Tomb Raider: Amazons Serie mit Sophie Turner verstieß gegen britisches Arbeitsschutzrecht

Tomb Raider: Amazons Serie mit Sophie Turner verstieß gegen britisches Arbeitsschutzrecht Amazon
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Die britische Aufsichtsbehörde HSE hat die Dreharbeiten zur Prime-Video-Serie beanstandet: Beim Spritzen von Isocyanat-Lacken fehlte die vorgeschriebene Kontrolle der Schutzmaßnahmen.

Die neue Tomb Raider-Serie von Amazon MGM Studios hat bei den Dreharbeiten in Großbritannien gegen Arbeitsschutzrecht verstoßen. Das geht aus einer bislang unveröffentlichten Entscheidung der britischen Aufsichtsbehörde Health and Safety Executive (HSE) hervor, über die Deadline exklusiv berichtet.

Betroffen ist die Produktionsgesellschaft Project Temple Productions Ltd, über die Amazon die Serie mit Sophie Turner als Lara Croft abwickelt. Gedreht wurde in den Shinfield Studios westlich von London. Amazon MGM Studios wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Was die Aufsichtsbehörde beanstandet hat

Der Vorwurf betrifft den Umgang mit Isocyanat-Lacken, wie sie im Kulissenbau üblich sind. Beim Sprühen entsteht ein feiner Nebel, der bis zu 20 Minuten in der Luft hängen bleibt und als eine der häufigsten Ursachen für Berufsasthma gilt. Vorgeschrieben sind deshalb Schutzausrüstung, bekannte Abklingzeiten für den jeweiligen Raum und ein sogenanntes biologisches Monitoring, mit dem sich prüfen lässt, ob die Schutzmaßnahmen tatsächlich greifen.

Genau dieses Monitoring hat die Produktion laut HSE nicht sichergestellt. Damit verstieß sie gegen den Health and Safety at Work Act von 1974 und gegen die COSHH-Verordnung von 2002. Die Behörde stellte im April eine Aufforderung zur Mängelbeseitigung zu, eine sogenannte improvement notice; nach Angaben des HSE hatte die Produktionsgesellschaft die Vorgaben innerhalb eines Monats erfüllt.

Bemerkenswert ist vor allem die Seltenheit des Vorgangs. Nach den Deadline vorliegenden Zahlen hat die Behörde in den vergangenen vier Jahren nur vier Film- und Fernsehproduktionen überhaupt beanstandet. Tomb Raider ist davon die mit Abstand prominenteste.

Ein Dreh, der nicht rund lief

Es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Produktion. Sophie Turner zog sich während der Dreharbeiten eine leichte Verletzung zu, woraufhin der Dreh rund zwei Wochen ruhte, damit die Darstellerin sich erholen konnte. Für eine Serie, die ihre Hauptfigur über weite Strecken selbst klettern, springen und kämpfen lässt, ist das ein überschaubarer, aber teurer Ausfall.

Begonnen hatte die Produktion im Januar 2026. Amazon MGM Studios begleitete den Drehstart damals mit dem ersten offiziellen Bild von Turner als Lara Croft. Seither war es um den Stand der Serie auffallend still — die Meldung über den HSE-Bescheid ist die erste substanzielle Nachricht vom Set seit Monaten.

Worum es in der Serie geht

Die Serie ist ein kompletter Neustart und hängt weder an den Filmen mit Angelina Jolie noch an „Tomb Raider” mit Alicia Vikander. Geschrieben hat sie Phoebe Waller-Bridge, bekannt als Erfinderin der Serie Fleabag; sie fungiert zugleich als Executive Producer und teilt sich die Showrunner-Rolle mit Chad Hodge. Regie führt Jonathan Van Tulleken, der ebenfalls als Executive Producer gelistet ist.

Neben Turner steht ein ungewöhnlich dicht besetztes Ensemble vor der Kamera: Sigourney Weaver, Jason Isaacs, Martin Bobb-Semple, Jack Bannon, John Heffernan, Bill Paterson, Paterson Joseph, Sasha Luss, Juliette Motamed, Celia Imrie und August Wittgenstein. Produziert wird die Serie von Amazon MGM Studios gemeinsam mit dem Spieleentwickler Crystal Dynamics und Legendary Television.

Wann Tomb Raider bei Prime Video startet

Einen Starttermin gibt es bislang nicht. Angesetzt sind sechs Folgen, angekündigt ist der Start für 2027. Ein gesonderter deutscher Termin dürfte entfallen: Prime Video schaltet seine Eigenproduktionen in aller Regel weltweit am selben Tag frei.

Wie sich die Serie zu den bisherigen Kinoversionen der Figur verhält, ordnet unsere Übersicht zur Tomb-Raider-Reihenfolge ein. Dass Amazon den Stoff als Serie statt als Film neu aufsetzt, folgt einem Muster: Spiele-Adaptionen laufen im Streaming derzeit deutlich zuverlässiger als im Kino.

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