Red Skull: Johann Schmidt und der Wächter des Seelensteins

Red Skull: Johann Schmidt und der Wächter des Seelensteins Disney
scifiscene.de bei Google bevorzugen

Red Skull, bürgerlich Johann Schmidt, war HYDRA-Chef und Erzfeind von Captain America – und bewacht am Ende den Seelenstein auf Vormir. Hier stehen alle MCU-Auftritte, die Erklärung zu Vormir und der Comic-Hintergrund.

Red Skull, bürgerlich Johann Schmidt, ist der erste große Schurke des Marvel Cinematic Universe: HYDRA-Chef, Erzfeind von Captain America und derjenige, der den Tesserakt aus einer norwegischen Kirche stahl. Am Ende von „Captain America: The First Avenger” verschwindet er – und taucht erst in „Avengers: Infinity War” wieder auf, ausgerechnet als Wächter des Seelensteins auf dem Planeten Vormir.

Genau daran hängt die Frage, die zu dieser Figur am häufigsten gestellt wird: Wie kommt Red Skull nach Vormir, und warum bewacht er dort einen Infinity-Stein, den er selbst nie bekommen kann? Die Antwort steht gleich im ersten Abschnitt. Danach folgen alle Auftritte im MCU, der Hintergrund aus den Comics und der Stand zu einer möglichen Rückkehr.

Auf einen Blick

Wer ist Red Skull? Johann Schmidt, Gründer und Chef der HYDRA und Erzfeind von Captain America im Zweiten Weltkrieg.

Warum ist er auf Vormir? Der Tesserakt verschlug ihn 1945 dorthin. Seither ist er dazu verdammt, andere zum Seelenstein zu führen – besitzen kann er ihn nie.

Erster Comic-Auftritt: In „Captain America Comics” Nummer 1 vom März 1941 steckt noch ein anderer Mann hinter der Maske. Johann Schmidt debütiert in Ausgabe 7 im Oktober 1941.

Wer spielt ihn? Hugo Weaving in „Captain America: The First Avenger”, danach Ross Marquand in „Avengers: Infinity War” und „Avengers: Endgame”.

Kräfte: eine frühe, fehlerhafte Fassung des Supersoldaten-Serums – gesteigerte Kraft und Ausdauer, dazu das entstellte rote Gesicht, das ihm den Namen gab.

Warum ist Red Skull auf Vormir?

Am Ende von „Captain America: The First Avenger” greift Johann Schmidt an Bord seines Bombers nach dem blanken Tesserakt. Der Würfel öffnet ein Portal, eine Energiesäule erfasst Schmidt und schleudert ihn quer durchs Universum. Wohin, lässt der Film offen – für das Publikum von 2011 war der Schurke schlicht tot.

Erst „Avengers: Infinity War” löst das auf. Thanos und Gamora landen auf Vormir und werden von einer verhüllten Gestalt empfangen, die Thanos beim Namen nennt. Es ist Red Skull. Seinen Zustand beschreibt er selbst als Verbannung: Der Tesserakt habe ihn hierher gebracht, und seither sei er dazu verurteilt, andere zu einem Schatz zu führen, den er nie besitzen kann. Aus dem Mann, der die Macht der Infinity-Steine für sich wollte, ist ihr Türsteher geworden.

Damit ist Red Skull im MCU keine Bedrohung mehr, sondern eine Regelinstanz. Er nennt Thanos denselben Preis wie später Clint Barton und Natasha Romanoff: eine Seele für eine Seele. Wer den Seelenstein will, muss opfern, was er liebt. Mehr Handlung bekommt die Figur seit 2018 nicht – sie steht auf dem Berg und sagt den Preis an.

Wer ist Red Skull? Johann Schmidt und die HYDRA

Johann Schmidt gründete und leitete die Forschungsabteilung HYDRA und gehörte zum inneren Kreis des NS-Regimes. Eigene Ziele verfolgte er von Anfang an: Schmidt glaubte an eine größere Macht, die es zu finden gelte. HYDRA machte sich deshalb rasch unabhängig und führte einen eigenen Krieg gegen die Alliierten und die Howling Commandos.

Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg erhielt Schmidt eine frühe, noch unfertige Fassung des Supersoldaten-Serums von Dr. Abraham Erskine. Bei Steve Rogers verstärkte dasselbe Serum später alle guten Anlagen – bei Schmidt verstärkte es die schlechten und zerstörte sein Gesicht. Weil sein Aussehen nicht mehr zum Selbstbild des Regimes passte, trug er zunächst eine Maske, die seinem alten Gesicht nachempfunden war.

1942 überfiel Schmidt die norwegische Stadt Tønsberg, um den Tesserakt zu finden – ein asgardisches Artefakt, das den Raumstein enthält. Der Hüter der dortigen Kirche hatte den Würfel jahrzehntelang versteckt und leugnete, ihn zu besitzen; erst ein Wandgemälde des Weltenbaums Yggdrasil verriet das Versteck hinter der Wand. Schmidt nahm den Tesserakt an sich und ließ den Ort auslöschen.

In einer geheimen Basis ließ er den HYDRA-Wissenschaftler Arnim Zola das Potenzial des Würfels untersuchen. Zola fand heraus, dass dessen Energie sämtliche Geräte und Waffen antreiben und völlig neue Waffentypen ermöglichen kann. Daraufhin stellte Schmidt Hitlers Eroberungspläne hintan und richtete HYDRA auf die eigene Weltherrschaft aus – Berlin stand dabei auf derselben Zielliste wie London und New York.

Red Skull im MCU: alle Auftritte

Film Jahr Rolle Darsteller
Captain America: The First Avenger 2011 HYDRA-Chef und Hauptgegner Hugo Weaving
Marvel's The Avengers 2012 kein Auftritt, nur eine Anspielung
Avengers: Infinity War 2018 Wächter des Seelensteins auf Vormir Ross Marquand
Avengers: Endgame 2019 Wächter des Seelensteins auf Vormir Ross Marquand

Captain America: The First Avenger

In einem Forschungslabor, in dem HYDRA an gefangenen Soldaten experimentierte, trafen Red Skull und Captain America zum ersten Mal persönlich aufeinander. Danach machte Steve Rogers eine HYDRA-Basis nach der anderen ausfindig, und die Gefangennahme von Arnim Zola durch die Howling Commandos traf Schmidt schwer.

Beim Angriff auf die letzte Basis kam es an Bord von Schmidts Bomber zum Showdown. Red Skull griff nach dem freigelegten Tesserakt, ein Portal öffnete sich, und er verschwand. Im Kino von 2011 sah das nach einem Tod aus – tatsächlich war es der Anfang seiner Zeit auf Vormir.

Marvel's The Avengers

Anders als oft behauptet hat Red Skull in „Marvel's The Avengers” keinen Auftritt, auch nicht als Rückblende. Die Figur wird nur indirekt gestreift, als Steve Rogers gegenüber Loki bemerkt, er habe schon einmal einen Mann in Deutschland über allen anderen stehen sehen – das sei damals nicht gut ausgegangen.

Avengers: Infinity War

Thanos und Gamora reisen nach Vormir, wo sie der Wächter des Seelensteins empfängt. Er nennt die Bedingung: eine Seele für eine Seele. Schweren Herzens stößt Thanos Gamora von der Klippe und erhält den Stein. Gespielt wird Red Skull hier nicht mehr von Hugo Weaving, sondern von Ross Marquand.

Avengers: Endgame

Auf ihrer Zeitreise landen Clint Barton und Natasha Romanoff auf Vormir und bekommen von Red Skull dieselbe Bedingung genannt. Natasha opfert sich, Clint kehrt mit dem Seelenstein zurück – zurückholen lässt sie sich damit nicht. Steve Rogers bringt die Steine am Ende des Films in ihre jeweilige Zeit zurück. Ob er dabei auch Vormir aufsuchte und was seither aus Red Skull geworden ist, zeigt kein Film.

Red Skull in den Comics

Hier lohnt eine Unterscheidung, die im Netz regelmäßig verwischt wird: Ein Red Skull tauchte schon in „Captain America Comics” Nummer 1 vom März 1941 auf, dahinter steckte aber der Industrielle George Maxon. Johann Schmidt, der Red Skull, den alle meinen, debütierte erst in Ausgabe 7 im Oktober 1941. Erdacht wurde die Figur von Joe Simon und Jack Kirby.

Der Comic-Schmidt ist deutlich wandelbarer als die Kinofassung. Er hat mehrfach den Körper gewechselt, unter anderem in einen Klon von Steve Rogers – daher stammt die hartnäckige Suchfrage, ob Red Skull ein Sohn oder Verwandter von Captain America sei. Ist er nicht: Es ging um geklontes Gewebe, das Arnim Zola für ihn herstellte, nicht um Verwandtschaft. Eine leibliche Tochter hat er dagegen, Sinthea Schmidt, die als Sin selbst zur Schurkin wurde.

Auch der Rang ist ein Detail, das die Filme nur streifen: Johann Schmidt trug zeitweise den eines SS-Obergruppenführers, also eines Generals. Darüber standen in der Schutzstaffel nur der Oberstgruppenführer und der Reichsführer-SS Heinrich Himmler.

Kommt Red Skull zurück?

Für „Avengers: Doomsday”, das im Dezember 2026 in die Kinos kommt, ist Red Skull bislang nicht angekündigt. Die bisher veröffentlichten Besetzungslisten führen ihn nicht, und der Seelenstein spielt in der bekannten Ausrichtung des Films keine Rolle mehr. Ausgeschlossen ist eine Rückkehr damit nicht – belegt ist sie aber derzeit nicht.

Hugo Weaving spielte die Rolle nur ein einziges Mal. Für die Avengers-Filme kehrte er nach eigener Darstellung deshalb nicht zurück, weil ihm für die Fortsetzungen deutlich weniger Geld angeboten wurde als beim ersten Film. Seither sind Gesicht und Stimme der Figur die von Ross Marquand.

Verwandte Themen

Wie der Seelenstein in das größere Bild passt, steht im Überblick zu den Infinity-Steinen. Alle Filme mit Red Skulls Gegenspieler stehen auf der Hub-Seite zu Captain America.

Weil der Tesserakt ihn 1945 dorthin verschlug und er seither an den Seelenstein gebunden ist. Er beschreibt es selbst als Verbannung: Er muss andere zu einem Schatz führen, den er nie besitzen kann.

Am Ende von „Captain America: The First Avenger“ fasst Johann Schmidt den blanken Tesserakt an. Der Würfel öffnet ein Portal und schleudert ihn quer durchs Universum – auf den Planeten Vormir.

Red Skull. Seit „Avengers: Infinity War“ empfängt er auf Vormir jeden, der den Seelenstein sucht, und nennt den Preis: eine Seele für eine Seele.

Hugo Weaving in „Captain America: The First Avenger“ von 2011. In „Avengers: Infinity War“ und „Avengers: Endgame“ übernahm Ross Marquand die Rolle.

Nein. Die Verwechslung stammt aus den Comics, in denen Red Skull zeitweise in einem aus Steve Rogers’ Gewebe gezüchteten Klonkörper steckte. Verwandt sind die beiden nicht.

Nach „Avengers: Endgame“ hat ihn kein Film mehr gezeigt. Ob er nach der Rückgabe der Infinity-Steine weiter auf Vormir wacht, ist offen.

Johann Schmidt ist der bürgerliche Name von Red Skull: Chef der HYDRA, Gegner von Captain America im Zweiten Weltkrieg und nach seinem Verschwinden Wächter des Seelensteins.

Bei Google bevorzugen scifiscene.de bei Google bevorzugen Lege uns als bevorzugte Quelle fest – und sieh unsere Sci-Fi-News bei Google-Suchen ganz oben. Jetzt bevorzugen

Darum geht's