Catwoman: Selina Kyle, ihre Fähigkeiten und alle Darstellerinnen
Catwoman ist Gothams Meisterdiebin – ohne Superkräfte, ohne feste Seite. Wer Selina Kyle ist, was sie kann, wer sie gespielt hat und warum der Kinofilm von 2004 nicht dazugehört.
Catwoman ist die bekannteste Diebin des DC-Universums und die einzige Figur aus Batmans Umfeld, die seit über 85 Jahren zwischen Gegnerin, Verbündeter und Geliebter wechselt, ohne sich je festzulegen. Bürgerlich heißt sie Selina Kyle – mit einer Ausnahme, die bis heute für Verwirrung sorgt: Der Kinofilm „Catwoman” mit Halle Berry hat mit ihr nichts zu tun.
Hier steht, wer Selina Kyle ist, was sie kann, welche Darstellerinnen sie über die Jahrzehnte gespielt haben und wie ihr Stand heute aussieht – zwischen Matt Reeves' Gotham, den gestrichenen Serienplänen und den laufenden Comics.
Auf einen Blick
Wer ist Catwoman? Selina Kyle, Meisterdiebin aus Gotham City – je nach Geschichte Batmans Gegenspielerin, Partnerin oder beides.
Erster Auftritt: Batman #1 im Frühjahr 1940, damals nur als „The Cat”, geschaffen von Bill Finger und Bob Kane.
Hat sie Superkräfte? Nein. Sie ist eine austrainierte Akrobatin und Kampfkünstlerin – ihre Ausrüstung ersetzt jede Metakraft.
Aktuelle Darstellerin: Zoë Kravitz in „The Batman”. Ob sie in The Batman: Part II zurückkehrt, ist nicht bestätigt.
Teams: Gotham City Sirens mit Harley Quinn und Poison Ivy, zeitweise auch die Birds of Prey.
Achtung: Der Film Catwoman von 2004 zeigt nicht Selina Kyle, sondern eine eigens erfundene Figur namens Patience Phillips.
Wer ist Selina Kyle?
Selina Kyle wächst in den ärmsten Vierteln Gothams auf und lernt das Stehlen, bevor sie etwas anderes lernt. Aus der Straßendiebin wird eine Meisterdiebin, die sich auf Juwelen, Kunst und alles spezialisiert, was gut bewacht ist – wobei das Bewachtsein oft der eigentliche Reiz ist. Ihr Revier ist der East End, das Viertel, das Batman in seinen frühen Jahren praktisch übersieht.
Dass sie über Jahrzehnte hält, liegt an einer Eigenschaft, die im Superhelden-Genre selten ist: Sie ist weder gut noch böse, sondern konsequent eigennützig – mit einem Kodex, der Kinder, Tiere und die Bewohner ihres Viertels ausschließt. Genau deshalb kann dieselbe Figur in einer Reihe die Antagonistin sein und in der nächsten an Batmans Seite kämpfen, ohne dass es nach Widerspruch aussieht.
Ihr Debüt liegt weit vor allem, was heute als Batman-Kanon gilt: In Batman #1 vom Frühjahr 1940 tritt sie als „The Cat” auf, eine als Passagierin getarnte Juwelendiebin auf einer Yacht. Weder Kostüm noch Doppelidentität sind zu diesem Zeitpunkt festgelegt; der Name Catwoman kommt erst in Heft #2, der bürgerliche Name Selina Kyle noch später dazu. Im selben Heft debütiert übrigens auch der Joker.
Catwoman: Fähigkeiten und Ausrüstung
Catwoman hat keine Superkräfte. Was sie kann, ist erarbeitet: Sie ist eine erstklassige Akrobatin und Turnerin, beherrscht mehrere Kampfstile, bewegt sich lautlos und gehört zu den besten Einbrecherinnen des DC-Universums – Schlösser, Alarmanlagen und Safes sind für sie Handwerk, nicht Hindernis.
Ihre wichtigste Waffe ist die Peitsche, die sie zugleich als Fortbewegungsmittel einsetzt. Dazu kommen Krallen an den Handschuhen, die Griff an Fassaden geben und im Nahkampf mehr anrichten als ein Messer, ein Nachtsichtvisier und eine Reihe von Werkzeugen für Einbrüche. Der Anzug selbst ist stichfest und leise.
Der Vergleich mit Batman fällt interessanter aus, als er klingt: Beide sind Menschen ohne Kräfte, beide arbeiten nachts, beide setzen auf Ausrüstung. Der Unterschied ist das Ziel. Batman will Gotham reparieren, Selina Kyle will es überleben – und nimmt sich, was sie dafür braucht.
Catwoman und Batman: die längste Beziehung im DC-Universum
Die Anziehung zwischen Selina Kyle und Bruce Wayne ist so alt wie die Figur selbst und der Motor der meisten ihrer Geschichten. Sie funktioniert, weil beide dasselbe Geheimnis teilen: eine zweite Identität, die mehr Wahrheit enthält als die erste. Und sie scheitert regelmäßig, weil Batman eine Grenze zieht, die Catwoman nicht anerkennt.
Marker dieser Beziehung sind die Comic-Hochzeit, die in letzter Sekunde platzt, und die Gegenentwürfe in den alternativen Reihen, in denen die beiden ein Kind haben. Auf der Leinwand trägt Batmans Rückkehr (1992) die dunkelste Fassung dieser Dynamik, The Dark Knight Rises (2012) die versöhnlichste – dort verlässt Selina Kyle Gotham gemeinsam mit Bruce Wayne. Mehr zur Einordnung der Filme steht in unserer Übersicht aller Batman-Filme.
Catwoman in den Batman-Filmen
Die Figur ist seit 1966 durchgehend besetzt worden, in fast jeder Batman-Inkarnation neu. Michelle Pfeiffer spielt sie 1992 in Batmans Rückkehr als Sekretärin, die nach einem Mordanschlag als Catwoman zurückkommt – bis heute die stilprägende Fassung. Anne Hathaway gibt ihr 2012 in The Dark Knight Rises eine kühlere, pragmatischere Note als Diebin, die sich erst spät auf Batmans Seite schlägt.
Zoë Kravitz spielt Selina Kyle 2022 in „The Batman” als junge Frau aus dem East End, deren Motiv persönlich ist und die dem Film seinen zweiten Handlungsstrang gibt. Ob sie in The Batman: Part II zurückkehrt, ist offen: Der Film dreht seit 2026 und startet am 18. Februar 2028 in den USA, am 17. Februar 2028 in Deutschland. Bestätigt sind unter anderem Robert Pattinson, Scarlett Johansson, Sebastian Stan, Brian Tyree Henry, Charles Dance und Barry Keoghan – eine Zusage von Kravitz ist bislang nicht darunter.
| Jahr | Darstellerin | Produktion |
|---|---|---|
| 1966–1967 | Julie Newmar | Batman (TV-Serie, Staffeln 1 und 2) |
| 1966 | Lee Meriwether | Batman hält die Welt in Atem (Kinofilm) |
| 1967–1968 | Eartha Kitt | Batman (TV-Serie, Staffel 3) |
| 1992 | Michelle Pfeiffer | Batmans Rückkehr |
| 2004 | Halle Berry | Catwoman (als Patience Phillips) |
| 2012 | Anne Hathaway | The Dark Knight Rises |
| 2014–2019 | Camren Bicondova | Gotham (junge Selina Kyle) |
| 2019 | Lili Simmons | Gotham (erwachsene Selina Kyle im Finale) |
| 2022 | Zoë Kravitz | The Batman |
Der Catwoman-Film von 2004 – und warum er nicht zählt
2004 bekam Catwoman ihren eigenen Kinofilm, mit Halle Berry in der Hauptrolle, kurz nach deren Oscar für Monster's Ball. Der Haken: Die Hauptfigur heißt nicht Selina Kyle, sondern Patience Phillips, eine Grafikerin, die von einer ägyptischen Katze wiederbelebt wird. Weder Gotham noch Batman noch irgendein Teil der Comic-Vorlage kommen vor; die einzige Verbindung ist ein Foto von Michelle Pfeiffers Catwoman, das als Anspielung im Bild hängt.
Der Film fiel an den Kinokassen durch und gilt bis heute als eine der bekanntesten Fehlzündungen des Genres. Halle Berry nahm die Goldene Himbeere als schlechteste Hauptdarstellerin persönlich entgegen – mit ihrem Oscar in der Hand und einer Dankesrede, die berühmter wurde als der Film. Für die Figur hat das eine unangenehme Nebenwirkung: Wer heute nach Catwoman sucht, landet regelmäßig bei einem Film, in dem Selina Kyle nicht vorkommt.
Catwoman in Serien, Zeichentrick und Spielen
Im Fernsehen beginnt die Figur 1966 mit Julie Newmar in der Batman-Serie; Eartha Kitt übernimmt die Rolle für die dritte Staffel, Lee Meriwether spielt sie im dazugehörigen Kinofilm. In Gotham (2014 bis 2019) erzählt die Serie die Jugend der Figur – Camren Bicondova spielt die junge Selina über fünf Staffeln, im Finale übernimmt Lili Simmons die erwachsene Fassung. Dazu kommen die Zeichentrickfassungen von Batman: The Animated Series bis Batman: Caped Crusader.
In Videospielen gehört sie zum festen Bestand der Batman-Arkham-Reihe, in der sie in mehreren Teilen spielbar ist. Eine eigene Realserie war zuletzt geplant, kam aber nicht zustande: Warner Bros. Discovery lehnte im August 2026 zwei vorgelegte Serienideen ab – eine zu Catwoman und eine zu Poison Ivy. Ob sie im DCU oder in Matt Reeves' getrennter Batman-Welt gespielt hätten, wurde nicht mitgeteilt.
Gotham City Sirens, Birds of Prey und die Comics heute
Anders als viele Schurkinnen ist Catwoman teamfähig. Am bekanntesten sind die Gotham City Sirens mit Harley Quinn und Poison Ivy – drei Figuren, die sich gegenseitig weder erziehen noch verraten wollen und deshalb erstaunlich gut miteinander auskommen. Zeitweise gehört sie auch den Birds of Prey an, dem Frauenteam um Oracle und Black Canary.
In den Comics führt DC sie seit Jahrzehnten in einer eigenen Reihe, mit Schwerpunkt auf dem East End und auf dem Spannungsfeld zwischen Diebstahl und Verantwortung – mal als Beschützerin ihres Viertels, mal als Führungsfigur der Gothamer Unterwelt. Weitere Porträts starker DC-Figuren stehen in unserer Übersicht der DC-Superheldinnen.
Selina Kyle. Der Name kam allerdings nicht sofort: In ihrem ersten Auftritt 1940 heißt die Figur nur „The Cat“, der Codename Catwoman folgte in Batman #2, die bürgerliche Identität erst danach.
Nein. Selina Kyle ist ein Mensch ohne Metakräfte. Ihre Stärke sind Akrobatik, Kampftraining, Diebeshandwerk und ihre Ausrüstung – Peitsche, Krallenhandschuhe, Nachtsichtvisier und ein stichfester Anzug.
Julie Newmar, Lee Meriwether und Eartha Kitt in den Sechzigern, Michelle Pfeiffer 1992, Halle Berry 2004 (als eigene Figur), Anne Hathaway 2012, Camren Bicondova und Lili Simmons in Gotham sowie Zoë Kravitz seit 2022.
Weder noch – und das ist der Punkt der Figur. Sie handelt eigennützig, hält sich aber an einen eigenen Kodex und stellt sich regelmäßig auf Batmans Seite, wenn Gotham oder ihr Viertel bedroht sind. In den Comics gilt sie meist als Antiheldin.
Nein. Im Kinofilm Catwoman von 2004 heißt ihre Figur Patience Phillips und hat mit Selina Kyle, Batman und Gotham nichts zu tun. Der Film ist eine eigenständige Erfindung und gilt als einer der größten Misserfolge des Superheldenkinos.
Das ist nicht bestätigt. Eine Zusage von Zoë Kravitz für die Fortsetzung liegt bislang nicht vor, während andere Besetzungen bereits feststehen. Der Film startet am 18. Februar 2028 in den USA und einen Tag früher in Deutschland.
Je nach Reihe. Die Anziehung zwischen Selina Kyle und Bruce Wayne zieht sich durch die gesamte Geschichte der Figuren, eine dauerhafte Beziehung entsteht daraus aber selten – die geplante Comic-Hochzeit platzte, und in mehreren Verfilmungen trennen sich ihre Wege am Ende wieder.