Foundation: Warum die Apple-Serie zeigt, was Star Wars im TV fehlt
Während Disneys Star-Wars-Serien oft im Kleinen verharren, liefert Apple TV+ mit Foundation genau das epische Sci-Fi-Gefühl, das Du an den originalen Filmen liebst.
Wenn Du an die Wurzeln des Star Wars-Franchise zurückdenkst, spürst Du monumentale Konflikte und galaktische Ausmaße. Doch heute wirkt das Universum auf dem kleinen Bildschirm fast unkenntlich. Serien-Ableger dominieren die moderne Ära, aber sie fangen selten diese mythische Tonalität und die alles entscheidenden Einsätze ein, die das filmische Original einst so gigantisch machten.
Falls Du Dich nach exakt dieser weitreichenden, zusammenhängenden Erzählweise sehnst, liefert Dir Apple TV+ die perfekte Antwort. Die auf Isaac Asimovs Romanen basierende Serie „Foundation” wirft Dich in ein unentschuldigt ambitioniertes Epos. Der Mathematiker Hari Seldon (Jared Harris) sagt den unausweichlichen Fall eines galaktischen Imperiums voraus und schmiedet einen waghalsigen Plan, um das Wissen der Menschheit zu bewahren und das kommende dunkle Zeitalter zu verkürzen.
Eine ganze Galaxis in nur einer Serie
Über mittlerweile drei Staffeln hinweg erreicht „Foundation” etwas, woran die aktuellen Konkurrenten meist scheitern: echte galaktische Immersion. Die Handlung spannt sich über Planeten, verschiedene Zeitlinien und ganze Generationen. Hari Seldons Vorhersagen, basierend auf der fortschrittlichen Mathematik der Psychohistorik, ziehen gewaltige Wellen durch die Jahrzehnte und Jahrhunderte. Jede Tat trägt immenses Gewicht – nicht nur für einzelne Figuren, sondern für das Schicksal von Billionen Lebewesen.
Betrachte dagegen „The Mandalorian”, „Ahsoka” oder „Obi-Wan Kenobi”. Diese Formate operieren auf einer wesentlich intimeren Ebene. Du erlebst packende, charakterfokussierte Bögen, doch die restliche Galaxis wirkt oft distanziert und wird eher angedeutet als wirklich erforscht. In den aktuellen Star-Wars-Serien formt die Umgebung die Helden. In der Apple-Serie hingegen formen die Charaktere aktiv die Welt, und ihre Entscheidungen definieren die politische Landschaft für kommende Äras völlig neu.
Die schonungslose Wahrheit über die Star-Wars-Einsätze
Wenn Du beide Universen direkt vergleichst, offenbart sich ein eklatantes Problem bei den Einsätzen. Wenn Figuren wie Brother Day (Lee Pace) handeln, geht es um das nackte Überleben einer kompletten Zivilisation. Der Verfall des Imperiums bildet hier keinen simplen Nebenplot, sondern den ultimativen, zentralen Konflikt über Raum und Zeit hinweg.
Die Einsätze in den Star-Wars-Serien fallen oft viel enger aus. Selbst wenn größere Konflikte wie die Geburt der Rebellenallianz in Andor den Plot antreiben, fühlen sie sich selten so allumfassend an, wie sie sollten. Die erzählerische Linse zoomt immer weiter hinein, anstatt das große Ganze zu erfassen.
Intimes Storytelling besitzt zweifellos seine Daseinsberechtigung. Das Problem entsteht erst, wenn es zum absoluten Standard über fast alle Auskopplungen hinweg wird. Ohne ein ausgleichendes Gegenstück, das interstellare Dynamiken in den Vordergrund rückt, wirkt das Franchise auf dem heimischen Bildschirm schlicht unvollständig. Lediglich die Animationsserie „Star Wars: The Clone Wars” kratzte an dieser erzählerischen Größe, funktioniert aber erzählmechanisch völlig anders. Letztlich legen die Showrunner David S. Goyer und Josh Friedman gnadenlos offen, was der Konkurrenz fehlt: Eine Serie, die ihre Galaxis auch wirklich wie eine Galaxis wirken lässt.