Brian Duffield stellt klar: Er schreibt und inszeniert keinen neuen „Alien“-Film
Brian Duffield galt als Autor und Regisseur eines neuen Alien-Films. Jetzt widerspricht er: Er habe über Weihnachten nur kurz an einem Drehbuch mitgeholfen. Ridley Scott plant derweil weiter sein drittes Prequel um Fassbenders David.
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Brian Duffield schreibt und inszeniert keinen neuen Alien-Film. Das hat der Regisseur im Gespräch mit TheWrap klargestellt, das am Mittwoch anlässlich seines Survival-Thrillers „Whalefall” erschien. „Ich schreibe nicht. Ich führe nicht Regie”, sagte Duffield. Anfang des Jahres hatten Berichte ihn als Autor und Regisseur eines neuen Teils der Reihe für 20th Century Studios gehandelt.
Ganz unbeteiligt war er allerdings nicht. Über Weihnachten habe er einige Wochen lang an einem Drehbuch mitgeholfen, erzählte Duffield – auf Bitte von Steve Asbell, dem Produktionschef von 20th Century, während er selbst bei „Whalefall” eine Pause einlegte. Es sei ein sehr kurzes Zeitfenster gewesen. „Ich bin kein Teil davon”, betonte er. Gefragt worden sei er auch nicht, er wisse aber, was das Studio vorhabe, und finde es „wirklich toll”.
Was Duffield verrät – und was offen bleibt
Welches Alien-Projekt genau er überarbeitet hat, sagte Duffield nicht. TheWrap ordnet seine Mitarbeit als kurzfristige Drehbuchhilfe ein, die ein Projekt in die nächste Entwicklungsphase bringen sollte. Ob er sich eine größere Rolle wünscht, beantwortete er ausweichend: Er glaube eher nicht, mit ihm habe auch niemand darüber gesprochen. Nach drei Jahren mit seinem Wal-Thriller wisse er schlicht noch nicht, was er als Nächstes mache.
Für das Franchise heißt das: Ein neuer Kinofilm steht weiterhin ohne öffentlich bekannten Regisseur da. Bei 20th Century liegt die Fortsetzung zu „Alien: Romulus” in der Pipeline. Fede Álvarez inszeniert sie nicht selbst, bleibt aber als Produzent und Co-Autor an Bord. Gerüchten, das Projekt sei auf Eis gelegt, hatte Asbell im August auf X mit einem knappen „Nope” widersprochen. Parallel verfolgt Ridley Scott eigene Pläne.
Ridley Scott und das dritte Prequel
Ridley Scott will die Geschichte des Androiden David zu Ende erzählen. Im August bestätigte der 88-jährige Regisseur der Los Angeles Times, dass er ein drittes Alien-Prequel plant – mit Michael Fassbender in jener Rolle, die er in „Prometheus - Dunkle Zeichen” und „Alien: Covenant” gespielt hat. Gegenüber dem französischen Portal AlloCiné sagte Scott zuletzt, er knüpfe genau dort an, wo „Alien: Covenant” aufgehört habe.
Der Film soll David dabei zeigen, wie er sich eine schöne neue Welt erschafft – Scotts eigene Formulierung und eine unüberhörbare Anspielung auf Aldous Huxley. Und er soll erneut von künstlicher Intelligenz handeln, dem Thema, das Scotts Kino seit dem Original von 1979 durchzieht. Künstliche Intelligenzen könnten durchdrehen, sagte er der LA Times, und wenn sie es täten, sei das wie eine Bombe.
Wo „Alien: Covenant” aufgehört hat
Der Anschlusspunkt liegt seit 2017 bereit. „Alien: Covenant” endete damit, dass David die Kontrolle über das Kolonieschiff übernimmt – an Bord rund 2.000 schlafende Kolonisten und zwei Facehugger-Embryonen. Was er damit anstellt, hat bis heute niemand erzählt. Ein dritter Film hätte damit nicht bloß einen offenen Faden, sondern den zentralen: die Frage, wie aus Davids Experimenten am Ende jenes Wesen wird, das die Nostromo-Crew an Bord holt.
Neu ist die Ankündigung allerdings nicht. Der Hollywood Reporter wies ausdrücklich darauf hin, dass Scott eine Fortsetzung zu „Alien: Covenant” schon mehrfach in Aussicht gestellt hat, ohne dass daraus je ein Drehstart geworden wäre. Ein Termin, ein Greenlight des Studios oder weitere Beteiligte sind bis heute nicht genannt. Wer den Zusammenhang der Filme sortieren will, findet ihn in unserer Übersicht aller Alien-Filme in der richtigen Reihenfolge.
Drei Alien-Stränge parallel
Weil sowohl „Alien: Covenant” als auch „Alien: Romulus” mit einem ausgeprägten Cliffhanger enden, wird darüber spekuliert, ob am Ende ein einziger Film die Fäden beider Werke zusammenführt. Bestätigt ist davon nichts.
Zum Fernsehableger äußerte sich Scott ebenfalls, und für seine Verhältnisse ausgesprochen freundlich: Die erste Staffel von Noah Hawleys Serie „Alien: Earth” halte er für ziemlich verdammt gut. Eine zweite Staffel ist bereits in Arbeit. Zusammen mit dem Romulus-Sequel und Scotts Prequel-Plänen laufen damit drei Alien-Erzählstränge parallel – so viel Betrieb hatte das Franchise zuletzt nie.
Blade Runner, KI und ein voller Kalender
Im Gespräch mit der LA Times äußerte Scott zudem Bedauern über die Rechte an „Der Blade Runner”, die ihm entglitten sind. Er könne seinen damaligen Anwälten und Agenten keinen Vorwurf machen, sagte er, aber irgendwie habe man die Rechte am Franchise abgegeben – und wer nicht der Autor des geschriebenen Wortes sei, habe eben keinen Anteil daran. An der Serie Blade Runner 2099, die am 25. November bei Prime Video startet, ist er kreativ nicht beteiligt und führt lediglich einen Executive-Producer-Credit.
Künstliche Intelligenz im Produktionsprozess lehnt er für sich ab: Er könne es ohne Weiteres mit einer KI aufnehmen, wenn es darum gehe, Bilder zu erschaffen – aber sie komme unweigerlich. Zeit für den Ruhestand hat Scott ohnehin nicht: Sein Endzeitfilm „Das Ende der Sterne” lief Ende August in den deutschen Kinos an, im November beginnt der Dreh zu seiner Treasure-Island-Verfilmung mit Hugh Jackman, und bei den Governors Awards bekommt er im selben Monat einen Ehren-Oscar.
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