Punisher: One Last Kill – Bekommt das MCU seinen eigenen Logan?
Ein düsteres Poster, ein vielsagender Titel: Jon Bernthals Rückkehr als Frank Castle weckt starke Erinnerungen an Hugh Jackmans Abschied. Steht uns ein brutales Meisterwerk bevor?
Der Tod von Wolverine war kein gewöhnlicher Superhelden-Abschied. In „Logan - The Wolverine” bekamen wir eine raue, brutale und zutiefst menschliche Geschichte, die bunten Comic-Spektakel durch Schmerz, Reue und Aufopferung ersetzte. Fast ein Jahrzehnt später bereitet das MCU offenbar ein spirituelles Gegenstück vor: „The Punisher: One Last Kill”.
Das brandneue Disney+-Special rückt Jon Bernthals Frank Castle zum ersten Mal seit dem Ende von „Marvel's The Punisher” auf Netflix wieder in den Mittelpunkt eines Solo-Projekts. Ab dem 12. Mai feiert das Special seine Premiere und setzt Castles blutigen Pfad nach den Ereignissen der zweiten Staffel von „Daredevil: Born Again” konsequent fort.
Ein Poster, das gewaltige Logan-Vibes versprüht
Die Vorfreude der Fans war schon bei der Ankündigung riesig, doch das kürzlich auf X veröffentlichte Teaser-Poster ließ den Hype sofort explodieren. Es zeigt eine schonungslose Nahaufnahme von Jon Bernthal – sein Gesicht ist von blauen Flecken gezeichnet, verschlissen und emotional am Ende. Keine knallige Action-Pose, keine überladenen Hintergründe. Dieser Minimalismus verspricht Dir genau den geerdeten, charakterfokussierten Ton, den Du Dir für den Punisher wünschst.
Die Parallelen sind kaum zu übersehen: Eines der bekanntesten Plakate für „Logan - The Wolverine” zeigte ein ganz ähnliches, intimes Graustufen-Porträt von Hugh Jackmans Wolverine. Wenn diese visuelle Ähnlichkeit Absicht ist, ist es ein brillanter Schachzug von Marvel. Es signalisiert Dir sofort, dass es hier um echte Konsequenzen, Trauma und emotionale Fallhöhe geht.
Bedeutet "One Last Kill" wirklich das Ende?
Der Titel klingt nach purer Endgültigkeit und suggeriert eine letzte Mission für Frank Castle. Doch hier wird es kompliziert: Später im Jahr erscheint „Spider-Man: Brand New Day”, und Jon Bernthal ist laut dem Trailer bereits mit von der Partie – lebendig, bewaffnet und auf den Straßen New Yorks unterwegs.
Handelt es sich bei Castle in Spider-Man vielleicht um eine Multiversums-Variante, wie wir sie kürzlich bei Wolverine in „Deadpool & Wolverine” erlebt haben? Marvel hat bereits bestätigt, dass das Special die direkte Vorlage für Castles Rolle im neuen Spider-Man-Film bildet. Viel wahrscheinlicher ist also, dass sich der "letzte Kill" auf eine moralische Grenze bezieht oder das symbolische Ende eines Lebensabschnitts markiert.
Die neue thematische Lücke im MCU
In den Filmen von Fox war Wolverine der ultimative, zynische Antiheld. Er trug Jahrzehnte von Gewalt und Schuld mit sich herum. Zwar existiert Wolverine nun dank „Deadpool & Wolverine” im MCU, doch als Variante fehlen ihm exakt diese spezifischen emotionalen Kontinuitäten. Zudem sind Auftritte von Hugh Jackman mittlerweile riesige Kino-Events, auf die Marvel wohl nur sparsam zurückgreifen wird.
Genau hier entsteht eine thematische Lücke, die Frank Castle perfekt ausfüllt. Das MCU braucht dringend eine geerdete, von Kämpfen gezeichnete Figur abseits des kosmischen CGI-Spektakels. Einen Mann, der von Trauer definiert und von Wut angetrieben wird. Wenn „The Punisher: One Last Kill” von Regisseur Reinaldo Marcus Green diese Tragik voll ausschöpft, wird Jon Bernthals Antiheld endgültig zum emotionalen Nachfolger von Wolverines X-Men-Archetyp.
- Start
- Regisseur/in
- Reinaldo Marcus Green
- Drehbuch
- Jon BernthalReinaldo Marcus Green
- Franchise / Filmreihe(n)