Doctor Who: BBC-Chef nennt komplett KI-generierte Folge „ziemlich gut“
BBC-Generaldirektor Matt Brittin hat eine vollständig KI-generierte Folge von „Doctor Who“ gesehen – und findet sie „ziemlich gut“. Ersetzen werde KI den Menschen aber nicht. Die Serie selbst sucht gerade ein neues Team.
Eine komplette Folge Doctor Who, 50 Minuten lang, erzeugt ausschließlich von einer künstlichen Intelligenz – und der Chef der BBC findet sie „ziemlich gut”. Das hat Generaldirektor Matt Brittin am Dienstag auf der Convention der Royal Television Society in London erzählt, wie Deadline berichtet. Jemand habe ihm die Folge vor Kurzem zugeschickt. Ausgerechnet zu der Serie, für die sein Sender gerade ein neues Produktionsteam sucht, wollte er die KI-Version nicht verreißen.
Auf einen Blick
Was hat Brittin gesagt? Er habe eine vollständig KI-generierte, 50-minütige Doctor-Who-Folge gesehen und finde sie „ziemlich gut”. Menschen werde das aber nicht ersetzen.
Wer hat die Folge gemacht? Das sagte Brittin nicht. Auch ob darin echte Darsteller nachgebildet wurden, blieb offen.
Kommt eine KI-Folge ins Programm? Davon war keine Rede. Die nächste reguläre Staffel soll 2028 oder 2029 laufen.
„Nicht jede Kreativität ist schlecht”
Brittin sprach im Gespräch mit der Moderatorin Kirsty Young über die Frage, was KI für das Fernsehen bedeutet. Inzwischen habe praktisch jeder die Möglichkeit, Inhalte beinahe auf dem Niveau eines Hollywood-Studios herzustellen. Perfekt sei das nicht immer, aber es verändere sich ständig. Dann kam er auf die Folge zu sprechen: „Jemand hat mir neulich eine 50-minütige Folge von Doctor Who geschickt, die von KI erzeugt wurde. Sie ist ziemlich gut.”
Im selben Atemzug schob er eine Einschränkung nach: „Sie wird keine Menschen ersetzen, dazu kommen wir noch.” Sein Fazit lautete: „Jeder ist ein Kreativer. Nicht jede Kreativität ist schlecht.” Um was für eine Folge es sich genau handelt, ob sie mit bekannten Gesichtern aus der Serie arbeitet oder ganz neue Figuren erfindet und wer dahintersteht, ließ Brittin offen.
Ein Google-Mann an der Spitze der BBC
Dass gerade Brittin so gelassen auf das Experiment reagiert, überrascht wenig. Er ist erst seit diesem Jahr Generaldirektor der BBC und kam nach 18 Jahren bei Google, wo er zuletzt das Geschäft in Europa, dem Nahen Osten und Afrika leitete. Nach eigener Aussage hatte er das Angebot zunächst abgelehnt, weil er weder Programmmacher noch Journalist sei. Wenige Tage vor der Convention hatte er bereits erklärt, er würde eine Sendung zulassen, die von einer KI gemacht und präsentiert wird – innerhalb klarer Leitplanken.
Mit dieser Haltung stand er in London nicht allein. KI war das beherrschende Thema der Branchenkonferenz, die in diesem Jahr von Amazon ausgerichtet wird. Kelly Day, internationale Chefin von Prime Video, hatte die Convention mit dem Appell eröffnet, die Technik anzunehmen: KI ersetze die Vorstellungskraft nicht, sie verstärke sie. Zugleich fällt Brittins Auftritt in eine schwierige Zeit für den Sender, der 500 Millionen Pfund einsparen muss. Hunderte Stellen fallen weg, und die Schließung linearer Kanäle wie BBC Three gilt als möglich.
Was das für Doctor Who bedeutet
Für die Serie selbst kommt die Bemerkung zu einem heiklen Zeitpunkt. Russell T Davies und die Produktionsfirma Bad Wolf sind ausgestiegen, der Koproduktionsvertrag mit Disney ist ausgelaufen, und Ncuti Gatwa kehrt nicht als Doctor zurück. Die BBC sucht deshalb per Ausschreibung ein neues Produktionsteam. Erste Vorschläge müssen bis zum 2. Oktober eingereicht werden, vergeben werden soll der Auftrag im März 2027. Die nächste Staffel ist für 2028 oder 2029 vorgesehen.
Ein Hinweis darauf, dass die BBC die Serie selbst mit KI herstellen will, steckt in Brittins Worten nicht – er sprach von einer Folge, die ihm von außen zugeschickt wurde. Sämtliche Rechte an der Serie liegen ohnehin bei der BBC; auch das künftige Produktionsteam stellt die Folgen nur im Auftrag des Senders her. Wer den nächsten Doctor spielt und wo die Serie in Deutschland künftig zu sehen ist, steht weiterhin nicht fest; die bisherigen Staffeln liefen hierzulande bei Disney+.
Nein. BBC-Generaldirektor Matt Brittin sagte auf der Convention der Royal Television Society, ihm habe jemand eine vollständig KI-generierte, 50-minütige Folge geschickt. Wer sie gemacht hat, nannte er nicht.
Die BBC plant eine neue Staffel für 2028 oder 2029. Das Produktionsteam wird per Ausschreibung gesucht, der Auftrag soll im März 2027 vergeben werden.