Spider-Man 5: Warum Regisseur Cretton erst einmal blockiert ist
Ein fünfter Spider-Man gilt als gesetzt – doch Destin Daniel Cretton dreht zuerst „Naruto“, und einen Writers Room gibt es laut Amy Pascal bis heute nicht.
„Spider-Man: Brand New Day” hat seit dem deutschen Kinostart am 29. Juli 2026 einen Rekord nach dem anderen eingesammelt – und schon steht die nächste Frage im Raum: Wann kommt „Spider-Man 5”, und führt wieder Destin Daniel Cretton Regie? Die Antwort ist unbequemer, als der Rekordlauf vermuten lässt.
Drei belegte Fakten aus den vergangenen Wochen ergeben zusammen ein Bild, das bislang so noch niemand aufgeschrieben hat: Ein fünfter Film gilt intern als gesetzt, ein fertiges Drehbuchteam existiert nicht – und der Wunschregisseur ist längst an ein anderes Studio gebunden. Wir sortieren, was davon belegt ist und was daraus folgt.
Cretton: „Es wird einen weiteren Film geben”
Den ersten Baustein lieferte der Regisseur selbst. In einem Gespräch mit Deadline sprach Destin Daniel Cretton Anfang August über das viel diskutierte Ende des Films – und sagte dabei einen Satz, der mehr verrät als jede offizielle Ankündigung. Er wisse, dass es einen weiteren Film geben werde; die Diskussion darüber laufe im Writers Room weiter, während man herausfinde, was man als Nächstes mache.
Bemerkenswert ist dabei weniger das Was als das Wie. Cretton spricht über die Fortsetzung nicht als Projekt, an dem er gerade arbeitet, sondern als Gespräch, das geführt wird. Ein Titel, ein Termin oder eine Regiezusage fällt an keiner Stelle. Für dich heißt das: Ein fünfter Teil steht außer Frage, sein Zeitplan aber vollständig offen.
Der Terminkonflikt: „Naruto” blockiert das entscheidende Jahr
Der zweite Fakt liegt länger zurück und wurde bisher kaum mit Spider-Man zusammengedacht. Wie Variety am 9. Juli 2026 berichtete, hat die Live-Action-Verfilmung des Manga-Klassikers „Naruto” bei Lionsgate eine weltweite Casting-Suche gestartet. Gesucht werden die drei Hauptrollen von Team 7 – Naruto, Sasuke und Sakura –, Nebenrollen sollen anschließend besetzt werden.
Regie führt dort Cretton, das Drehbuch schreibt er ebenfalls, und produziert wird unter anderem von Avi Arad, Ari Arad und Jeremy Latcham. Den Job hatte Cretton bereits 2024 übernommen, also bevor er bei Marvel und Sony einstieg. Und eine laufende weltweite Hauptrollensuche ist kein Nebenschauplatz: Sie ist genau der Schritt, der einem Drehstart unmittelbar vorausgeht. Wer Team 7 besetzt, plant keine Pause.
Pascal: kein Writers Room, kein Automatismus
Den dritten Baustein liefert Amy Pascal. Die Produzentin begleitet die Reihe seit dem Kinostart von „Spider-Man” im Jahr 2002 und antwortete Deadline am 4. August auf die direkte Frage, ob Cretton beim nächsten Film dabei sei, bemerkenswert vorsichtig: Es gebe keinen Writers Room – und wenn es nach ihnen gehe, werde er ganz sicher dabei sein. Das ist ein Wunsch, ausdrücklich keine Zusage.
Im selben Gespräch machte Pascal außerdem klar, dass die Zusammenarbeit zwischen Sony Pictures und Marvel Studios seit jeher von Film zu Film verhandelt wird; Sony-Chef Tom Rothman habe das gegenüber Deadline ebenso bestätigt. Ein grünes Licht für einen fünften Teil entsteht also nicht automatisch aus dem Rekordergebnis, sondern muss neu ausgehandelt werden. Dazu passt Pascals Grundhaltung, die sie im Interview offen ausspricht: Man habe nie das Nächste vorgeplant, jeder Film müsse für sich allein stehen.
Was das für den Zeitplan bedeutet
Zusammengenommen ergibt sich daraus keine Ankündigung, sondern eine Rechnung. Solange Cretton „Naruto” vorbereitet und abdreht, steht er für einen Spider-Man-Dreh nicht zur Verfügung. Kehrt er anschließend zurück, käme die Fortsetzung frühestens gegen Ende des Jahrzehnts ins Kino – und das auch nur, wenn bis dahin ein Drehbuch fertig ist, an dem laut Pascal derzeit niemand offiziell schreibt.
Die Alternative wäre ein Regiewechsel. Nach dem Erfolg von „Spider-Man: Brand New Day” ist der allerdings unwahrscheinlich: Pascal führt den Ton des Films ausdrücklich auf Crettons Zugang zurück, und Kevin Feige arbeitete schon bei Shang-Chi mit ihm zusammen. Ein reibungsloses Weiterreichen an einen anderen Namen wäre ein größerer Bruch als ein Aufschub – zumal ein Shang-Chi-Sequel ebenfalls seit Jahren ohne Ankündigung in der Schwebe hängt.
Ganz ungetrübt ist Crettons Marvel-Bilanz ohnehin nicht: Das Studio kassierte zuletzt die bereits bestellte zweite Staffel von „Wonder Man”, die er mitentwickelt und deren erste Folgen er inszeniert hatte. Gegenüber Deadline sagte er, er verstehe die Entscheidung nicht vollständig. Wie sich der nächste Spider-Man in den weiteren Fahrplan einfügt, kannst du in unserer Übersicht zu MCU Phase 7 nachlesen – dort steht der fünfte Teil bis heute ohne Termin.
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