DC / Clayface

Mit gerissenem Kreuzband: Tom Rhys Harries verschwieg beim „Clayface“-Dreh eine Knieverletzung

Tom Rhys Harries hat „Clayface“ teilweise mit gerissenem Kreuzband gedreht und es erst verschwiegen. Regisseur James Watkins erzählt außerdem von den Joker-Requisiten aus Tim Burtons „Batman“ und erklärt das tragische Ende.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · ·5 Min. Lesezeit
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Mit gerissenem Kreuzband: Tom Rhys Harries verschwieg beim „Clayface“-Dreh eine Knieverletzung
Skydance

Tom Rhys Harries hat einen Teil von „Clayface” mit einem gerissenen Kreuzband gedreht – und seine Knieverletzung anfangs für sich behalten. Das erzählt Regisseur James Watkins im Interview mit The Hollywood Reporter. Herausgekommen sei die Verletzung erst bei der Szene, in der Matt Hagen aus einer Filmpremiere flieht und von einem Auto erfasst wird.

Der DC-Horrorfilm läuft seit dem 22. Oktober in den deutschen Kinos. Im Gespräch geht Watkins außerdem auf die Anspielungen auf Tim Burtons „Batman” ein, auf einen persönlichen Verlust während der Postproduktion und auf das tragische Ende. Was er zum Ende sagt, steht weiter unten hinter einer Spoilerwarnung.

Auf einen Blick

Was war los? Hauptdarsteller Tom Rhys Harries hatte beim Dreh einen Kreuzbandriss im Knie und verschwieg ihn zunächst.

Wann kam es heraus? Beim Stunt, in dem Matt Hagen von einem Auto erfasst wird.

Welche Batman-Anspielungen gibt es? Couchtisch und Operationsstuhl stammen aus Tim Burtons „Batman” von 1989.

Kommt eine Fortsetzung? Laut Watkins gibt es dafür noch keine Ideen.

Die Verletzung kam beim Auto-Stunt heraus

Für den Unfall drehte das Team zweiteilig, erklärt Watkins: Zuerst traf die Stunt-Crew Harries mit einem Polster, um seine Reaktion einzufangen, danach wurde die Einstellung mit einem echten Auto und einem Stuntman überlagert. Harries habe den Stuntman dabei leise beiseitegenommen. Das Schlimmste, was man tun könne, sei, jemanden in diesem Winkel am Bein zu treffen. „Er hat den Sprung und den Sturz trotzdem gemacht, aber er war offen damit”, sagt Watkins. „Wir wollten ihm natürlich keine lebenslange Verletzung zufügen. Also mussten wir den Stunt anders lösen.”

An der Besetzung hätte das Wissen um die Verletzung nichts geändert, betont der Regisseur: „Es ist ja nicht so, als hätten wir ihn für die Premier League oder die NFL besetzt. Er schauspielert.” Harries sei genau der richtige Darsteller für die Rolle gewesen. Die Parallele zur Figur entgeht Watkins nicht: Matt Hagen verliert seine Karriere, als ein Gangster sein Gesicht entstellt – und sein Darsteller verschwieg eine Verletzung, um eine Rolle nicht zu gefährden, die seine Karriere verändern konnte. „Es war immer ziemlich meta”, sagt Watkins.

Dazu passt eine Anekdote aus der Promotour: Als Harries für den Film bei Jimmy Kimmel auftrat, schickte er Watkins ein Bildschirmfoto, auf dem er auf die Bühne kommt und ins Publikum winkt – mit dem Vermerk „sehr meta”. Die Einstellung gleicht exakt der Szene, in der Matt Hagen im Film in einer Late-Night-Show auftritt.

Möbel des Jokers aus Tim Burtons „Batman”

Batman selbst taucht in „Clayface” nicht auf, Spuren von ihm gibt es trotzdem. Der Couchtisch in Matt Hagens Penthouse ist der Couchtisch des Jokers aus „Batman”. Und der Stuhl, auf dem Hagen sich zur Schönheitsoperation beraten lässt, ist derselbe Barbierstuhl, auf dem Jack Napier in Burtons Film seine verpfuschte Operation bekommt. Am Set habe es deshalb „eine Menge Fachsimpelei” gegeben, erzählt Watkins.

Eine winzige Batman-Silhouette auf einem Dach im Hintergrund hat er dagegen nicht eingebaut – und ärgert sich nach eigenen Worten jetzt ein wenig darüber. Mehr hätte er aber ohnehin nicht gewollt: „Das ist Matt Hagens Geschichte.” Eine weitere Figur hineinzuzwängen, hätte sich zu bemüht und unecht angefühlt. Stattdessen verneigt sich der Film vor anderen Vorbildern: Die Nachtclub-Szene mit Cadillac Sal ist eine Hommage an Brian De Palmas „Carlito's Way”, eine Todesszene zitiert mit „Du hast mir das Herz gebrochen” den „Paten”-Film von 1974.

Ein Todesfall mitten in der Postproduktion

Persönlich war die Arbeit an dem Film für Watkins von einem Verlust überschattet: Während der Postproduktion starb sein Vater, Dr. George Watkins, völlig unerwartet. „Wir steckten mittendrin, und mein Vater ist sehr plötzlich gestorben”, sagt der Regisseur. DC-Studios-Chefs James Gunn und Peter Safran hätten sich sofort gemeldet und ihm Zeit gegeben, obwohl ein Film fertigzustellen war. „Das werde ich nie vergessen.” „Clayface” ist seinem Vater gewidmet.

Über das Arbeiten im DCU spricht Watkins durchweg positiv. Er habe Mike Flanagans Drehbuch, das dieser „eine Tragödie in drei Akten” nannte, mit seiner eigenen Fassung gepitcht und dafür jede Unterstützung bekommen. „Wenn dir der Film nicht gefällt, kannst du nicht ihnen die Schuld geben. Das geht auf mich.” Ideen für eine Fortsetzung habe er dagegen noch nicht: Er sei so tief in „Clayface” versunken gewesen, dass er selbst noch nicht wisse, was er als Nächstes macht. Wie Aaron Paul zu seinem Ein-Sekunden-Auftritt kam, hatte Watkins bereits zuvor verraten.

Spoiler: Was Watkins zum Ende sagt

Achtung, ab hier geht es um das Ende von „Clayface”. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte an dieser Stelle aufhören zu lesen.

Für die größten Schockmomente im Kino sorgt laut Watkins der Mord an John Borelli. Matt tötet den Polizisten, gespielt von Max Minghella, den Verlobten der Ärztin Caitlyn Corr (Naomi Ackie), die ihn mit Nanozellen behandelt hat. „Die Nanos übernehmen ihn, und diese urtümlichen Triebe brechen in ihm auf”, erklärt Watkins. „Aus seiner Sicht ist es erklärbar. Das heißt nicht, dass wir es mögen müssen, aber er handelt aus einer Mischung aus Selbstverteidigung, Liebe und einer seltsamen Besessenheit. An diesem Punkt ist er einfach verloren.”

Auch die Schlussszene, in der Matt als Fantasie neben Caitlyn auftaucht, deutet Watkins: Seit dem Moment, in dem seine Überreste im Gully verschwinden, sei das Monster gewachsen. „Wenn man sich die Comics ansieht, wird Clayface ziemlich groß”, sagt er. Vielleicht gebe es jetzt einfach mehr von ihm – genug, um mit einem Teil davon eine zweite Person zu formen. Mehr über die Figur und ihre Vorlagen findest du in unserem Porträt Clayface: Batmans Gestaltwandler.

Tom Rhys Harries spielt den Schauspieler Matt Hagen, der zu Clayface wird. Regie führte James Watkins nach einem Drehbuch von Mike Flanagan.

„Clayface” startete am 22. Oktober 2026 in den deutschen Kinos.

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