Fusion von Paramount und Warner Bros. liegt auf Eis: Prozess erst im März 2027

Fusion von Paramount und Warner Bros. liegt auf Eis: Prozess erst im März 2027
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Zwölf US-Bundesstaaten haben die 111-Milliarden-Übernahme von Warner Bros. Discovery gestoppt. Der Kartellprozess beginnt erst im März 2027 – und Kaliforniens Generalstaatsanwalt wirft Paramount eine Desinformationskampagne vor.

Die größte Fusion der Hollywood-Geschichte kommt vorerst nicht zustande. Paramount Skydance wollte Warner Bros. Discovery für 111 Milliarden US-Dollar übernehmen – und damit DC, HBO Max und das Warner-Filmarchiv unter dasselbe Dach holen wie Star Trek und Mission: Impossible. Seit Mitte Juli liegt der Deal auf Eis, und jetzt steht fest, wie lange: Der Kartellprozess beginnt erst im März 2027.

Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta, der die Klage anführt, hat sich am Montag erstmals ausführlich öffentlich geäußert – in einem Gastbeitrag beim Branchenblatt Deadline. Sein Vorwurf: Paramount und Warner führten eine Desinformationskampagne und versuchten, mit Einzelzusagen von der eigentlichen Sache abzulenken.

Zwölf Bundesstaaten gegen den 111-Milliarden-Deal

Am 13. Juli 2026 haben Kalifornien, New York und zehn weitere US-Bundesstaaten gemeinsam Klage eingereicht, um die Übernahme zu stoppen. Der zuständige Richter erließ daraufhin eine einstweilige Verfügung, die den Zusammenschluss blockierte. Statt es auf ein weiteres Eilverfahren ankommen zu lassen, haben Paramount und Warner Bros. Discovery selbst zugestimmt, die Fusion ruhen zu lassen – bis zur endgültigen Entscheidung oder längstens bis Juni 2027.

Vergangene Woche setzte ein Bundesrichter den Termin für das Hauptverfahren fest: zwei Wochen Verhandlung ab März 2027. Für Paramount ist das ein Rückschlag, denn der Konzern hatte auf eine schnellere Klärung gedrängt. Praktisch heißt das: Bis mindestens ins Frühjahr 2027 bleiben beide Studios eigenständige Wettbewerber, und keine der geplanten Zusammenlegungen von Streamingdiensten, Verleihstrukturen oder Franchise-Planungen kann greifen.

Worum es juristisch wirklich geht

Bonta betont, dass es in dem Verfahren weder um Politik noch um die Unabhängigkeit von CNN und CBS News gehe, sondern um Kartellrecht – konkret um einen Verstoß gegen den Clayton Act. Aus Sicht der Kläger entstünde in drei Märkten eine unzulässige Konzentration: beim Verleih breit gestarteter Kinofilme, bei erwarteten Blockbustern und im Kabelfernsehen. Der fusionierte Konzern kontrollierte demnach knapp ein Drittel des Kinoverleihs und knapp ein Drittel der Basic-Cable-Kanäle, darunter 50 der meistgesehenen Sender.

Am schärfsten fällt das Argument bei den Großproduktionen aus. Vier Verleiher hätten nach der Fusion über 90 Prozent der erwarteten Blockbuster in der Hand – und genau diese Filme stehen laut Klage für 88 Prozent der Kinoeinnahmen der vergangenen vier Jahre. Bontas Beispielrechnung: Wären Warners Minecraft-Verfilmung und Paramounts jüngster Mission:-Impossible-Film unter einem Dach entstanden, hätte ein Konzern sie kaum im Abstand weniger Wochen mit vollen Marketingbudgets ins Kino gebracht. Einer wäre verschoben oder zurückgestuft worden.

Paramount wirbt bei den Kinoketten um Rückendeckung

Parallel zum Verfahren läuft eine Charmeoffensive. Nach Deadline-Informationen hat Paramount der Kinokette Regal schriftlich zugesagt, nach der Übernahme drei Jahre lang 30 Filme jährlich zu liefern – mit einem exklusiven Kinofenster von 45 Tagen und 90 Tagen Abstand bis zur Streaming-Auswertung. Ob AMC eine vergleichbare Zusage bekommen hat, ließ Konzernchef Adam Aron ausdrücklich offen.

Öffentliche Unterstützung kommt inzwischen auch von Lionsgate-Chef Jon Feltheimer, von TKO-Boss Ari Emanuel und vom früheren Nachrichtenmoderator Chris Wallace – wobei die beiden Letztgenannten enge finanzielle Verbindungen zu Paramount haben. Der Kinoverband Cinema United bleibt dagegen bei seiner ablehnenden Haltung. In Großbritannien hat Paramount den dortigen Aufsehern bereits Zugeständnisse gemacht; Fusionsgegner in den USA werten genau das als Eingeständnis, dass es ein Wettbewerbsproblem gibt.

Was das für DC, Star Trek und HBO Max heißt

Für dich als Zuschauer ist die wichtigste Nachricht erst einmal Entwarnung: Es passiert nichts. Warner Bros. Discovery behält bis auf Weiteres DC, HBO Max und sein Filmarchiv, Paramount Skydance bleibt allein für Star Trek zuständig. Die Sorge, dass James Gunns DC-Universum und Paramounts Star-Trek-Pläne von einer neuen Konzernspitze gegeneinander abgewogen werden, ist damit für gut ein Jahr vom Tisch.

Die Kehrseite ist die Hängepartie. Beide Konzerne planen unter dem Vorbehalt eines Zusammenschlusses, der irgendwann 2027 kommen kann oder eben nicht – und langfristige Entscheidungen über Serienbestellungen, Kinotermine und Streaming-Strategien fallen unter dieser Unsicherheit schwerer. Welche Marken bei einer Fusion überhaupt im Zentrum stünden, hat David Ellison im Frühjahr selbst umrissen: Wir haben die neun wichtigsten Franchises des geplanten Imperiums aufgeschlüsselt. Wie der Bieterkampf überhaupt begann, steht in unserem Bericht zum feindlichen Übernahmeangebot gegen Netflix.

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