Mandalorian und Grogu: Das ILM-Modell aus den 70ern, das nie im Film war
Im Finale von „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ fliegt ein Y-Wing mit, den ILM in den Siebzigern nur zum Testen gebaut hat. Jon Favreau und Dave Filoni lösen das Rätsel im offiziellen Podcast auf.
Din Djarin und Grogu sind seit dem 2. September 2026 auf Disney+ zu Hause – und im letzten Akt von „Star Wars: The Mandalorian and Grogu” fliegt ein Stück Filmgeschichte mit, das in 49 Jahren Star Wars nie auf einer Leinwand zu sehen war. Es steckt in der Adelphi-Staffel, die den beiden über Nal Hutta zu Hilfe kommt.
Aufgelöst haben das Regisseur Jon Favreau und Dave Filoni im offiziellen Begleit-Podcast zum Film. Empire hat die entscheidenden Stellen daraus zitiert – und die drehen sich um ein Modell namens Red Jammer, um eine Reihe versteckter Regie-Cameos und um Filonis Bitte, ihn bitte weniger oft zu zeigen.
Red Jammer: der Y-Wing, der nie fliegen durfte
Red Jammer ist ein Y-Wing-Prototyp aus den Siebzigern. Gebaut wurde das Modell nicht für eine Aufnahme, sondern als Werkzeug: An ihm entwickelte die damals blutjunge Effektschmiede ILM die Dykstraflex – jene computergesteuerte Motion-Control-Kamera, die es überhaupt erst möglich machte, Raumschiffmodelle glaubhaft in Bewegung zu filmen. Ohne sie hätte es die Schlacht um den Todesstern 1977 in dieser Form nicht gegeben. Im fertigen Film war Red Jammer nie zu sehen.
Ins Bild kam das Modell nun über einen Umweg. ILM-Veteran John Knoll holte es aus dem Depot, weil es im neuen Museum von George Lucas ausgestellt werden soll. Favreau erinnert sich im Podcast an das Gespräch: Knoll habe erwähnt, er staube Red Jammer gerade für das Museum ab – woraufhin das Filmteam fragte, ob man es nicht einfach filmen könne. Nach einer Wartezeit und der persönlichen Freigabe von George Lucas landete der Prototyp tatsächlich im Film.
Das Museum, dem der Fund zu verdanken ist, ist das Lucas Museum of Narrative Art in Los Angeles. Es öffnet am 22. September 2026 für das Publikum, liegt neben dem L. A. Memorial Coliseum und misst rund 300.000 Quadratfuß. Lucas und seine Frau Mellody Hobson haben 17 Jahre daran gearbeitet; gegenüber Variety sagte Lucas, das Projekt habe „fast meinen Willen gebrochen”. Neben einer Galerie mit lebensgroßen Star-Wars-Requisiten zeigt das Haus über 30 Räume mit erzählender Kunst, von Norman Rockwell bis Frank Frazetta.
Die Adelphi-Staffel: Wer da alles im Cockpit sitzt
Der Gag hinter der Staffel ist eine alte Tradition aus der Serie „The Mandalorian”: Wer bei Star Wars Regie geführt hat, darf als X-Wing-Pilot einen Kurzauftritt haben. Im Film taucht die Adelphi-Staffel im Finale wieder auf, als Din Djarin und Grogu über Nal Hutta dringend Verstärkung brauchen.
Im Cockpit sitzen dabei lauter bekannte Namen: Dave Filoni als Trapper Wolf, Deborah Chow als Sash Ketter, Lee Isaac Chung als Dok Suri und Rick Famuyiwa als Jib Dodger. Alle vier haben in den vergangenen Jahren an „The Mandalorian” oder anderen Star-Wars-Projekten inszeniert – Chow etwa an „Obi-Wan Kenobi”, Famuyiwa an „Das Buch von Boba Fett”.
Und Chung ist es, der Red Jammer fliegen darf. Filoni lobt ihn im Podcast ausdrücklich: Lee Isaac sei als Y-Wing-Pilot großartig gewesen. Wer beim nächsten Durchlauf genau hinsieht, kann das Modell also im Getrümmel der Schlussschlacht suchen.
Filoni bat darum, herausgeschnitten zu werden
Kurios ist, wie wenig Filoni von seinem eigenen Auftritt hielt. „Es sei hiermit festgehalten, dass ich dich gebeten habe, mich viel stärker aus dem Film herauszuschneiden”, sagt er im Podcast an Favreau gerichtet. Er sei ursprünglich deutlich länger zu sehen gewesen und habe darum gebeten, das zu kürzen – mit der Begründung, er wolle schlicht, dass der Film gut wird.
Aus dem Mund eines Mannes, der das Mandoverse als Kreativkopf mit aufgebaut hat, ist das vor allem Selbstironie. Filoni verantwortet als Regisseur und Produzent seit Jahren die Erzählrichtung zwischen „The Mandalorian”, „Ahsoka” und dem geplanten Crossover – seine Rolle vor der Kamera bleibt trotzdem ein Zwei-Sekunden-Auftritt im Helm.
Der Film läuft seit dem 2. September auf Disney+
„Star Wars: The Mandalorian and Grogu” ist seit dem 2. September 2026 im Abo verfügbar, 103 Tage nach dem US-Kinostart. In Deutschland lief Favreaus Kinoabenteuer bereits am 20. Mai 2026 an. Wo der Film in der Zeitleiste der Reihe steht, haben wir in der Einordnung in die Star-Wars-Chronologie aufgeschlüsselt.
Der Podcast selbst besteht aus zwei Folgen, Growing Up und Bigger and Different, aufgezeichnet am Adelphi-Base-Bar-Set des Films. Neben Favreau und Filoni sind Komponist Ludwig Göransson sowie Pedro Pascal und Sigourney Weaver zu Gast. Die Videofassungen laufen auf Disney+ und YouTube, die Audioversionen unter anderem bei Spotify und Apple Podcasts.
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