Star Trek: Enterprise war auf sieben Staffeln angelegt – Braga über den Ärger im Ensemble
Star Trek: Enterprise war auf sieben Staffeln angelegt. Co-Schöpfer Brannon Braga hat jetzt beschrieben, wie das Ensemble auf das Aus nach vier Jahren reagierte – und warum das Finale bis heute ein wunder Punkt ist.
Vier Staffeln, dann war Schluss: „Star Trek: Enterprise” ist bis heute die einzige Star-Trek-Serie aus der Ära von Rick Berman, die nicht auf sieben Staffeln gekommen ist. Dass das nie der Plan war, hat Co-Schöpfer Brannon Braga jetzt noch einmal bestätigt – und dabei ungewohnt deutlich beschrieben, wie das Ensemble auf die Absetzung reagiert hat.
Braga war zu Gast im Podcast The 7th Rule, den Cirroc Lofton und Ryan T. Husk moderieren. Eigentlich ging es um seine Jahre als Autor und Produzent bei „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert” – doch als Husk das frühe Ende von Enterprise ansprach, wurde Braga konkret.
Sieben Jahre waren eingeplant
Die Serie sei auf sieben Staffeln angelegt gewesen, sagte Braga. Dann habe es bei UPN neue Verantwortliche gegeben, die nicht erkannt hätten, was sie da in den Händen hielten. Über die Reaktion der Darsteller sagte er, sie seien schlicht nicht glücklich gewesen – ein Satz, den er im Podcast hörbar diplomatischer beendete, als er ihn begonnen hatte.
Neu ist die Stoßrichtung nicht. Connor Trinneer und Dominic Keating, die den Chefingenieur Trip Tucker und den Waffenoffizier Malcolm Reed spielten, haben in ihren eigenen Podcasts mehrfach erzählt, dass am Set alle mit einer Laufzeit wie bei „Star Trek: Deep Space Nine” oder „Star Trek: Raumschiff Voyager” gerechnet hatten. Dass nun ausgerechnet der Co-Schöpfer das bestätigt, gibt der alten Fan-Debatte aber ein anderes Gewicht.
Warum UPN den Stecker zog
Enterprise startete 2001 als erstes Star-Trek-Prequel und erzählte von den ersten Gehversuchen der Menschheit im All, gut hundert Jahre vor Kirk. Die Quoten blieben über alle vier Staffeln hinter den Erwartungen zurück – was Braga weniger der Serie anlastet als dem Sender: UPN hatte nur begrenzte nationale Reichweite, warb kaum für die Serie, und lokale Partnersender verschoben oder strichen den Sendeplatz immer wieder.
Scott Bakula, als Captain Jonathan Archer das Gesicht der Serie, soll sich persönlich bei den UPN-Verantwortlichen für eine vierte Staffel eingesetzt haben. Sie kam – und wurde die letzte. Die Absetzung erreichte das Team mitten in der Produktion der Doppelfolge „Die dunkle Seite des Spiegels”, in der die Crew im Spiegeluniversum landet.
Das Finale, das bis heute wehtut
Mit Enterprise endeten nicht nur vier Staffeln, sondern Bermans komplette 18 Jahre als Verwalter des Franchise. Berman und Braga entschieden sich deshalb für einen Abschied vom gesamten Zeitalter: Die Schlussfolge „Dies sind die Abenteuer …” rückt die Figuren aus „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert” in den Mittelpunkt und zeigt die eigene Crew nur noch als Holodeck-Programm. Trip Tucker stirbt darin – ein Punkt, über den sich Fans zwanzig Jahre später noch streiten.
Das Ensemble nahm diesen Abschied ebenfalls übel, Bakula eingeschlossen. Nach dem Serienende folgten zwölf Jahre ohne neue Star-Trek-Serie im Fernsehen – erst 2017 brach „Star Trek: Discovery” die Pause.
Vom Sorgenkind zum Liebling
Der Ruf der Serie hat sich seither gedreht. Im Streaming-Zeitalter haben viele Zuschauer Enterprise am Stück nachgeholt und die vier Staffeln deutlich wohlwollender aufgenommen, als es 2005 der Fall war. 2026 feierte die Serie ihr 25-jähriges Jubiläum – im selben Jahr, in dem Star Trek insgesamt 60 wird.
Bei uns stehen die vier Staffeln im Stream bei Paramount+. Wer lieber beim aktuellen Star Trek bleiben will: „Star Trek: Strange New Worlds” läuft derzeit mit Staffel 4, das Staffelfinale steht für den 24. September im Kalender.
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