Marvel / Serien

„Save Daredevil“ in Runde zwei: Charlie Cox kommentiert das Aus von „Daredevil: Born Again“ auf der NYCC

Auf der New York Comic Con hat Charlie Cox das Ende von Daredevil: Born Again kommentiert und der Fankampagne „Save Daredevil“ eine zweite Runde vorausgesagt. Staffel 3 ist die letzte und kommt 2027 – mit Defenders-Reunion.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · 22.09.2026 ·Aktualisiert 09.10.2026 ·6 Min. Lesezeit
scifiscene bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
„Save Daredevil“ in Runde zwei: Charlie Cox kommentiert das Aus von „Daredevil: Born Again“ auf der NYCC
Disney

Das Ende von „Daredevil: Born Again” war auch auf Marvels eigenem Comic-Con-Panel Thema – und Charlie Cox hat es mit einem Augenzwinkern kommentiert. Als der Moderator auf der New York Comic Con das bevorstehende Ende der Serie erwähnte, fragte der Matt-Murdock-Darsteller gespielt überrascht: „Moment, was?” Aus dem Saal kamen Buhrufe. Dann legte Cox nach, wie Deadline berichtet: „Ich sage nur so viel: Ich stelle mir vor, dass sich die ‚Save Daredevil‘-Kampagne für Runde zwei bereit macht. Hört mal, wir wollen den Zorn der ‚Save Daredevil‘-Leute nicht heraufbeschwören.”

Dass die dritte Staffel die letzte ist, hatte zuvor schon Vincent D’Onofrio bestätigt, der in der Serie den Kingpin Wilson Fisk spielt. Er war das erste Mitglied der Besetzung, das sich öffentlich zum Serienende äußerte. Auf X schrieb er von der „finalen Staffel” – Staffel 3 komme im nächsten Jahr, „mit einigen sehr coolen Sachen”.

„Save Daredevil”: Charlie Cox ruft Runde zwei aus

Die Anspielung hat Geschichte. Die Fankampagne „Save Daredevil” entstand 2018, nachdem Netflix die Serie „Marvel’s Daredevil” nach drei Staffeln abgesetzt hatte. Die Fans hielten jahrelang durch – und bekamen am Ende recht: Marvel holte Cox für das MCU zurück, 2025 startete „Daredevil: Born Again” bei Disney+. Dass ausgerechnet der Hauptdarsteller die Kampagne nun selbst wieder ins Spiel bringt, dürfte bei den Fans genau so ankommen, wie es gemeint ist.

Am Rande der Messe sagte Cox in einem Interview außerdem, er glaube nicht, dass Matt Murdock mit der Serie aus dem MCU verschwindet: „Glaube ich, dass wir Matt zum letzten Mal gesehen haben? Ich weiß es ehrlich nicht, ich will nicht spekulieren, aber ich glaube es nicht.” Es werde etwas kommen, auch wenn es lange dauern könne. Eine Ankündigung von Marvel steckt dahinter nicht – Cox spricht ausdrücklich von seiner eigenen Einschätzung.

Auf dem Panel ging es trotzdem nach vorn: Die dritte Staffel ist abgedreht und soll 2027 bei Disney+ starten. Neben D’Onofrio sind wieder Deborah Ann Woll als Karen Page, Elden Henson als Foggy Nelson und Wilson Bethel als Bullseye dabei. Dazu kommt eine kleine Defenders-Reunion: Krysten Ritter als Jessica Jones, Mike Colter als Luke Cage und Finn Jones als Danny Rand alias Iron Fist haben Gastauftritte, wie Deadline berichtet.

Vincent D’Onofrio verabschiedet sich von Fisk

D’Onofrios Post vom 23. September ist ein Dank an das Publikum: Man habe es sehr genossen, die Serie zu den Fans zu bringen. „Ihr seid bei uns geblieben, und ich glaube gern, dass wir auch bei euch geblieben sind”, schreibt er. Dann folgt der Satz, der das Ende bestätigt – die finale Staffel, Staffel 3, sei auf dem Weg. Zum Schluss wird er persönlich: Er liebe die Figur Fisk, „immer”.

Für D’Onofrio ist es der Abschied von einer Rolle, die er seit 2015 spielt. Nach drei Staffeln der Netflix-Serie „Marvel’s Daredevil” holte ihn Marvel für „Hawkeye” ins MCU, danach trug er als Bürgermeister Fisk zwei Staffeln Born Again. Ob der Kingpin nach der Serie noch einmal im MCU auftaucht, lässt sein Post offen – er deutet nur an, dass er sich anderen Projekten zuwendet, und schließt mit dem Ausruf, Staffel 3 komme.

Bemerkenswert ist, was im Post fehlt: kein Wort zum Showrunner-Wechsel und keines dazu, warum die Serie endet. D’Onofrio bestätigt das Ende, begründet es aber nicht. Eine Begründung hat Marvel bis heute nicht nachgereicht.

Der Showrunner geht mitten in der Postproduktion

Fast zeitgleich mit der Entscheidung hat sich Marvel von Showrunner Dario Scardapane getrennt. Sein Vertrag lief aus und wurde nicht verlängert. Bemerkenswert daran ist der Zeitpunkt: Scardapane verlässt die Serie, während Staffel 3 noch in der Postproduktion steckt. Wer die Arbeiten zu Ende führt, ist offen; nach Informationen von The Hollywood Reporter befindet sich die Nachbearbeitung in der Schlussphase.

Scardapane war 2023 an Bord gekommen, nachdem Marvel die Serie einem kompletten kreativen Neustart unterzogen hatte. Ursprünglich hatten Matt Corman und Chris Ord die Serie als lockerer verbundene Episodenfolge mit hellerem Ton angelegt. Als die Streiks von WGA und SAG-AFTRA die Produktion wenige Wochen nach Drehbeginn stoppten, nutzte Marvel die Pause zur Kehrtwende: Corman und Ord mussten gehen, Scardapane – zuvor Autor und Executive Producer der Netflix-Serie The Punisher – übernahm, und Justin Benson und Aaron Moorhead kamen als Regisseure und Executive Producer dazu.

Aus der ursprünglich bestellten Staffel mit 18 Folgen wurden dabei zwei Staffeln mit zusammen 17 Episoden – neun in der ersten, acht in der zweiten. Der Kurswechsel hat der Serie sichtbar geholfen: Die zweite Staffel, im Frühjahr dieses Jahres gelaufen, galt als deutlich stärker als die erste.

Staffel 3 muss ein großes Finale auflösen

Die Ausgangslage für die letzte Staffel ist heikel. Staffel 2 endete damit, dass Matt Murdock (Charlie Cox) seine Identität öffentlich machte und im Gefängnis landete – ein Cliffhanger, der eigentlich auf mehrere Staffeln Nachspiel angelegt wirkte. Jetzt muss alles in acht bis neun Folgen aufgelöst werden.

Der Erzählstrang der Serie hing bislang an Wilson Fisk: Der Verbrecherboss wurde Bürgermeister von New York und ging von dort aus gegen Daredevil und andere Selbstjustizler vor. Wie dieser Konflikt endet, entscheidet sich nun endgültig in Staffel 3. Wer Fisks Weg durch das MCU nachlesen will, findet ihn in unserem Porträt zu Kingpin.

Set-Aufnahmen aus dem Sommer hatten bereits gezeigt, dass Elektra und Lady Muse eine größere Rolle spielen werden. Ein deutscher Starttermin steht noch nicht fest; die Staffel ist für 2027 angekündigt.

Marvel fährt sein Serienprogramm zurück

Das Aus reiht sich in einen erkennbaren Trend ein. Marvel Television senkt die Zahl seiner Disney+-Produktionen seit Monaten spürbar. „Wonder Man” verlor seine bereits zugesagte zweite Staffel wieder. Nach „VisionQuest”, das am 14. Oktober startet, und der dritten Daredevil-Staffel im kommenden Jahr ist der Kalender für Realserien vorerst dünn.

Ganz ohne Nachschub bleibt es aber nicht: Auf demselben Comic-Con-Panel hat Marvel Zodiac offiziell angekündigt, eine Spionageserie im MCU, die 2028 bei Disney+ starten soll. Für das Street-Level-MCU ist der Abgang von Born Again trotzdem ein Einschnitt. Nach dem Kino-Debüt von The Hand in Spider-Man: Brand New Day lag der nächste Anschluss ausgerechnet bei dieser Serie – was das bedeutet, haben wir in unserer Einordnung zum Street-Level-MCU beschrieben. Wie sich der Rest des Fahrplans sortiert, steht in unserer Übersicht zu MCU Phase 7.

Darum geht's

scifiscene bei Google folgen

Lege scifiscene als bevorzugte Quelle fest. Unsere Artikel erscheinen dann häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und in den Top-Meldungen.

Als bevorzugte Quelle