Lanterns Folge 3 knackt Serienrekord: 10 Millionen Zuschauer für Johns Herkunft
Folge 3 von Lanterns ist mit 10 Millionen Zuschauern weltweit das Serienhoch – und erfindet John Stewarts Herkunft neu: Abin Surs Ring suchte erst seinen Vater auf. Die Zahlen, der Rückblick und was die Macher zur Abweichung von den Comics sagen.
Die dritte Folge von „Lanterns” gehört John Stewart. Nach zwei Episoden, in denen Hal Jordan die Handlung getrieben hat – erst als Mentor, dann als Leiche, dann als Verhörgast in einem Gefängnis im All –, dreht die Serie den Scheinwerfer um. Zu sehen sind Rückblenden in Johns Kindheit, seine Eltern und eine Figur, die im Green-Lantern-Kosmos ganz oben steht: eine Guardian of the Universe, gespielt von Laura Linney.
Und die Folge kommt an: Warner Bros. Discovery meldet für „OutKast” zehn Millionen Zuschauer weltweit in drei Tagen – der bisher höchste Wert der Serie. Hier findest du die Zahlen, wann die Folge läuft, wer sie geschrieben und inszeniert hat, was in „Trust Fall” passiert ist – und was „OutKast” über Johns Herkunft auflöst.
Zehn Millionen Zuschauer: Folge 3 ist das Serienhoch
Warner Bros. Discovery meldete am Donnerstag für „OutKast” zehn Millionen Zuschauer weltweit und sieben Millionen in den USA innerhalb der ersten drei Tage – der bisher höchste Wert der Serie, nach 9,3 Millionen weltweit und 6,6 Millionen in den USA zum Auftakt. Die Pilotfolge hat inzwischen mehr als 20 Millionen Zuschauer weltweit erreicht; „Lanterns” gehört damit laut HBO Max zu den fünf stärksten Serienstarts in der Geschichte der Plattform und bleibt der größte Start einer DC-Studios-Serie dort. Zu Folge 2 hatte der Sender keine Zahlen genannt – die Kurve zeigt also von Woche zu Woche nach oben, ohne dass sich der Zwischenschritt beziffern ließe.
Eine zweite Staffel ist trotz dieser Zahlen nicht bestellt. Showrunner Chris Mundy entwickelt nach Informationen von The Hollywood Reporter gemeinsam mit Christopher Cantwell zwar bereits vorläufig Stoff dafür, die Entscheidung von Studio und Sender steht aber aus.
Wann läuft Lanterns Folge 3?
Die dritte Folge startete in den USA am Sonntag, dem 30. August 2026, um 21 Uhr Ostküstenzeit bei HBO und HBO Max. In Deutschland steht sie wie gewohnt einen Tag später bereit: seit Montag, dem 31. August 2026, bei HBO Max. Die bisherigen Folgen liefen zwischen 52 und 57 Minuten.
Das Buch stammt von Vanessa Baden Kelly, die schon Folge 2 mitgeschrieben hat, diesmal allein. Regie führte Stephen Williams – die ersten beiden Folgen inszenierte James Hawes. Der Episodentitel lautet „OutKast” und spielt sowohl auf Johns Außenseiterrolle als auch auf den Soundtrack der Folge an.
Rückblick: Was in Folge 2 passiert ist
Achtung, ab hier stehen Spoiler zu Folge 2. „Trust Fall” spielt überwiegend auf der Zeitebene 2016. Hals Ring ist fast leer, also schickt er John zurück nach Coast City, um seine Laterne zu holen, während er selbst weiter im Fall des Massakers in Rushville ermittelt. Dabei stößt er auf ein Detail, das die Kleinstadt-Erzählung kippt: Die Metalldetektoren am Stadion enthalten heimlich Technik, die Außerirdische erkennt.
Hal überredet Sheriff Kerry daraufhin, ihn den Rancher William befragen zu lassen. Der weigert sich zu kooperieren, und als Hal nicht abzieht, lässt er ihn von einem Scharfschützen niederschießen. Hal wacht im Krankenhaus auf; er und Kerry kommen dort zu einer Verständigung – aus dem Störenfried von Folge 1 wird eine geduldete Ermittlerfigur.
Parallel wird John entführt, kaum dass er Hals Batterie und den Anzug geholt hat. Ihr Anführer Antaan (Paul Ben-Victor) erklärt, seine Leute seien wegen eines Manhunters nach Rushville gekommen – eines künstlichen Wesens, das ihr gesamtes Volk ausgelöscht hat. John bekommt 48 Stunden, ihn zu finden, sonst zerstören sie die Stadt. Hal reist deshalb in ein Gefängnis außerhalb der Erde und befragt dort Thaal Sinestro (Ulrich Thomsen), seinen früheren Mentor und abtrünnigen Green Lantern. Sinestro bleibt ausweichend – und interessiert sich auffällig für John.
Worum es in Folge 3 geht
Der Trailer und die von HBO veröffentlichten Szenenbilder deuteten alle in dieselbe Richtung: Johns Herkunft. Zu sehen sind Rückblenden aus verschiedenen Lebensabschnitten, dazu seine Eltern – John Stewart Sr., gespielt von J. Alphonse Nicholson, und Bernadette Stewart, gespielt von Jasmine Cephas Jones. Der Auftakt hatte bereits angedeutet, dass Johns Vater ihn von Kindesbeinen an mit Mutproben trainiert hat, um ihm die Furcht auszutreiben. Warum ein Vater so etwas tut, hatte die Serie bis dahin offengelassen.
Der zweite Neuzugang wiegt schwerer. Laura Linney spielt eine Guardian of the Universe – jene uralte Spezies vom Planeten Oa, die das Green Lantern Corps überhaupt erst gegründet und die Ringe verteilt hat. Dass sie ausgerechnet in einer Folge über Johns Kindheit auftaucht, war der deutlichste Hinweis darauf, dass seine Rekrutierung kein Zufall gewesen sein konnte.
Johns Herkunft: Was Folge 3 auflöst
Achtung, ab hier stehen Spoiler zu Folge 3. „OutKast” beantwortet die Frage – und zwar radikaler, als es die Comics je getan haben. Abin Surs Ring suchte vor Hal Jordan bereits einen anderen Menschen auf: John Stewart Sr., Johns Vater. Der Ring hüllte ihn mitten in der Nacht in eine grüne Blase und stellte ihm eine einzige Frage – ob er Angst habe. Seine Antwort war ja, und der Ring zog weiter. Was danach folgt, ist keine Berufungsgeschichte, sondern ein Trainingsprogramm.
Nachdem Bernadette Stewart diesen Widerspruch vor eine Guardian trägt – wie man einem schwarzen Mann in Amerika ausgerechnet Furchtlosigkeit abverlangen könne –, bekommt die Familie ein Angebot: Sie darf den damals noch nicht einmal laufenden John Stewart Jr. dazu erziehen, keine Angst zu zeigen, damit ihm der Ring später zufällt. Die Rückblenden zeigen, was das heißt. Die Eltern schießen ihrem Sohn einen Apfel vom Kopf, setzen ihn allein in einem gefährlichen Viertel aus und erzählen ihm, die Guardians würden ihn durch Vögel beobachten. Das grüne Vogel-Konstrukt aus Folge 2 bekommt damit seine Erklärung.
Autorin Vanessa Baden Kelly erklärt gegenüber TheWrap, warum die Serie hier so weit von der Vorlage abweicht: Um Hal Jordans Vorgeschichte gebe es eine Menge Überlieferung, Johns sei dagegen dünn geblieben – mal ein Vater bei den Marines, mal Eltern in der Bürgerrechtsbewegung. Damon Lindelof beschreibt den Umgang mit dem Kanon im selben Gespräch als Arbeit mit Plutonium: Man müsse ihn erweitern, ohne ihn zu verletzen, und nach Rahmen für Furchtlosigkeit suchen, die in der Gegenwart tragen.
Der Rahmen ist dabei ausdrücklich der eines schwarzen Helden. Bernadette hält ihrem Sohn entgegen, dass ein schwarzer Mann sich manchmal selbst melden müsse – nicht weil er schlechter sei, sondern weil man ihn nicht sehe. Baden Kelly vergleicht Johns Erziehung mit der von Ausnahmesportlern wie Tiger Woods, den Williams-Schwestern oder Jalen Brunson, die von klein auf auf Bestleistung getrimmt wurden. J. Alphonse Nicholson sagte Variety, solche Fragen gehörten auch in fiktionalen Welten gestellt, statt dass man vor ihnen flüchte; Jasmine Cephas Jones beschreibt die schwersten Momente ihrer Rolle als jene, in denen Bernadette nichts sagt und man ihr trotzdem ansieht, was die Härte sie kostet.
Für das DC Universe ist das mehr als eine Serienepisode. Aaron Pierre spielt John Stewart auch in „Man of Tomorrow”, dessen Hauptdreharbeiten seit Ende August abgeschlossen sind – die Herkunftsgeschichte, die „Lanterns” hier erzählt, ist damit die Fassung, mit der die Figur ins Kino wechselt. Pierre nennt die Arbeit an Folge 3 gegenüber Variety einen Ausnahmefall: Es sei nicht selbstverständlich, eine Figur über so viel Erzählzeit hinweg auszuloten. Der Comic-Ursprung liegt derweil 55 Jahre zurück – Green Lantern Nr. 87 von Dennis O’Neil und Neal Adams führte John Stewart 1971 als einen der ersten schwarzen Superhelden bei DC ein.
Die Gotham-Spur und worauf du sonst achten solltest
Folge 2 hat nebenbei einen Faden gelegt, der über Rushville hinausweist. Auf der Wache telefoniert Sheriff Kerry mit einem Polizeichef und verabschiedet sich mit der Bitte, er solle Barb grüßen. Zusammen mit ihrem Mädchennamen Kane – in Gotham neben den Waynes eine der ältesten und reichsten Familien – hat das prompt Spekulationen über eine Verbindung ins Batman-Umfeld ausgelöst.
Bestätigt ist davon nichts: Die Serie nennt am Telefon weder Gotham noch einen Nachnamen. Interessant bleibt die Frage trotzdem, weil „Lanterns” die dritte Serie des neuen DC Universe ist und bislang konsequent für sich steht. Ein beiläufiger Satz wäre die erste Brücke zu einem Teil des Universums, den James Gunn bisher strikt getrennt hält.
Ein Detail für alle, die den Auftakt ein zweites Mal ansehen: Auf dem offiziellen Serienposter vom Juni spiegeln sich im Wasser mehrere dunkle Vogelsilhouetten – eine davon leuchtet grün. Das Vogel-Konstrukt, das John in Folge 2 unabsichtlich erschafft und das nach dem Abnehmen des Rings weiterfliegt, stand also schon Monate vorher im Werbematerial, bevor es überhaupt jemand einordnen konnte.
Wie es nach Folge 3 weitergeht
Die erste Staffel umfasst acht Folgen im Wochentakt. Das Finale läuft in den USA am 4. Oktober 2026, in Deutschland einen Tag später. Folge 3 ist damit die erste nach dem Auftaktdrittel – der Punkt, an dem sich bei einem Achtteiler gewöhnlich zeigt, ob die Konstruktion trägt oder ob der Mordfall die Serie über acht Stunden nicht ausfüllt.
Zum Nachlesen: Wie der Auftakt in Deutschland ankam, haben wir beim Serienstart aufgeschrieben, und die Frage nach Hal Jordans Tod haben wir zu Folge 2 sortiert. Wer die Figuren einordnen will, findet den Werdegang von Hal Jordan und einen Überblick zu den Green Lanterns auf eigenen Seiten.
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