Erst ab 18: Großbritannien gibt „Clayface“ die höchste Altersfreigabe
Die britische Prüfstelle BBFC hat Clayface wegen starker blutiger Gewalt ab 18 freigegeben – eine Premiere für einen DC-Realfilm der Hauptkontinuität. Kinostart in Deutschland ist am 22. Oktober.
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„Clayface” geht in Großbritannien als Erwachsenenfilm ins Kino. Die britische Prüfstelle BBFC hat den DCU-Horrorfilm ab 18 Jahren freigegeben und nennt als Begründung „starke blutige Gewalt” und „Verletzungsdetails”. Eingestuft wurde der Film am 14. Oktober, die Laufzeit gibt die BBFC mit 108 Minuten an. In Deutschland startet „Clayface” am 22. Oktober 2026, einen Tag vor dem US-Start.
Damit ist „Clayface” laut The Direct der erste Realfilm aus der Hauptkontinuität von DC, der in Großbritannien die höchste Altersstufe bekommt. In den USA trägt der Film bereits seit September ein R-Rating. Eine Einstufung der FSK für Deutschland ist bislang nicht veröffentlicht.
Härter als „Joker” und „The Suicide Squad”
Wie ungewöhnlich die Freigabe ist, zeigt der Vergleich mit früheren DC-Filmen. Auch „Joker”, „The Suicide Squad”, „Birds of Prey - The Emancipation of Harley Quinn” und „Zack Snyder’s Justice League” liefen in den USA mit R-Rating, in Großbritannien aber jeweils ab 15. Ein DC-Kinofilm mit 18er-Freigabe war dort bisher nur „Watchmen - Die Wächter” von Zack Snyder – eine eigenständige Geschichte außerhalb des großen DC-Kanons.
Im neuen DC-Universum von James Gunn und Peter Safran ist die 18 dagegen nicht neu, nur im Kino. Die Animationsserie „Creature Commandos” und die zweite Staffel von „Peacemaker” hat die BBFC ebenfalls ab 18 eingestuft, „Lanterns” ab 15. Die beiden bisherigen DCU-Kinofilme „Superman” und „Supergirl” sind in Großbritannien ab 12 freigegeben.
Für das Publikum ist die Freigabe vor allem ein Hinweis darauf, was es erwartet: Regisseur James Watkins und Drehbuchautor Mike Flanagan haben „Clayface” als Body-Horror angelegt, nicht als Superheldenfilm mit ein paar harten Szenen. Wie die FSK den Film bewertet, entscheidet sich vor dem Kinostart in der kommenden Woche.
Erste Reaktionen: Was die Premierengäste loben
Schon zuvor war das Social-Media-Embargo zu „Clayface” gefallen. DC Studios hatte am Dienstagabend zur Premiere geladen und zusätzlich mehrere Vorführungen veranstaltet; danach durften die Gäste kurze Eindrücke veröffentlichen. Der Tenor ist nach einer Auswertung von The Hollywood Reporter eindeutig: Genrefans dürften mit dem ersten R-Rated-Horrorfilm des neuen DC-Universums sehr zufrieden sein.
Kein Wort fällt in den Reaktionen so oft wie „brutal”. Mehrere Stimmen beschreiben den Film als kompromisslosen Body-Horror, der nichts zurückhält: drastische Gewalt, Verwandlungen, bei denen man sich im Kinosessel windet, und kaum Humor, der die Härte abfedert. Ein Zuschauer berichtet, sein Saal habe bei einigen Szenen hörbar aufgeschrien. Ein anderer hebt hervor, dass Regisseur James Watkins viel mit praktischen Effekten arbeitet, statt alles dem Computer zu überlassen.
Fast ebenso häufig genannt wird Tom Rhys Harries in der Titelrolle des Matt Hagen. Ihm wird bescheinigt, jungenhaften Charme und leise Bedrohlichkeit zu verbinden; einige Reaktionen sprechen von einer Rolle, die ihn bekannt machen wird. Auch Naomi Ackie wird gelobt. Überrascht zeigen sich mehrere Gäste davon, dass der Film zwischen dem Grauen auch komisch sein soll – und streckenweise an klassische Gothic-Romanzen erinnert.
Ganz einhellig ist das Echo allerdings nicht. Eine Stimme lobt Effekte und Hauptdarsteller, hält die Geschichte und einige eigenwillige Entscheidungen aber für einen seltsamen dritten Beitrag eines DCU, das seine Identität noch suche. Für die Einordnung gilt ohnehin: Erste Social-Media-Reaktionen stammen von geladenen Premierengästen und fallen erfahrungsgemäß freundlicher aus als die eigentlichen Kritiken.
Kritiken ab 21. Oktober, Kinostart am 22. Oktober
Die ausführlichen Rezensionen dürfen laut The Hollywood Reporter erst ab dem 21. Oktober erscheinen – einen Tag vor dem deutschen Kinostart. Bis dahin bleiben die Kurzreaktionen der einzige Hinweis darauf, wie der Film tatsächlich ankommt. In den USA läuft „Clayface” am 23. Oktober an.
Erzählt wird die Ursprungsgeschichte eines der bekanntesten Batman-Schurken. Matt Hagen hat sich vom Straßenkind aus Gotham zum Hollywood-Star hochgearbeitet, bis ihn ein Gangsterboss entstellen lässt. Von seinem Umfeld fallen gelassen, setzt er auf eine experimentelle Behandlung, die ihm sein altes Gesicht zurückgibt – und ihm zugleich den Halt in der Wirklichkeit nimmt. Was folgt, ist ein Rachefeldzug. Das Drehbuch stammt von Mike Flanagan und Hossein Amini, neben Harries und Ackie spielen David Dencik, Max Minghella und Eddie Marsan. Produziert haben unter anderem James Gunn und „The Batman”-Regisseur Matt Reeves.
Warum „Clayface” für das DCU ein Test ist
„Clayface” ist nach „Superman” (2025) und „Supergirl” (2026) erst der dritte Kinofilm des DC Universe von James Gunn und Peter Safran – und der erste, der den hellen Grundton der beiden Vorgänger hinter sich lässt. Gunn hatte das Projekt zuletzt öffentlich gegen die Frage verteidigt, wer überhaupt nach einem Clayface-Film gefragt habe, wie wir berichtet haben. Die ersten Reaktionen sind damit auch eine Antwort auf diese Skepsis.
Zugleich zeigt der Film zum ersten Mal in einem Realfilm das Gotham des neuen Universums. Watkins hat die Stadt als korrupt und verdreckt angelegt, nach dem Vorbild der New Yorker Straßenfotografie. Ob Batman selbst zu sehen ist, ist bislang offen. Tom Rhys Harries sagte im Interview mit ComicBook.com auf die Frage, ob Matt Hagen von Batman weiß: „Wir haben Material … und ich weiß nicht, wie viel ich sagen darf. Aber ja, darüber haben wir ausführlich gesprochen.” Bestätigt ist ein Auftritt damit nicht. Als nächster DCU-Kinofilm folgt 2027 „Man of Tomorrow”.
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Chefredakteur und Gründer von scifiscene.
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