Gericht stoppt Warner Bros. Paramount Fusion – 110-Milliarden-Deal für 14 Tage auf Eis
Kurz vor dem geplanten Abschluss zieht ein US-Bundesgericht die Notbremse: Die Mega-Fusion von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery ist vorerst gestoppt – auf Klage von zwölf Bundesstaaten.
Paukenschlag im Übernahmepoker um Hollywood: Ein US-Bundesgericht hat die geplante Mega-Fusion von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery vorerst gestoppt. Bundesrichterin Araceli Martínez-Olguín aus Oakland erließ am Montag eine einstweilige Verfügung, die den rund 110 Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss für zunächst 14 Tage auf Eis legt. Ausgelöst hat den Stopp eine Kartellklage von zwölf US-Bundesstaaten, angeführt vom kalifornischen Generalstaatsanwalt Rob Bonta.
Was die Richterin entschieden hat
Nach Auffassung des Gerichts hätte der fusionierte Konzern eine „erhebliche Marktmacht” im Verleih von Kinofilmen mit breitem Start. Allein aufgrund dieses gebündelten Marktanteils, so die Richterin, lasse sich vermuten, dass die Fusion wahrscheinlich gegen das Kartellrecht verstoße. Paramount habe im Verfahren keine überzeugenden Gegenbeweise vorgelegt.
Die Verfügung untersagt beiden Konzernen ausdrücklich, den Deal abzuschließen oder auch nur Schritte zur Zusammenlegung ihrer Geschäfte einzuleiten. Eine einstweilige Verfügung soll den Status quo sichern, während das Gericht die eigentliche Sache prüft. Das öffentliche Interesse an einer funktionierenden Kartellaufsicht, schrieb Martínez-Olguín, wiege dabei besonders schwer.
Wie es juristisch weitergeht
Der Stopp gilt zunächst für 14 Tage, kann aber auf bis zu 28 Tage verlängert werden. Für den 3. August ist eine Anhörung angesetzt, bei der über eine weitergehende einstweilige Verfügung entschieden wird – diese könnte den Zusammenschluss über Monate blockieren. Bis dahin muss Paramount bis zum 27. Juli seine Gegenschrift einreichen, die Bundesstaaten dürfen bis zum 30. Juli antworten.
Brisant ist das Timing: Die Kläger hatten auf eine schnelle Entscheidung gedrängt, weil Paramount nicht garantieren wollte, den Deal nach dem 22. Juli nicht doch zu vollziehen. Um diesen Termin herum wird auch eine Entscheidung der EU-Kommission zur Übernahme erwartet. Ursprünglich wollten die Unternehmen die Transaktion bis Ende September abschließen.
Was das für DC, Star Trek und die Fans bedeutet
Für Genre-Fans ist der Deal mehr als eine Bilanzfrage. Warner Bros. Discovery kontrolliert DC mit Batman, Superman und dem von James Gunn neu aufgestellten DC-Universum, dazu HBO-Schwergewichte wie House of the Dragon und die Herr-der-Ringe-Rechte im Filmbereich. Paramount wiederum ist die Heimat von Star Trek. Eine Fusion würde zwei der prägendsten Science-Fiction- und Fantasy-Schmieden unter einem Dach vereinen.
Genau das macht den Ausgang des Verfahrens für Zuschauer relevant. Ein Zusammenschluss könnte Budgets, Kinostarts und Streaming-Strategien beider Universen neu ordnen – oder einzelne Projekte ausbremsen, wenn Sparzwänge greifen. Vorerst aber bleibt alles offen: Bis das Gericht entschieden hat, liegt der größte Medien-Deal der jüngeren Vergangenheit auf Eis. Wir halten dich auf dem Laufenden.
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