Harry Potter-Serie: Hans Zimmer will so weit weg wie möglich von John Williams
Hans Zimmer vertont die Harry-Potter-Serie von HBO – und kündigt an, sich vom Stil John Williams’ bewusst fernzuhalten. Dass er dessen Erbe schon einmal übernommen hat, kostete ihn damals drei Monate.
Die Trailer zur Harry-Potter-Serie von HBO sehen den Kinofilmen bewusst ähnlich. Die Musik wird es nicht. Hans Zimmer, der die Serie vertont, hat jetzt erklärt, wie er mit dem Erbe von John Williams umgeht – und die Antwort lautet: so weit weg wie möglich.
Gefragt, ob seine Musik der von Williams ähneln werde, verwies Zimmer in einem Interview auf eine Erfahrung, die er schon einmal gemacht hat. Sein Satz dazu fällt ungewöhnlich schroff für einen Komponisten, der selbst zu den bekanntesten seines Fachs gehört.
Ich kann nicht wie John Williams schreiben. Aber selbst wenn ich es könnte, würde ich versuchen, so weit wegzubleiben wie möglich – und etwas Eigenes zu machen.
Zimmer hat Williams schon einmal beerbt – und drei Monate gebraucht
Die Erfahrung, auf die er sich bezieht, ist „Man of Steel” von 2013. Auch dort trat Zimmer in ein besetztes Feld: Williams hatte 1978 den Superman-Marsch geschrieben, eines der bekanntesten Filmthemen überhaupt, und 1980 die Fortsetzung vertont. Zimmer beschreibt, dass er danach drei Monate lang blockiert war und sich immer wieder selbst gesagt habe, er könne das nicht, weil es eben Williams sei.
Gelöst habe das am Ende Regisseur Zack Snyder – auf Druck des Produzenten Christopher Nolan, der ihn drängte, sich den Stand der Arbeit anzusehen. Snyder kündigte kurzerhand einen Besuch an, obwohl Zimmer nach eigener Auskunft noch nichts hatte. Unter diesem Zeitdruck entstand die erste Melodie. Der befreiende Moment sei dann ein Satz von Snyder gewesen, den Zimmer bis heute zitiert: Es sei doch bloß ein Film.
Was Williams für Harry Potter geschrieben hat
Williams war für die ersten drei Harry-Potter-Filme verantwortlich, die zwischen 2001 und 2004 in die Kinos kamen. Von ihm stammt „Hedwigs Thema” – das Motiv mit der Celesta, das seither von jedem Nachfolger aufgegriffen wurde und bis heute als musikalische Signatur der ganzen Reihe gilt. Nach Williams übernahmen Patrick Doyle, Nicholas Hooper und Alexandre Desplat, aber keiner von ihnen kam ohne dieses Thema aus.
Genau daran hängt die eigentliche Frage an Zimmer: Ob die Serie auf „Hedwigs Thema” verzichtet oder es in eigener Fassung übernimmt, hat er offengelassen. Seine Aussage bezieht sich auf den Stil, nicht auf einzelne Motive. Für die Serie hieße ein vollständiger Verzicht allerdings, das wiedererkennbarste Element der Marke wegzulassen – und ein offenes Zitat wäre das Gegenteil dessen, was Zimmer angekündigt hat.
Serienstart an Weihnachten
Die erste Staffel startet am 25. Dezember 2026 bei HBO und HBO Max. Erzählt wird die Buchreihe von vorn, mit einer Staffel pro Band; gedreht wird bereits an der zweiten. Dominic McLaughlin spielt Harry, Arabella Stanton Hermine, Alastair Stout Ron, dazu kommen John Lithgow als Dumbledore, Paapa Essiedu als Snape und Janet McTeer als McGonagall.
Für Zimmer ist es das nächste Großprojekt in einer Reihe von Franchise-Arbeiten: Er hat die Dune-Filme von Denis Villeneuve vertont, dafür zwei Oscars gewonnen, und steht auch bei Zack Snyders geplantem Remake von „Die Klapperschlange” als Komponist fest. Welche Filme und Serien der Wizarding World in welcher Reihenfolge zusammengehören, steht in unserer Übersicht zur Wizarding World.
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