Spider-Man 5: Sony bindet Regisseur Destin Daniel Cretton mit Dreijahresvertrag
Sony hat Destin Daniel Cretton für drei Jahre unter Vertrag genommen – als Produzent, nicht als Regisseur. Für „Spider-Man 5“ ist das ein Signal, doch zuerst dreht Cretton ab Anfang 2027 „Naruto“.
Sony Pictures hat sich den Regisseur des erfolgreichsten Spider-Man-Films aller Zeiten langfristig gesichert: Destin Daniel Cretton hat einen Dreijahresvertrag mit dem Studio unterschrieben, wie The Hollywood Reporter exklusiv berichtet. Für „Spider-Man 5” ist das ein deutliches Signal – aber noch keine Zusage, denn die Regie ist in dem Deal ausdrücklich nicht enthalten.
Damit verschiebt sich die Frage, die seit dem Rekordlauf von „Spider-Man: Brand New Day” im Raum steht. Ob Sony Cretton halten will, ist beantwortet. Wann er für einen fünften Film überhaupt frei wäre, bleibt dagegen offen – und daran hat sich durch den Vertrag nichts geändert.
Der Sony-Deal: Produzieren ja, Regie nein
Es handelt sich um einen sogenannten Overall Deal über drei Jahre. Cretton entwickelt darin Filme, die er mit seiner Produktionsfirma Hisako Films und deren Präsidentin Jeyun Munford für Sony produziert. Die Regie ist davon ausdrücklich ausgenommen. Laut THR ist Sony zwar sehr daran interessiert, Cretton für eine Fortsetzung von „Spider-Man: Brand New Day” zurück auf den Regiestuhl zu holen – jedes Studio, das ihn als Regisseur will, muss sich aber hinter Lionsgate anstellen.
Denn Crettons nächster Film ist die Live-Action-Verfilmung von „Naruto”, und deren Dreh soll laut THR Anfang des kommenden Jahres beginnen. Sony-Filmchef Sanford Panitch nannte Cretton in der Mitteilung einen visionären Filmemacher, mit dem man die Zusammenarbeit ausbauen wolle; Konzernchef Tom Rothman erklärte, man habe großes Glück, weiter mit ihm und seinem Team im Geschäft zu sein. Cretton selbst sagte, er habe bei „Brand New Day” die beste Zeit gehabt und freue sich darauf, weitere Geschichten für das Kino zu erzählen.
Nebenbei hat Cretton auch bei Paramount ein Eisen im Feuer: Wie THR Anfang September bestätigte, entwickelt er dort eine Kinofassung der Krimiserie „Hawaii Fünf-Null”, das Drehbuch schreiben Chris Bremner und Noah Oppenheim. Das Projekt steht noch am Anfang – zeigt aber, wie begehrt der Regisseur nach dem Spider-Man-Erfolg ist.
Cretton: „Es wird einen weiteren Film geben”
Den ersten Hinweis auf einen fünften Teil lieferte der Regisseur selbst. In einem Gespräch mit Deadline sprach Cretton Anfang August über das viel diskutierte Ende des Films – und sagte dabei einen Satz, der mehr verrät als jede offizielle Ankündigung. Er wisse, dass es einen weiteren Film geben werde; die Diskussion darüber laufe im Writers Room weiter, während man herausfinde, was man als Nächstes mache.
Bemerkenswert ist dabei weniger das Was als das Wie. Cretton spricht über die Fortsetzung nicht als Projekt, an dem er gerade arbeitet, sondern als Gespräch, das geführt wird. Ein Titel, ein Termin oder eine Regiezusage fällt an keiner Stelle. Für dich heißt das: Ein fünfter Teil steht außer Frage, sein Zeitplan aber vollständig offen.
Der Terminkonflikt: „Naruto” blockiert das entscheidende Jahr
Wie Variety am 9. Juli 2026 berichtete, hat die Live-Action-Verfilmung des Manga-Klassikers „Naruto” bei Lionsgate eine weltweite Casting-Suche gestartet. Gesucht wurden die drei Hauptrollen von Team 7 – Naruto, Sasuke und Sakura –, Nebenrollen sollten anschließend besetzt werden.
Regie führt dort Cretton, das Drehbuch schreibt er ebenfalls, und produziert wird unter anderem von Avi Arad, Ari Arad und Jeremy Latcham. Den Job hatte Cretton bereits 2024 übernommen, also bevor er bei Marvel und Sony einstieg. Mit dem nun genannten Drehstart Anfang 2027 ist klar, welches Jahr „Naruto” belegt.
Pascal: kein Writers Room, kein Automatismus
Den dritten Baustein liefert Amy Pascal. Die Produzentin begleitet die Reihe seit dem Kinostart von „Spider-Man” im Jahr 2002 und antwortete Deadline am 4. August auf die direkte Frage, ob Cretton beim nächsten Film dabei sei, bemerkenswert vorsichtig: Es gebe keinen Writers Room – und wenn es nach ihnen gehe, werde er ganz sicher dabei sein. Das ist ein Wunsch, ausdrücklich keine Zusage.
Im selben Gespräch machte Pascal außerdem klar, dass die Zusammenarbeit zwischen Sony Pictures und Marvel Studios seit jeher von Film zu Film verhandelt wird; Sony-Chef Tom Rothman habe das gegenüber Deadline ebenso bestätigt. Ein grünes Licht für einen fünften Teil entsteht also nicht automatisch aus dem Rekordergebnis, sondern muss neu ausgehandelt werden. Dazu passt Pascals Grundhaltung, die sie im Interview offen ausspricht: Man habe nie das Nächste vorgeplant, jeder Film müsse für sich allein stehen.
Was das für den Zeitplan bedeutet
Zusammengenommen ergibt sich daraus keine Ankündigung, sondern eine Rechnung. Solange Cretton „Naruto” vorbereitet und ab Anfang 2027 abdreht, steht er für einen Spider-Man-Dreh nicht zur Verfügung. Kehrt er anschließend zurück, käme die Fortsetzung frühestens gegen Ende des Jahrzehnts ins Kino – und das auch nur, wenn bis dahin ein Drehbuch fertig ist. Der Sony-Vertrag ändert an dieser Rechnung nichts, er macht nur einen Regiewechsel noch unwahrscheinlicher.
Pascal führt den Ton des Films ausdrücklich auf Crettons Zugang zurück, und Kevin Feige arbeitete schon bei Shang-Chi mit ihm zusammen. Ein Weiterreichen an einen anderen Namen wäre ein größerer Bruch als ein Aufschub – zumal ein Shang-Chi-Sequel ebenfalls seit Jahren ohne Ankündigung in der Schwebe hängt.
Ganz ungetrübt ist Crettons Marvel-Bilanz ohnehin nicht: Das Studio kassierte zuletzt die bereits bestellte zweite Staffel von „Wonder Man”, die er mitentwickelt und deren erste Folgen er inszeniert hatte. Gegenüber Deadline sagte er, er verstehe die Entscheidung nicht vollständig. Wie sich der nächste Spider-Man in den weiteren Fahrplan einfügt, kannst du in unserer Übersicht zu MCU Phase 7 nachlesen – dort steht der fünfte Teil bis heute ohne Termin.
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