Nach VisionQuest: Marvel und Lucasfilm fahren Live-Action auf Disney+ zurück

Nach VisionQuest: Marvel und Lucasfilm fahren Live-Action auf Disney+ zurück Disney
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Die teuren Live-Action-Serien laufen aus, die Pipeline hinter Daredevil und Ahsoka ist leer – und was Disney neu bestellt, ist fast durchweg Animation. Ein Branchenbericht bündelt, was die Absagen der letzten Monate nahelegen.

Ein Bericht von Collider bringt auf den Punkt, was sich seit Monaten abzeichnet: Marvel Studios fährt seine groß budgetierten Live-Action-Serien für Disney+ nach „VisionQuest” deutlich zurück. Bei Lucasfilm sieht es ähnlich aus. Was beide Studios stattdessen bestellen, ist fast durchweg Animation.

Wichtig zur Einordnung: Das ist ein Branchenbericht ohne benannte Quelle, und Disney hat sich dazu nicht geäußert. Auf der D23 sagte niemand einen Satz zu dieser Strategie. Überprüfbar ist aber, was drumherum passiert ist – und das passt.

Was gesichert ist

Marvel hat „Wonder Man” gestrichen, nachdem die Serie im März 2026 noch verlängert worden war. Nova wird kein Serienstoff mehr, sondern ein Kinofilm – das bestätigte Kevin Feige auf der Comic-Con, das Drehbuch schreibt Loki-Schöpfer Michael Waldron. Strange Academy und Terror, Inc. liegen seit Anfang 2025 auf Eis.

Damit stehen bei Marvel noch genau zwei Live-Action-Staffeln aus: „VisionQuest” am 14. Oktober 2026 und „Daredevil: Born Again” Staffel 3 im Frühjahr 2027. Danach ist die Liste leer. Bemerkenswert ist, dass Marvel auf der D23 kein Wort über Daredevil verloren hat – die dritte Staffel war einer der wenigen Punkte, zu denen im Showcase eine Meldung erwartet worden war.

Bei Star Wars ist „Ahsoka” Staffel 2 am 20. Januar 2027 die letzte angekündigte Live-Action-Serie. „The Mandalorian” ist als Serie nach drei Staffeln beendet und läuft als Kinofilm weiter, „The Acolyte” wurde 2024 nach einer Staffel abgesetzt. Ein Kylo-Ren-Film ist ebenfalls vom Tisch, wie Lucasfilm-Co-Präsident Dave Filoni auf der D23 deutlich gemacht hat. Neu bestellt wurde zuletzt nichts in Live-Action.

Was stattdessen kommt

Die Gegenrechnung fällt eindeutig aus. Bei Marvel stehen die zweite Staffel von „X-Men '97” und „Der freundliche Spider-Man aus der Nachbarschaft”, deren zweite Staffel auf der D23 auf Januar 2027 datiert wurde. Bei Lucasfilm laufen die zweite Staffel von Maul – Shadow Lord und die Reihe Star Wars: Visions Presents. Dazu kommt bei Disney+ mit einer Kingdom-Hearts-Animeserie ein weiterer gezeichneter Titel.

Der Grund liegt nahe: Serien wie „Andor” und „The Acolyte” kosteten pro Staffel so viel wie ein mittelgroßer Kinofilm, ohne annähernd dessen Aufmerksamkeit zu erzeugen. Animation ist deutlich günstiger, und ausgerechnet die Animationsserien gehören zu den bestbesprochenen Titeln beider Marken. Collider beschreibt die neue Linie als Qualität statt Menge – zurückkehrende Serien sollen weiterlaufen, dazu kämen einzelne kleinere Miniserien.

Was das bedeutet

Sollte sich der Bericht bestätigen, endet damit die Phase, die 2019 mit „The Mandalorian” und 2021 mit „WandaVision” begann: Disney+ als Ort, an dem beide Marken parallel zum Kino eine zweite große Erzählebene aufbauen. Der Umbau wäre konsequent – Marvel hat die Zahl seiner Kinostarts bereits reduziert, Lucasfilm setzt ab 2027 wieder auf Kinofilme. Bestätigt ist er bis jetzt aber nicht. Alle Ankündigungen aus Anaheim stehen in unserer Übersicht zur D23 2026.

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