Erleichterung”, sagte Kennedy, wie The Hollywood Reporter damals berichtete. „Diese Jobs sind nicht einfach, und in etwas einzusteigen, das George Lucas erschaffen hat, war eine unglaubliche Herausforderung.”

Kennedy hatte die Leitung von Lucasfilm Anfang 2026 abgegeben. Seither führen Dave Filoni als kreativer Kopf und Lynwen Brennan als Managerin das Studio. Das Gespräch mit Brad Stone, dem Chefredakteur von Bloomberg Businessweek, war ihr erster großer öffentlicher Rückblick auf eine Amtszeit, die wie kaum eine andere zwischen Rekorden und Fan-Protesten pendelte.

Lucas gab ihr kein Drehbuch, nur „ein paar Absätze”

Aufschlussreich ist eine Anekdote aus der Anfangszeit. Als Lucas sie 2012 als Nachfolgerin auswählte, habe sie ihn gefragt, ob es Material gebe, an dem sie sich erzählerisch orientieren könne. Lucas habe nur auf seinen Kopf gezeigt: „Nein, nein, es ist alles hier drin.” Bekommen habe sie am Ende „ein paar Absätze” mit Story-Ideen, aber keine ausgearbeiteten Treatments. Kurz darauf kaufte Disney Lucasfilm für 4,05 Milliarden Dollar.

An diesem Kauf lässt Kennedy auch rückblickend keinen Zweifel. Er sei mit „enormen Erwartungen” verbunden gewesen, aber eindeutig richtig: „Star Wars” sei die perfekte Übernahme für Disney gewesen, und es sei das, was Lucas gewollt habe. An kein anderes Unternehmen hätte er das Franchise verkaufen wollen. Lucas selbst hat zuletzt erklärt, warum er drei weitere Star-Wars-Filme nie gedreht hat.

Stolz auf Das Erwachen der Macht, Andor und The Mandalorian

Als größte Erfolge ihrer Amtszeit nennt Kennedy den Neustart der Kinoreihe mit „Star Wars: Das Erwachen der Macht” im Jahr 2015 sowie die Disney+-Serien „Andor” und „The Mandalorian”. Konkrete Fehler oder Projekte, die sie heute anders angehen würde, wollte sie nicht benennen. Im Filmgeschäft sei nie jedes einzelne Projekt ein Treffer, man lerne aus den Nachbesprechungen, was funktioniert habe und was nicht – stolz sei sie auf die Arbeit trotzdem.

Den Spagat zwischen treuen Fans und neuen Zuschauern beschreibt sie als Kernproblem jedes langlebigen Franchise. Bei einer Reihe, die es seit fast 50 Jahren gebe, bedeute sie vielen Menschen sehr viel – zugleich müsse man etwas Neues und Originelles schaffen. Diese Balance zu finden sei „das Schwierigste”. Auf die Kritik, sie habe zu sehr auf bestimmte Fans gehört, antwortete Kennedy, man müsse die Fans wahrnehmen, ohne daraus ein Referendum zu machen, und gleichzeitig Filmemacher mit klarer Vision unterstützen.

Der Rauswurf bei Solo: „Das ist nur einmal passiert”

Auch die Trennung von Phil Lord und Chris Miller kam zur Sprache. Kennedy hatte das Regie-Duo 2017 mitten im Dreh von „Solo: A Star Wars Story” wegen kreativer Differenzen abgesetzt, Ron Howard übernahm. „Das ist zum Glück wirklich nur einmal passiert”, sagte sie. Es gebe komplizierte Situationen, die irgendwann eine schwierige Entscheidung verlangten; ihre Bilanz zeige aber, dass sie mit sehr vielen unterschiedlichen Regisseuren gearbeitet habe.

Ganz vollständig ist diese Darstellung nicht: Auch bei „Rogue One: A Star Wars Story” wurde Regisseur Gareth Edwards 2016 während der Nachdrehs faktisch entmachtet, Tony Gilroy stellte den Film gemeinsam mit ihm fertig. Einen formellen Rauswurf gab es dort allerdings nicht.

Star Wars bleibt sie erhalten – mit Starfighter

Ganz verlässt Kennedy die weit, weit entfernte Galaxis trotz Olympia nicht. Sie produziert „Star Wars: Starfighter” mit Ryan Gosling, inszeniert von Shawn Levy, der am 26. Mai 2027 in die deutschen Kinos kommt. Daneben arbeitet sie wieder als unabhängige Produzentin, gemeinsam mit ihrem Ehemann Frank Marshall. Lucasfilm hat sich unter Filoni bereits von einzelnen Ankündigungen aus ihrer Zeit verabschiedet, etwa dem Versprechen, den Vorspanntext in jeden Kinofilm zurückzubringen.

Sorgen machte sich Kennedy Ende September um die Branche insgesamt, vor allem um die Übernahme von Warner Bros. durch Paramount, die eine Richterin am selben Tag freigegeben hatte. „Ich glaube, wir alle machen uns Sorgen”, sagte sie. Wenn ein Studio verschwinde, würden weniger Filme gedreht. „Wenn es wirklich 30 Filme im Jahr werden – wir werden sehen.”

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