Gorilla Grodd: Setaufnahmen holen einen Schurken aus Smallville ins DCU
Auf dem Set der DCU-Serie stehen Schilder mit der Aufschrift „Ray Sacks for Mayor“. Der Name gehört einem korrupten Staatsanwalt aus Smallville – und passt verdächtig gut in eine Serie über einen Prozess.
Auf dem Set von „The People v. Gorilla Grodd” stehen Wahlkampfschilder, und darauf steht ein Name, den Serienzuschauer seit siebzehn Jahren kennen: Ray Sacks for Mayor. Damit holt James Gunns DC-Universum eine Figur aus „Smallville” – und ausgerechnet einen korrupten Staatsanwalt in eine Serie, die von einem Strafprozess handelt.
Zu sehen ist das auf Aufnahmen, die in der Nacht zum Montag vom Drehort in Atlanta aufgetaucht sind. Sie zeigen eine Wahlkampfszene: Schilder, Passanten, Zustimmung für einen Kandidaten namens Ray Sacks. Bestätigt ist davon nichts – weder HBO Max noch DC Studios oder Warner Bros. Discovery haben sich dazu geäußert, und Setaufnahmen zeigen immer nur einen Ausschnitt ohne Zusammenhang.
Wer Ray Sacks ist – und warum der Name in einer Gerichtsserie auffällt
Ray Sacks ist keine Comicfigur. Er wurde für „Smallville” erfunden und trat dort in der neunten Staffel auf, gespielt von Dylan Neal. Seine Rolle: Bezirksstaatsanwalt von Metropolis. Eingeführt wurde er in der Folge Idol, jener Episode, in der auch die Wonder Twins ihren ersten Realfilm-Auftritt hatten.
Sacks setzte darin alles daran, den maskierten Helden der Stadt zur Enttarnung zu zwingen. Clark Kent war bereits bereit, sich zu erkennen zu geben, bis Lois Lane die öffentliche Stimmung drehte. Danach zeigte sich, wes Geistes Kind der Staatsanwalt war: Er versuchte, Lois ermorden zu lassen. Clark verhinderte es, Sacks ging dafür ins Gefängnis. Später in derselben Staffel kehrte er in der Folge Charade zurück – mit Verbindungen zur Geheimorganisation Checkmate.
Genau daraus ergibt sich der Reiz der Setaufnahme. „The People v. Gorilla Grodd” ist als achtteilige True-Crime-Mockumentary angelegt: Jimmy Olsen rollt für den Daily Planet den Mordprozess gegen Grodd neu auf. In einer Serie, die vom Justizapparat von Metropolis erzählt, taucht nun der Name eines Mannes auf, der diesen Apparat in einer anderen Superman-Erzählung missbraucht hat – und der sich diesmal nicht um ein Amt bewirbt, das er schon hatte, sondern um das Rathaus.
Spielt Arian Moayed den Kandidaten?
Eine Besetzung für die Rolle nennt niemand. Es gibt allerdings eine offene Stelle im Ensemble: Arian Moayed, bekannt aus Succession und als FBI-Agent Cleary aus dem Marvel-Universum, gehört laut Deadline seit August zum Cast – ohne dass jemals gesagt wurde, wen er spielt. Beobachter am Drehort bringen ihn nun mit Ray Sacks in Verbindung.
Das ist eine Vermutung und keine Meldung. Sie passt allerdings zum Muster der Serie: Aus dem Kinofilm kehren Wendell Pierce, Beck Bennett und Mikaela Hoover zurück, die tragenden Rollen sind besetzt und benannt – Moayeds Rolle ist die einzige, die das Studio bislang zurückhält. Ob das an Ray Sacks liegt oder an etwas anderem, wird sich erst zeigen.
Gunns Smallville-Spur zieht sich durch das DCU
Dass ausgerechnet eine Figur aus der WB-Serie auftaucht, wäre kein Einzelfall. James Gunn ist bekennender „Smallville”-Zuschauer, und in „Superman” heißt Lex Luthors Konzern nicht LexCorp, sondern LuthorCorp – so wie in der Serie. Gegenüber ComicBook hat Gunn das 2025 selbst erklärt: Er habe sich aus Comics, Serien und Filmen bedient, LuthorCorp stamme aus Smallville, und der Name lasse offen, ob Lex den Konzern vielleicht von seinem Vater oder seiner Mutter übernommen habe.
Dazu kommt ein Detail, das im Kinofilm nur zu hören ist: Michael Rosenbaum, in „Smallville” über sieben Staffeln Lex Luthor, hat in „Superman” einen Sprechauftritt. Die Serie ist für Gunn offenbar kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein Steinbruch – und Ray Sacks wäre der bislang direkteste Griff hinein.
Was über die Serie bekannt ist
Gedreht wird seit Anfang September in Atlanta. Jimmy Tatro spielt Grodd, Skyler Gisondo bringt Jimmy Olsen aus dem Kinofilm mit, Tony Yacenda und Dan Perrault sind Showrunner und schreiben. Wo die Serie in der Zeitrechnung des Universums sitzt, haben wir aus früheren Setaufnahmen und einer Aussage Gisondos an anderer Stelle aufgeschlüsselt: Die Gegenwartsebene liegt vor „Man of Tomorrow”, einzelne Szenen spielen ein Jahrzehnt früher.
Einen Starttermin nennt HBO Max weiterhin nicht. Nach Angaben von HBO-Chef Casey Bloys ist es derzeit die einzige DCU-Serie, an der aktiv gearbeitet wird – was jedem Fund vom Drehort mehr Gewicht gibt, als er unter normalen Umständen hätte. Bis das Studio etwas bestätigt, bleibt es bei dem, was die Schilder hergeben: ein Name aus Smallville, mitten im Wahlkampf.
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