Amenhotep (Khufor): Marvels Vampir-Pharao und Rama-Tuts erstes Opfer
Ein Pharao, den ein Zeitreisender stürzte und in einen Vampir verwandelte: Wer Khufor alias Amenhotep in den Marvel-Comics ist, warum es zwei Erstauftritte gibt und was ihn mit Rama-Tut und Apocalypse verbindet.
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Wer nach Amenhotep bei Marvel sucht, stolpert sofort über widersprüchliche Angaben: Mal soll die Figur 1940 zum ersten Mal aufgetaucht sein, mal 1974. Beides stimmt – nur nicht für dieselbe Fassung der Figur. Hier steht, wie die Angaben zusammengehören und was der Pharao mit Kang dem Eroberer und mit Apocalypse zu tun hat.
Amenhotep ist der Herrschername des Pharaos Khufor, der in den Marvel-Comics im 30. Jahrhundert v. Chr. über das alte Ägypten regierte. Ein Zeitreisender entmachtete ihn, machte ihn zu einem Vampir und sperrte ihn in einer Pyramide ein. Interessant ist Amenhotep vor allem durch das, was um ihn herum geschieht: Sein Bezwinger Rama-Tut wird später zu Kang dem Eroberer, und sein Sohn Ozymandias tritt irgendwann in den Dienst von Apocalypse.
Auf einen Blick
Wer ist Amenhotep? Ein Pharao aus den Marvel-Comics, bürgerlich Khufor, den der Zeitreisende Rama-Tut stürzte und in einen Vampir verwandelte.
Zwei Erstauftritte: als Pharao Khufor in Daring Mystery Comics #6 (September 1940), als Vampir Amenhotep in Avengers #129 (November 1974).
Familie: Sohn Ozymandias, der später Apocalypse dient, und Tochter Nephri.
Kräfte: Vampirkräfte mit gesteigerter Stärke, Schnelligkeit und Widerstandsfähigkeit, dazu Flügel aus der Schulterblattregion.
Schwäche: Sonnenlicht – daran ist Amenhotep auch gestorben.
Nicht zu verwechseln mit: Marvels Akhenaten (Amenhotep IV.) und den historischen Pharaonen dieses Namens.
Zwei Erstauftritte: warum 1940 und 1974 beide stimmen
Die Figur hat zwei Startpunkte, und daher kommen die widersprüchlichen Angaben. 1940 zeichnete Steve Dahlman für Daring Mystery Comics #6 eine Geschichte um den Abenteurer Dynaman, in der ein ägyptischer Pharao namens Khufor vorkommt. Von einem Vampir ist dort noch keine Rede.
Erst 34 Jahre später griff Steve Englehart die Figur in Avengers #129 vom November 1974 wieder auf – diesmal als untotes Wesen in der Pyramide von Rama-Tut und unter dem Namen Amenhotep. Gezeichnet wurde die Ausgabe von Sal Buscema und Joe Staton.
Wer also nach dem Erstauftritt fragt, muss dazusagen, welche Fassung gemeint ist: Khufor der Pharao 1940, Amenhotep der Vampir 1974. Marvels Handbuch führt beide Daten getrennt auf, viele Kurzprofile nennen dagegen nur eines von beiden – daraus entsteht die Verwirrung.
Die Geschichte von Khufor und Amenhotep
Khufor regierte im 30. Jahrhundert v. Chr. über das alte Ägypten. Während seiner Herrschaft fiel der Stamm der Gurban unter Ribur in sein Reich ein – Krieger von rund drei Metern Größe aus dem oberen Niltal, die Geschosswerfer einsetzten und ein Gefolge aus Krokodilen, Schlangen und Löwen mitführten. Der Abenteurer Dynaman (Lagaro) schlug die Angreifer im Alleingang zurück und besiegte Ribur im Zweikampf. Khufor und seine Untertanen ehrten ihn dafür, bevor Dynaman weiterzog.
Mit seiner Frau hatte Khufor zwei Kinder: den Sohn Ozymandias und die Tochter Nephri. Ozymandias wird in den Comics später zum Diener von Apocalypse – die Brücke zwischen diesem ägyptischen Pharao und der X-Men-Mythologie läuft also über den Sohn, nicht über Khufor selbst.
Gestürzt wurde Khufor von Nathaniel Richards, einem Zeitreisenden, der mit Technik aus dem 31. Jahrhundert nach Ägypten kam und sich dort als Rama-Tut auf den Thron setzte. Derselbe Nathaniel Richards wird in anderen Zeitlinien zu Kang dem Eroberer. Rama-Tut täuschte Khufors Tod vor, zwang ihn, den Nektar der Untoten zu trinken, und schloss den so entstandenen Vampir in seiner Pyramide ein. Khufors Kinder wurden Untertanen des neuen Pharaos.
Rund 5.000 Jahre später drang der Swordsman (Jacques DuQuesne) in diese Pyramide ein und wurde von dem Vampir angegriffen. Er rammte ihm eine Klinge durch den Hals, ohne Wirkung. Gerettet wurde er erst, als eine Abteilung ägyptischer Soldaten die Pyramide betrat: Amenhotep wandte sich ihnen zu, und Swordsman nutzte die Ablenkung zur Flucht. Nach dem Kampf flog Amenhotep unbeabsichtigt aus der Pyramide ins Tageslicht und zerfiel.
Kräfte und Schwächen
Amenhotep besaß die üblichen Vampirkräfte: gesteigerte Stärke, Schnelligkeit und Widerstandsfähigkeit. Dazu kamen Flügel, die unabhängig von den Armen aus der Schulterblattregion wuchsen und ihn fliegen ließen. Ungewöhnlich ist seine Ausdauer – er überstand mehr als 5.000 Jahre ohne Blut, was Marvels Handbuch selbst als erklärungsbedürftig vermerkt.
Der Preis dafür: Sprechen konnte Amenhotep nicht mehr, ihm blieb nur ein lautes Zischen. Und die Schwäche war die jedes Vampirs – direktes Sonnenlicht. Genau daran ist er am Ende gestorben. Wie Vampirismus im Marvel-Universum sonst funktioniert, zeigt sich am ausführlichsten rund um Blade; die folkloristischen Grundlagen dahinter stehen bei den Dhampiren.
Die Legion der Untoten: der Auftritt, der keiner war
Amenhotep taucht 1992 in Avengers #353 und #354 noch einmal auf – aber nicht als er selbst. Der Sensenmann (Eric Williams) formte aus dem Opfer eines Flugzeugabsturzes ein Abbild des Pharaos und stellte es in seine Legion der Untoten, um sich an den Avengers zu rächen. Es handelt sich also um ein Duplikat und nicht um einen wiedererweckten Khufor – ein Unterschied, den viele Zusammenfassungen verschlucken.
Das Abbild kämpfte gegen Black Knight, Crystal, Hercules, Sersi und Vision. Als Vision den Sensenmann daran erinnerte, dass ihn nicht die Avengers getötet hatten, sondern er selbst Hand an sich gelegt hatte, verlor der Sensenmann die Kontrolle über die Legion. Bevor sich seine eigenen Untoten an ihm rächen konnten, verschlang ihn der Dämon Lloigoroth – und zog das Amenhotep-Abbild mit sich fort.
Drei Amenhoteps, die nichts miteinander zu tun haben
Der Name führt regelmäßig in die Irre, deshalb die Abgrenzung in einem Block:
Amenhotep (Khufor) ist die Figur dieser Seite: Marvel-Pharao des 30. Jahrhunderts v. Chr., später Vampir, Vater von Ozymandias und Nephri.
Amenhotep IV. alias Akhenaten ist eine eigene Marvel-Figur, die in Incredible Hulk #457 kurzzeitig über das Marvel-Universum herrscht. Marvels Handbuch führt ausdrücklich keine Verbindung zwischen den beiden.
Die historischen Amenhoteps regierten in der 18. Dynastie und damit rund anderthalb Jahrtausende nach der Zeit, in der Marvel seinen Khufor ansiedelt. Der Name ist hier Kolorit, kein Geschichtsbezug.
Dieselbe Falle gibt es beim Sohn: Ozymandias heißt bei Marvel der Diener von Apocalypse – die meisten Suchanfragen zu diesem Namen zielen aber auf Adrian Veidt aus „Watchmen - Die Wächter”, eine Figur von DC. Eine Übersicht über die Marvel-Figuren und ihre Zugehörigkeiten findest du auf unserer Seite zu den Marvel-Figuren.
Amenhotep ist der Herrschername des Marvel-Pharaos Khufor, der im 30. Jahrhundert v. Chr. über Ägypten regierte. Der Zeitreisende Rama-Tut stürzte ihn, verwandelte ihn mit dem Nektar der Untoten in einen Vampir und sperrte ihn in einer Pyramide ein.
Es gibt zwei Daten, und beide sind richtig. Als Pharao Khufor erschien die Figur erstmals in Daring Mystery Comics #6 vom September 1940. Als Vampir unter dem Namen Amenhotep tauchte sie erst in Avengers #129 vom November 1974 auf.
Nathaniel Richards, ein Zeitreisender, der in Ägypten als Pharao Rama-Tut herrschte. Er täuschte Khufors Tod vor und zwang ihn, den Nektar der Untoten zu trinken. Derselbe Nathaniel Richards wird in anderen Zeitlinien zu Kang dem Eroberer.
In Avengers #129 zerfällt er im Tageslicht. Ein Abbild von ihm kämpfte 1992 in der Legion der Untoten mit, das war aber nicht die Figur selbst. Später erfüllte sich in der Blade-Reihe eine Prophezeiung, die alle jemals gestorbenen Vampire zurückbrachte – ob Amenhotep dazugehört, hat Marvel bisher nicht gezeigt.
Über seinen Sohn. Ozymandias, das Kind des Pharaos, tritt in den Comics später in den Dienst von Apocalypse. Amenhotep selbst hat mit Apocalypse nichts zu tun.
Nein. Die Figur existiert bislang nur in den Comics und hatte weder in einem Marvel-Film noch in einer Disney+-Serie einen Auftritt.
Chefredakteur und Gründer von scifiscene.
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