Insidious 6 war gestrichen: Wie ein Brief von Lin Shaye den Film rettete
„Insidious: Out of the Further“ wäre fast nicht entstanden: Sony hatte den sechsten Teil gestrichen. Dann schrieb Lin Shaye einen Brief an den Studiochef – und der gab den Film frei.
„Insidious: Out of the Further” läuft seit dem 20. August 2026 in den deutschen Kinos – und es hätte diesen Film beinahe nie gegeben. Sony hatte den sechsten Teil der Horror-Reihe bereits aus dem eigenen Programm gestrichen, als Hauptdarstellerin Lin Shaye zu Stift und Papier griff.
Das erzählt die 82-Jährige in einem Exklusivinterview mit Variety. Ihre Reaktion auf die Absage fasst sie in zwei Worten zusammen, die sich nur entschärft wiedergeben lassen: „Scheiß drauf.” Statt es dabei zu belassen, schrieb sie einen Brief – an den Mann, der bei Sony ganz oben sitzt.
Sony hatte den sechsten Teil schon aus dem Programm genommen
Nach Shayes Darstellung steckte ein sechster Insidious-Film bei Sony in einer frühen Entwicklungsphase, lange bevor die Produktion offiziell bestätigt wurde. Dann wechselte hinter den Kulissen die Führungsebene – und das Projekt verschwand von der Startliste des Studios.
Für die Reihe wäre das ein harter Schnitt gewesen. Elise Rainier, das Medium, das Shaye seit dem Auftakt spielt, stirbt zwar bereits im ersten Film – trotzdem stand die Schauspielerin in jedem weiteren Teil vor der Kamera. Elise ist die Figur, die diese Filme zusammenhält, quer durch Prequels, Sequels und Zeitsprünge.
Genau das war für Shaye das Argument. Sie habe den Brief nicht für sich selbst geschrieben, sagt sie, sondern für ein Publikum, das der Reihe seit anderthalb Jahrzehnten die Treue hält.
Der Brief an den Sony-Chef
Adressat war Tom Rothman, Chef von Sonys Filmsparte. Die beiden kennen sich seit den Dreharbeiten zur Komödie Verrückt nach Mary (1998). Shaye bat ihn in dem Schreiben, den sechsten Film doch noch zu machen – und Rothman gab das Projekt frei.
„Es jagt mir Schauer über den Rücken, weil ich mich selbst nicht für jemanden halte, der etwas bewegt”, sagt Shaye gegenüber Variety. „Es ist nicht so, dass ich diesen Film im Alleingang durchgesetzt hätte. Aber ich habe den Mund aufgemacht. Damit darf man niemals aufhören.”
Sie ordnet den Vorgang selbst als Wendepunkt ein: Nach mehr als fünf Jahrzehnten in einer Branche, in der sie sich als Frau oft nicht ernst genommen fühlte, sei das Gefühl der Machtlosigkeit gewichen. Vorbild sei ihre Mutter gewesen, die für sich selbst eingetreten ist, ohne sich dafür zu entschuldigen.
Was der Film an den Kinokassen macht
Der Einsatz hat sich gerechnet. „Insidious: Out of the Further” startete in Nordamerika mit 25,3 Millionen Dollar am Startwochenende – bei einem Produktionsbudget von 18 Millionen Dollar. Für Platz eins reichte es nicht: Dort hielt sich „Spider-Man: Brand New Day” mit 39 Millionen Dollar am selben Wochenende.
Zum Vergleich: Die fünf zuvor erschienenen Teile haben laut Variety zusammen rund 800 Millionen Dollar weltweit eingespielt, und das bei durchweg niedrigen Budgets. Welcher Teil wann spielt und in welcher Reihenfolge du die Filme schauen solltest, steht in unserer Übersicht zur Insidious-Filmreihe.
Geht die Reihe danach weiter?
Regie beim sechsten Teil führt Jacob Chase. Die Handlung folgt Gemma (Amelia Eve), die nicht nur astral reisen, sondern auch Gegenstände zwischen den Dimensionen mitnehmen kann – Dämonen eingeschlossen. Als Elise ihre Hilferufe aus dem Further hört, greift sie ein.
Ein siebter Film ist nicht angekündigt. Shaye schließt ihn aber ausdrücklich nicht aus: „Ich glaube, es ist wirklich noch nicht vorbei”, sagt sie. Offene Fragen gebe es genug, allen voran die, was das Further überhaupt ist. Eine Stellungnahme von Sony dazu steht aus.
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