„Prisoners“-Autor Aaron Guzikowski schreibt neuen „Alien“-Film für Ridley Scott
Aaron Guzikowski schreibt einen neuen Alien-Film für 20th Century, Ridley Scott produziert. Er soll an „Prometheus“ und „Covenant“ anknüpfen, Bindeglied ist Fassbenders David. Ein Regisseur fehlt noch.
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Ein neuer Alien-Film aus Ridley Scotts Umfeld nimmt Gestalt an: Aaron Guzikowski, Autor von Denis Villeneuves Thriller „Prisoners”, schreibt dafür bei 20th Century Studios das Drehbuch. Das hat der Hollywood Reporter exklusiv berichtet. Scott produziert über seine Firma Scott Free gemeinsam mit Michael Pruss, führt aber nach aktuellem Stand nicht selbst Regie. Ein Regisseur ist noch nicht an Bord.
Inhaltlich hält das Studio das Projekt unter Verschluss. Nach Informationen des Hollywood Reporter ist es keine Fortsetzung zu „Alien: Romulus”, sondern knüpft an die beiden Filme an, die Scott in den 2010er-Jahren gedreht hat: „Prometheus - Dunkle Zeichen” und „Alien: Covenant”. Das Bindeglied sei der skrupellose Android David, den Michael Fassbender gespielt hat. Fassbender selbst ist dem Bericht zufolge bislang nicht verpflichtet.
Was über den neuen Alien-Film bekannt ist
Viel ist es noch nicht. Belegt sind der Autor, die Produzenten und das Studio: Scott und Pruss produzieren für Scott Free, auf Seiten von 20th Century betreut J.R. Young das Projekt. Laut dem Hollywood Reporter war es Scott selbst, der Guzikowski geholt hat, um das Projekt in Gang zu bringen. Einen Titel, einen Drehstart oder einen Kinotermin gibt es nicht, das Projekt steht ganz am Anfang der Entwicklung.
Dass der Film an „Alien: Covenant” anschließt, passt zu dem, was Scott seit dem Sommer erzählt (siehe unten): Er will Davids Geschichte zu Ende bringen. Bestätigt hat das Studio diese Verbindung allerdings nicht, sie stammt aus Quellen des Hollywood Reporter. Ob am Ende tatsächlich das von Scott angekündigte dritte Prequel daraus wird, bleibt deshalb offen.
Wer Aaron Guzikowski ist
Mit Scott hat Guzikowski schon einmal Science-Fiction gemacht: Er erfand die HBO-Max-Serie „Raised by Wolves” über zwei Androiden, die nach der Zerstörung der Erde menschliche Kinder aufziehen. Scott war dort Executive Producer und inszenierte die ersten beiden Folgen, seine erste Fernseharbeit seit Beginn seiner Kinokarriere. Die Serie lief zwei Staffeln lang, das Thema künstlicher Wesen mit eigener Agenda verbindet sie direkt mit David.
Bekannt wurde Guzikowski mit dem Drehbuch zu „Prisoners” (2013), Villeneuves erstem englischsprachigem Film mit Hugh Jackman und Jake Gyllenhaal. Er schrieb außerdem das „Papillon”-Remake mit Rami Malek und Charlie Hunnam. Derzeit arbeitet er parallel an einem eigenen Science-Fiction-Film für Jon Watts bei 20th Century, an einer Philip-K.-Dick-Verfilmung für Sony und an einem Animationsfilm zum Videospiel „Death Stranding”.
Brian Duffield: nur kurz Drehbuchhilfe
Vor Guzikowski galt ein anderer Name als Autor eines neuen Alien-Films. Brian Duffield stellte aber Mitte Oktober im Gespräch mit TheWrap klar, dass er keinen schreibt und auch keinen inszeniert. „Ich schreibe nicht. Ich führe nicht Regie”, sagte Duffield. Anfang des Jahres hatten Berichte ihn als Autor und Regisseur eines neuen Teils der Reihe für 20th Century Studios gehandelt.
Ganz unbeteiligt war er allerdings nicht. Über Weihnachten habe er einige Wochen lang an einem Drehbuch mitgeholfen, erzählte Duffield – auf Bitte von Steve Asbell, dem Produktionschef von 20th Century, während er selbst bei „Whalefall” eine Pause einlegte. Welches Alien-Projekt genau er überarbeitet hat, sagte er nicht. „Ich bin kein Teil davon”, betonte er.
Für das Franchise heißt das: Ein neuer Kinofilm steht weiterhin ohne öffentlich bekannten Regisseur da. Bei 20th Century liegt zudem die Fortsetzung zu „Alien: Romulus” in der Pipeline. Fede Álvarez inszeniert sie nicht selbst, bleibt aber als Produzent und Co-Autor an Bord. Gerüchten, das Projekt sei auf Eis gelegt, hatte Asbell im August auf X mit einem knappen „Nope” widersprochen.
Ridley Scott und das dritte Prequel
Ridley Scott will die Geschichte des Androiden David zu Ende erzählen. Im August bestätigte der 88-jährige Regisseur der Los Angeles Times, dass er ein drittes Alien-Prequel plant – mit Michael Fassbender in jener Rolle, die er in „Prometheus - Dunkle Zeichen” und „Alien: Covenant” gespielt hat. Gegenüber dem französischen Portal AlloCiné sagte Scott zuletzt, er knüpfe genau dort an, wo „Alien: Covenant” aufgehört habe.
Der Film soll David dabei zeigen, wie er sich eine schöne neue Welt erschafft – Scotts eigene Formulierung und eine unüberhörbare Anspielung auf Aldous Huxley. Und er soll erneut von künstlicher Intelligenz handeln, dem Thema, das Scotts Kino seit dem Original von 1979 durchzieht. Künstliche Intelligenzen könnten durchdrehen, sagte er der LA Times, und wenn sie es täten, sei das wie eine Bombe.
Wo „Alien: Covenant” aufgehört hat
Der Anschlusspunkt liegt seit 2017 bereit. „Alien: Covenant” endete damit, dass David die Kontrolle über das Kolonieschiff übernimmt – an Bord rund 2.000 schlafende Kolonisten und zwei Facehugger-Embryonen. Was er damit anstellt, hat bis heute niemand erzählt. Ein dritter Film hätte damit nicht bloß einen offenen Faden, sondern den zentralen: die Frage, wie aus Davids Experimenten am Ende jenes Wesen wird, das die Nostromo-Crew an Bord holt.
Scott hat eine Fortsetzung zu „Alien: Covenant” schon mehrfach in Aussicht gestellt, ohne dass daraus je ein Drehstart geworden wäre. Mit Guzikowski steht nun erstmals ein Autor fest. Ein Termin, ein Regisseur oder weitere Beteiligte sind bis heute nicht genannt. Wer den Zusammenhang der Filme sortieren will, findet ihn in unserer Übersicht aller Alien-Filme in der richtigen Reihenfolge.
Drei Alien-Stränge parallel
Weil sowohl „Alien: Covenant” als auch „Alien: Romulus” mit einem ausgeprägten Cliffhanger enden, wird darüber spekuliert, ob am Ende ein einziger Film die Fäden beider Werke zusammenführt. Nach dem Bericht des Hollywood Reporter sind das Romulus-Sequel und das neue Projekt aber zwei getrennte Filme.
Zum Fernsehableger äußerte sich Scott ebenfalls, und für seine Verhältnisse ausgesprochen freundlich: Die erste Staffel von Noah Hawleys Serie „Alien: Earth” halte er für ziemlich verdammt gut. Eine zweite Staffel ist bereits in Arbeit. Zusammen mit dem Romulus-Sequel und Guzikowskis Projekt laufen damit drei Alien-Erzählstränge parallel – so viel Betrieb hatte das Franchise zuletzt nie.
Blade Runner, KI und ein voller Kalender
Im Gespräch mit der LA Times äußerte Scott zudem Bedauern über die Rechte an „Der Blade Runner”, die ihm entglitten sind. Er könne seinen damaligen Anwälten und Agenten keinen Vorwurf machen, sagte er, aber irgendwie habe man die Rechte am Franchise abgegeben – und wer nicht der Autor des geschriebenen Wortes sei, habe eben keinen Anteil daran. An der Serie Blade Runner 2099, die am 25. November bei Prime Video startet, ist er kreativ nicht beteiligt und führt lediglich einen Executive-Producer-Credit.
Künstliche Intelligenz im Produktionsprozess lehnt er für sich ab: Er könne es ohne Weiteres mit einer KI aufnehmen, wenn es darum gehe, Bilder zu erschaffen – aber sie komme unweigerlich. Zeit für den Ruhestand hat Scott ohnehin nicht: Sein Endzeitfilm „Das Ende der Sterne” lief Ende August in den deutschen Kinos an, im November beginnt der Dreh zu seiner Treasure-Island-Verfilmung mit Hugh Jackman, und bei den Governors Awards bekommt er im selben Monat einen Ehren-Oscar.
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Chefredakteur und Gründer von scifiscene.
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