Lanterns Folge 6: Guy Gardner ist der neue Green Lantern der Erde
John Stewart lehnt den Ring endgültig ab – und Guy Gardner rückt nach. Nathan Fillion debütiert in Folge 6 als Green Lantern der Erde, komplett mit Energydrink-Werbung und eigenem PR-Team.
„Lanterns” hat in Folge 6 den Wechsel vollzogen, auf den die Serie seit dem Auftakt zuläuft: John Stewart will den Ring nicht mehr – und der Green Lantern der Erde heißt jetzt Guy Gardner. Nathan Fillion tritt damit erstmals in der Gegenwartsebene der Serie auf, und er bringt eine Version der Figur mit, die es im DC Universe so noch nicht gab: einen Superhelden mit Sponsorenvertrag.
Die Folge trägt den Originaltitel Bad Optics, lief in den USA am Sonntagabend, dem 20. September 2026, und ist in Deutschland seit Montag, dem 21. September, bei HBO Max abrufbar. Einen deutschen Episodentitel gibt es bislang nicht – Folge 5 lief bei uns als Konsequenzen.
Der Ring wandert weiter – an die dritte Wahl
Am Ende von Folge 5 hatte John Stewart Hal Jordans Ring an sich genommen und ihn dann liegen lassen. Folge 6 zeigt die Konsequenz zehn Jahre später: Die Guardians of the Universe haben den Platz neu besetzt, und zwar mit Guy Gardner. Damit ist er, wie Fillion selbst vorrechnet, die dritte Wahl auf der Erde – nach Hal Jordan und nach John Stewart.
Fillion sieht darin den Kern der Figur. Den Ring zu tragen und das Amt des Green Lantern zu haben sei für Guys Ego weit wichtiger als für Hal und John, sagt er Variety: Für sein Selbstbild stehe schlicht mehr auf dem Spiel. Einen Chip auf der Schulter habe Guy durchaus, der werde aber davon besänftigt, dass er der Einzige im Raum mit einem Ring sei – ein Status, der ihm ausgezeichnet passe.
Ein Green Lantern mit Energydrink-Vertrag
Der erste Blick auf Guy Gardner in dieser Folge ist kein Auftritt, sondern ein Pappaufsteller: Er steht im Supermarkt von Rushville und bewirbt einen Energydrink. Dazu hat Guy im Ort ein grünes Gegenstück zum Bat-Signal aufgestellt – gegen den Widerstand der Einwohner, die nach der Zerstörung durch Hal und John von Green Lanterns genug haben.
Fillion erklärt das als Mischung aus Eitelkeit und Geschäftssinn. Guy wolle eine eigene Bar eröffnen, sagt er dem Hollywood Reporter, dafür brauche man Geld und dafür einen Sponsor. Guy habe den Finger am Puls von beidem – davon, was es heißt, ein Superheld zu sein, und davon, was es heißt, Geschäftsmann zu sein. Hinter dem Leuchtfeuer stehe zudem ein PR-Team: Über die Konzernverbindung zu Maxwell Lord habe Guy Zugriff auf Krisenberater, und das Signal sei deren Werk.
Es ist die Rolle, die weder Hal noch John je ausfüllen konnten. Hal war als öffentliche Figur zu unberechenbar, John nimmt das Amt zu ernst, um es zu vermarkten. Guy dagegen sieht im Green Lantern eine Marke – und die Zerstörung von Rushville trifft ihn nach Fillions Lesart vor allem als Schaden an dieser Marke. Das nehme er persönlich.
Warum Guy Gardner ausgerechnet John Stewart etwas schuldet
Die entscheidende Szene der Folge spielt im Gefängnis. John Stewart braucht Hal Jordans stillgelegten Ring, um dessen Tod aufzuklären, und Guy ist der Einzige, der ihn von den Guardians holen kann – als Vorwand soll ein militärisches Begräbnis für Hal dienen. Guy sträubt sich zunächst, bis John den Satz sagt, der die Beziehung der beiden zusammenfasst: Alles, was Guy habe, habe er nur, weil John es nicht genommen habe.
Fillion nennt das einen unangenehmen Gedanken, den Guy aber nicht wegwischen könne – zum ersten Mal in seinem Leben sei er jemandem verpflichtet. Gegenüber TheWrap beschreibt er, wie Guy darauf reagiert: Er springe auf die Gelegenheit an, die Schuld loszuwerden, nach dem Motto „Jetzt sind wir quitt, ich schulde dir nichts mehr”. Ob sich die beiden davor schon persönlich begegnet sind, lässt die Folge offen – Fillion geht davon aus, dass es nicht ihr erstes Treffen ist, Kollegen seien sie aber nie gewesen.
Rückblick: Was in Folge 5 geschah
Achtung, ab hier Spoiler zu Folge 5. Lights Out löst den Rushville-Strang vollständig auf. Zoe Macon ist der letzte Manhunter, und die Rückblende im Diner zeigt, womit sie eine ganze Kleinstadt an sich gebunden hat: Sie heilt, sie schützt, und im Gegenzug schweigen alle. John erfährt außerdem, dass sie Abin Sur getötet hat – den Green Lantern, dessen Ring an Hal Jordan ging. Am Ende sitzt John mit einem Scharfschützengewehr auf sie an und trifft.
Davor steht die Szene, auf die die Staffel seit Folge 1 zuläuft: Hal und John prügeln sich im Motel, ohne Ringe, als zwei Männer. John gewinnt, nimmt Ring und Laterne an sich – und legt beides bei Lianna hin, bevor er geht. Er will mit dem Corps nichts zu tun haben. Wir haben die Folge in einem eigenen Artikel zur Gotham-Spur um Sheriff Kerry Kane aufgeschlüsselt.
Zwei Folgen bleiben – dann geht es ins Kino
Die erste Staffel umfasst acht Folgen. Nach Bad Optics stehen noch zwei aus: Folge 7 läuft in den USA am 27. September, das Staffelfinale am 4. Oktober, in Deutschland jeweils einen Tag später. Eine zweite Staffel ist weiterhin nicht bestellt – „Lanterns” hat für HBO Max einen der stärksten Serienstarts des Jahres hingelegt, entschieden wird realistisch erst nach dem Finale.
Was der Midseason-Trailer für den Rest der Staffel ankündigt, ist damit zur Hälfte eingelöst: Guy Gardners Auftritt steht, zwei Momente stehen noch aus. Der auffälligste gehört Hal Jordan – Kyle Chandler erwacht als Gefangener, und zwar in der Gegenwartsebene von 2026, also in genau jenem Zeitstrang, in dem die Serie ihn bislang für tot erklärt hat. Dazu kommt Johns Besuch bei Sinestro: Ulrich Thomsen spielt die Figur, die in den Comics vom Vorzeigemitglied des Corps zum Anführer eines eigenen, gelben Korps wird – der Trailer deutet mit gelbem Licht genau diese Richtung an, ohne sie auszusprechen.
Der vollständige Midseason-Trailer:
Lanterns – Midseason-Trailer
Guy Gardner im übrigen DC Universe
Fest steht der nächste gemeinsame Termin von Fillion und Aaron Pierre: Beide stehen zusammen in „Man of Tomorrow” vor der Kamera, James Gunns Superman-Fortsetzung für 2027. Fillion deutet gegenüber dem Hollywood Reporter an, worauf der Film hinausläuft – im ersten Film habe man viel darüber gelernt, wer Superman ist, im zweiten werde man mehr darüber erfahren, wer Lex Luthor ist, und das sei genauso wichtig. Über die Green-Lantern-Ebene sagt er, innerhalb des Geheimbunds der Superheldengemeinde gebe es noch einen zweiten, engeren Kreis. Die Serie ist damit kein Nebengleis, sondern die Brücke zum nächsten Kinofilm des Universums.
Dazu kommt ein Auftritt, der bislang wenig Aufmerksamkeit bekommen hat: Fillion hat Guy Gardner bereits für die Animationsserie Mister Miracle eingesprochen, die Lanterns-Mitschöpfer Tom King entwickelt. Fillion, der für sich reklamiert, die meisten Figuren im MCU gespielt zu haben, hält damit nach eigener Rechnung auch den Rekord für die meisten Projekte als eine einzelne DCU-Figur.
Das HBO-Max-Abo gibt es in Deutschland ab 5,99 € im Monat, wahlweise im Kombi-Paket mit RTL+. Über den folgenden Button kommst du direkt zu HBO Max:
Wer die Figuren einordnen will: Das Profil von Guy Gardner, den Werdegang von Hal Jordan und den Überblick zu den Green Lanterns gibt es auf eigenen Seiten, die Einordnung der Serie in das Universum in unserer Übersicht der DCU-Serien.
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