James Gunn stellt klar: Maxwell Lord ist im DCU kein Bösewicht
Auf eine Fanfrage zu Guy Gardner antwortet James Gunn mit einer Klarstellung: Maxwell Lord ist im DC Universe nicht der Schurke aus den späteren Comics. Sein Vorbild ist eine Reihe aus den Achtzigern.
James Gunn hat auf Threads der Annahme widersprochen, dass Maxwell Lord im DC Universe der Bösewicht ist. Ein Fan hatte gefragt, warum das Green Lantern Corps es zulasse, dass Guy Gardner für einen bösen Mann arbeitet. Der Chef von DC Studios wies schon die Prämisse zurück — und nannte dabei die Comicvorlage, an der er sich orientiert.
Was Gunn geschrieben hat
„Wer sagt, dass er böse ist? Das DCU ist keine Kopie der DC-Comics, es ist ein alternatives Universum”, schrieb Gunn. „Aber als Hinweis: Ich bin ein großer Fan des zutiefst fehlerhaften, aber kaum bösartigen Max, wie ihn DeMatteis, Giffen und Maguire ursprünglich erschaffen haben — nicht des weniger vielschichtigen Bösewichts, zu dem er später umgeschrieben wurde. Der ursprüngliche Max aus JLI war eine meiner Lieblingsfiguren.”
Threads ist für Gunn kein Nebenschauplatz. Er beantwortet dort seit Jahren Fanfragen zum DCU, und seine Antworten gelten als offizielle Auskunft — auch dann, wenn sie wie hier in einem Kommentarstrang stehen. Maxwell Lord wird im DCU von Sean Gunn gespielt und finanziert als Chef des Technologiekonzerns LordTech die Justice Gang.
Warum der Verweis auf Justice League International zählt
Die Abkürzung JLI steht für Justice League International, eine Comicreihe, die Keith Giffen, J. M. DeMatteis und Zeichner Kevin Maguire ab 1987 zu einem Sonderfall im DC-Kosmos machten. Statt der stärksten Helden der Welt versammelte dieses Team Zweitbesetzungen und Außenseiter, und statt Weltuntergängen ging es um Zuständigkeiten, Geldgeber und Streit im Büro. Maxwell Lord sitzt in dieser Reihe an der Spitze: als Finanzier und politischer Strippenzieher, der Heldentum wie ein Produkt verkauft.
Erst spätere Autoren machten aus der Figur den Mann, der Ted Kord erschießt und Superman gedanklich steuert — die Version, die auch „Wonder Woman 1984” aufgriff, wo Pedro Pascal ihn spielte. Genau davon grenzt Gunn sich ab. Wer im DCU also darauf wartet, dass Lord irgendwann die Maske fällt und sich als Drahtzieher entpuppt, wartet nach Auskunft des Studiochefs auf die falsche Wendung.
Was das über die Justice Gang sagt
Die Justice Gang ist im DCU bereits nach diesem Muster gebaut. In „Superman” tritt sie als Lords Truppe aus Hawkgirl, Guy Gardner und Mister Terrific auf, öffentlichkeitswirksam finanziert und erkennbar auf Wirkung bedacht. „Peacemaker” setzte das in der zweiten Staffel fort: Lord, Gardner und Hawkgirl führen dort Bewerbungsgespräche, und John Cenas Christopher Smith fällt durch. Das ist weniger Superheldenepos als Arbeitsplatzkomödie — genau der Ton der JLI-Comics.
Auch Supermans Rolle passt ins Bild. In den JLI-Heften lehnt er eine feste Mitgliedschaft ausdrücklich ab und lässt sich nur im Notfall rufen; im DCU ist er Verbündeter der Justice Gang, aber kein Teil von ihr. Eine Justice League gibt es bislang nicht, und DC-Studios-Co-Chef Peter Safran bremste im Juni ausdrücklich: Man habe es nicht eilig, Drehbuch und Geschichte müssten zuerst stimmen.
Dass Gunn nun ausgerechnet JLI als seine Lieblingsversion nennt, ist deshalb ein Hinweis, keine Ankündigung. Gesagt hat er, wie er die Figur Maxwell Lord versteht — nicht, dass eine Justice League International geplant wäre. Der nächste Prüfstein steht trotzdem schon im Kalender: In „Lanterns” und den folgenden DCU-Projekten wird sich zeigen, ob Lord der Geldgeber bleibt, dem man misstraut, ohne dass er deshalb ein Schurke wäre.
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