Strange New Worlds: Die Genre-Experimente sind vorbei – Staffel 5 wird klassisches Star Trek
Puppen, Seifenoper, Schwarz-Weiß – damit ist Schluss. Die Showrunner von Strange New Worlds bestätigen, dass die letzte Staffel ohne Genre-Ausflüge auskommt und klassischer erzählt. Was das für die sechs Abschiedsfolgen heißt.
Die Genre-Experimente von „Star Trek: Strange New Worlds” sind Geschichte. In der fünften und letzten Staffel verzichtet die Serie auf Puppenfolgen, Seifenoper und Schwarz-Weiß-Episoden und kehrt zu einer klassischeren Star-Trek-Erzählweise zurück. Das haben die Showrunner Akiva Goldsman und Henry Alonso Myers nach dem Finale der vierten Staffel im Gespräch mit dem US-Magazin Inverse bestätigt – eine Woche, nachdem sie genau diese Experimente noch gegen die Kritik aus der Fangemeinde verteidigt hatten.
Goldsman: „Die Genre-Ausflüge sind weg”
„Ohne etwas zu verraten: In der nächsten Staffel gehen wir die Geschichten eher wie traditionelle Star-Trek-Folgen an”, sagt Myers gegenüber Inverse. Die Geschichten der Figuren zögen sich aber wie gewohnt als Bogen über die ganze Staffel. Goldsman formuliert es direkter: „Zur Freude der einen und zur Enttäuschung der anderen sind die Genre-Ausflüge im nächsten Jahr weg.” Das heiße nicht, dass alle Geschichten denselben Ton hätten. Die sechs Episoden seien aber als zusammenhängende Reihe gedacht, und diese Reihe handle vom Abschiednehmen.
Was das konkret bedeutet, lässt sich an dem ablesen, was bereits feststeht. Die Staffel umfasst nur sechs Folgen, und die letzte davon zeigt nach Goldsmans Worten Kirks ersten Tag als Captain der Enterprise. Einiges, was ursprünglich im Finale der vierten Staffel stand, wurde dafür zurückgehalten – warum, steht in unserem Artikel zum Finale von Strange New Worlds. Neu an Bord sind Thomas Jane als Dr. Leonard McCoy und Kai Murakami als Sulu. Einen Starttermin gibt es noch nicht, erwartet wird die Staffel 2027 bei Paramount+.
Mit der Ansage endet eine Debatte, die die gesamte vierte Staffel begleitet hat. Eine Puppenfolge, eine Seifenoper, eine Episode komplett in Schwarz-Weiß: So viele Genre-Experimente wie in dieser Staffel gab es zuvor nie – und einen Teil der Fangemeinde hat die Serie damit verloren. Mehrere dieser Folgen wurden auf IMDb mit Sammelbewertungen nach unten gezogen. Kurz vor dem Finale hatten sich die beiden Showrunner deshalb erstmals ausführlich zur Kritik geäußert.
Goldsman: Unsere fremden neuen Welten sind Genres
Gegenüber TVLine sagte Akiva Goldsman damals, die Experimente seien keine Marotte, sondern der Kern der Serie: Die fremden neuen Welten, die sie erkundeten, seien eben Genres. Den häufigsten Einwand kannte er und nahm ihn ernst — bei zehn Folgen pro Staffel, so die Kritik, bleibe für klassisches Star Trek zu wenig übrig, während die Originalserie über zwanzig Episoden im Jahr hatte.
Seine Antwort darauf fiel unbequem aus: „Ich verstehe das, und wir lieben klassisches Star Trek auch. Aber das ist nicht unsere Serie. Es steht im Titel: Unsere Welten sind Genres”, zitierte ihn TVLine. Schon die Originalserie habe mit dem Genre gespielt, um Geschichten zu erzählen — und man könne es nicht allen recht machen. Ein Zugeständnis machte er trotzdem: „Ob wir die Landung jedes Mal hinbekommen oder nicht, liegt jedenfalls nicht am fehlenden Versuch.”
Myers: In jeder Staffel steckt etwas zum Liebhaben
Co-Showrunner Henry Alonso Myers argumentierte von der anderen Seite her: Das Ziel sei, in jeder Staffel eine Folge für jeden zu bauen — auch für Zuschauer, die Star Trek gar nicht kennen und über eine ungewöhnliche Episode hineinstolpern. „Wir lieben klassische Star-Trek-Folgen mehr, als ihr euch vorstellen könnt, aber wir probieren auch gern Neues”, sagte er.
Konkret ordnete er die Staffel selbst ein: Wer die Tribbles möge, werde vermutlich auch die Puppenfolge mögen; wer es klassisch wolle, bekomme mit Folge 6 einen geraden Wurf über die Mitte. Nicht jedes Star Trek sei für jeden, aber der Großteil einer Staffel schon. Die Wirkung dieser Rechnung ist umstritten: Gerade die klassisch gebauten Episoden der vierten Staffel — der Notfall an Bord in „Off-Hour”, das moralische Dilemma in „Orders of Magnitude” — wirkten neben den Experimenten eher wie Ausreißer als wie die Norm.
Sechs Folgen als Kompromiss
Dass es die Abschiedsstaffel überhaupt gibt, ist selbst schon ein Kompromiss: Paramount wollte nach Staffel 4 Schluss machen und bot stattdessen einen Film an — die Macher lehnten ab und bekamen ein verkürztes Finale. Wie es dazu kam, steht in unserem Bericht darüber, dass Paramount die Serie nach Staffel 4 absetzen wollte. Die letzte Staffel soll Captain Pikes Enterprise verabschieden und direkt in den Beginn der Originalserie führen.
Goldsman, Paul Wesley und Rebecca Romijn hatten schon länger angedeutet, dass dieser Abschluss ernster ausfällt und die Gimmicks hinter sich lässt; mit den Aussagen nach dem Finale ist das nun ausgesprochen. Die vierte Staffel ist inzwischen komplett bei Paramount+ abrufbar. Ob ihre Bilanz am Ende vom Mut oder von der Trefferquote her gelesen wird, beantworten die Macher damit auf ihre Weise: mit sechs Folgen, die ohne Experimente Abschied nehmen.
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