Jeff the Killer wird verfilmt: Der nächste Creepypasta-Schrecken kommt ins Kino

Jeff the Killer wird verfilmt: Der nächste Creepypasta-Schrecken kommt ins Kino purity films (2015)
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Jeff the Killer bekommt einen Kinofilm: Tongal und TikTok-Filmemacherin Savanah Moss entwickeln eine Adaption der Creepypasta-Ikone – der nächste Internet-Schrecken nach dem Erfolg von Backrooms.

Das nächste Internet-Gespenst bekommt einen Kinofilm: Jeff the Killer, eine der bekanntesten Creepypasta-Figuren überhaupt, wird als abendfüllender Horrorfilm adaptiert. Wie TheWrap exklusiv berichtet, entwickeln das kreatorgetriebene Studio Tongal und die Filmemacherin Savanah Moss das Projekt gemeinsam. Moss steigt als Produzentin ein und soll die kreative Richtung des Films prägen.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Nach dem überraschenden Kinoerfolg von „Backrooms” sucht Hollywood gerade systematisch nach der nächsten Horrorgeschichte, die im Netz groß geworden ist – und Jeff the Killer ist in dieser Liga einer der ganz großen Namen.

Wer ist Jeff the Killer?

Die Figur tauchte 2008 zum ersten Mal im Internet auf. Die Geschichte erzählt von einem 13-Jährigen, dessen Gesicht von Mitschülern entstellt wird und der daraufhin eine Mordserie beginnt. Bekannt geworden ist Jeff aber weniger über den Text als über ein einziges Bild: ein grob bearbeitetes Gesicht, kreidebleich, mit schwarzen Augenhöhlen und freiliegendem Zahnfleisch. Wer sich in den späten Nullerjahren durch Foren geklickt hat, ist diesem Bild fast zwangsläufig begegnet.

Wie bei Creepypastas üblich gibt es keine verbindliche Fassung der Geschichte. Die Lore ist über die Jahre von unzähligen Nutzerinnen und Nutzern weitergeschrieben, umgedeutet und neu erfunden worden – mal als Slasher-Ursprungsmythos, mal als psychologische Fallstudie. Genau diese Vielstimmigkeit macht eine Verfilmung reizvoll und schwierig zugleich: Es gibt keinen kanonischen Stoff, an dem sich ein Drehbuch abarbeiten könnte, dafür aber eine Figur, die praktisch jeder wiedererkennt.

Wer hinter dem Film steckt

Savanah Moss hat auf TikTok rund 11,4 Millionen Follower und ist vor allem für ihre „Fever Dream”-Videos bekannt – kurze Sketche zwischen Komik und Horror, die von unerwarteten Wendungen und ungewöhnlicher Kameraarbeit leben. Ihren Kurzfilm „Funny Bunny” hat sie geschrieben, mitinszeniert und selbst gespielt; er lief unter anderem beim International Horror and Sci-Fi Film Festival und beim HollyShorts Film Festival.

Gegenüber TheWrap sagt Moss, sie sei mit den Creepypasta-Geschichten aufgewachsen und habe Jeff sogar schon in eigenen Videos verwendet. Ihr Ziel sei kein Nachbau der Netzlegende, sondern ein bodenständiger, wirklich beängstigender Horrorfilm, der die Herkunft der Figur respektiert. Produziert wird der Film von Moss gemeinsam mit Mark Korshak und Michael McKay, die zuvor unter anderem an „Peppermint – Angel of Vengeance” und „Für immer Adaline” beteiligt waren.

Für Tongal ist es der erste abendfüllende Original-Horrorfilm. Das Studio arbeitet mit einem Netzwerk unabhängiger Kreativer und bindet diese direkt in die Entwicklung ein – die erste offene Ausschreibung läuft bereits: Wer will, kann über die Plattform des Studios eigene Charakterkonzepte für den Film einreichen. Ein Verfahren, das zum Stoff passt, denn Jeff the Killer ist von Anfang an ein Gemeinschaftsprodukt des Internets gewesen.

Warum Hollywood jetzt Internet-Horror verfilmt

Der Auslöser für den aktuellen Run heißt „Backrooms”. Die Verfilmung des Phänomens um endlose, menschenleere Flure hinter der Realität kam am 18. Juni 2026 in die deutschen Kinos, entstand bei A24 und Blumhouse unter der Regie des damals 19-jährigen Kane Parsons – und steht inzwischen bei rund 395 Millionen Dollar weltweit. Parsons hatte den Stoff zuvor als YouTube-Serie erschaffen; der Sprung von der Videoplattform in den Multiplex ist damit erstmals in dieser Größenordnung gelungen.

Dass das nicht automatisch funktioniert, hat die Branche allerdings schon gelernt. „Slender Man”, 2018 die bis dahin prominenteste Creepypasta-Adaption, wurde von Kritik und Publikum weitgehend verrissen und gilt bis heute als Beispiel dafür, wie schwer sich diffuse Netzlegenden in klassische Spielfilmdramaturgie übersetzen lassen. Der Unterschied zu heute: „Backrooms” hat gezeigt, dass es eben doch geht, wenn die Adaption von jemandem kommt, der aus derselben Netzkultur stammt.

Was noch offen ist

Der Film steht ganz am Anfang. Weder ein Regieposten noch eine Besetzung sind bislang bekannt, ein Drehbuchautor wurde nicht genannt, und auch einen Verleih oder Streamingpartner gibt es öffentlich noch nicht. Entsprechend existiert bislang kein Starttermin – weder in den USA noch in Deutschland.

Realistisch heißt das: Bis Jeff the Killer tatsächlich auf einer Leinwand auftaucht, dürften noch etliche Monate vergehen. Spannend wird vor allem, ob der Community-Ansatz von Tongal trägt – oder ob am Ende doch wieder ein konventioneller Slasher herauskommt, der von seiner Vorlage kaum mehr übrig lässt als das berühmte Gesicht.

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