Star Trek: Das komplexe Zeitlinien-Rätsel des 2009er Reboots

Star Trek: Das komplexe Zeitlinien-Rätsel des 2009er Reboots Paramount

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08.04.2026 13:55 Uhr

J.J. Abrams' Reboot schuf nicht nur die Kelvin-Zeitlinie, sondern trieb auch das Prime-Universum am weitesten in die Zukunft. Wir entwirren das komplexe Zeitreise-Konstrukt für dich.

Wenn du an „Star Trek” denkst, poppen sofort Bilder von wilden Weltraumschlachten in deinem Kopf auf. Regisseur J.J. Abrams warf uns direkt in die Kelvin-Zeitlinie des 23. Jahrhunderts. Doch hier versteckt sich ein faszinierendes Paradoxon: Obwohl der Blockbuster als Prequel fungiert, treibt er gleichzeitig die klassische Prime-Zeitlinie am weitesten in die Zukunft.

Ohne die Zukunft gäbe es diese alternative Realität überhaupt nicht. Der romulanische Zeitreisende Nero vernichtet im Jahr 2233 die USS Kelvin und reißt Lieutenant George Kirk in den Tod. Dieser einzige Moment spaltet das Universum. Das Reboot springt danach rasant durch die Zeit: Von Kirks Kindheit bis zu seinem Eintritt in die Sternenflotte 2255, bevor die Haupthandlung im Jahr 2258 zündet.

Die schockierende Zukunft der Prime-Zeitlinie

All das basiert auf einer Katastrophe aus dem 24. Jahrhundert der Prime-Zeitlinie. Im Jahr 2387 zerstört eine Supernova den Heimatplaneten der Romulaner. Botschafter Spock versucht verzweifelt, die Sonne mit roter Materie zu stoppen – und scheitert. Der Zeitwirbel saugt sowohl Spock als auch Neros Schiff, die Narada, gnadenlos in die Vergangenheit. Spock landet dabei erst 25 Jahre nach Nero, im Jahr 2358, auf dem Eisplaneten Delta Vega.

Abrams servierte uns damit die größte Überraschung des Films. Niemals zuvor drang ein Kino-Abenteuer tiefer in die Zukunft des Franchise ein! Bis dato markierte „Star Trek: Nemesis” mit dem Jahr 2379 die äußerste Grenze. Spocks Schicksal verknüpft sich zudem direkt mit seinem letzten großen Auftritt im Jahr 2368, als er im Zweiteiler Unification der Serie „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert” auf Romulus agierte. Ganze 19 Jahre später setzt „Star Trek” exakt dort an.

Die Fortsetzungen „Star Trek Into Darkness” und „Star Trek Beyond” verankern sich danach fest in den Jahren 2259 und 2263 der Kelvin-Zeitlinie. Selbst der jüngste Streaming-Film „Star Trek: Sektion 31” springt lediglich ins Jahr 2324 und lässt die ferne Zukunft unangetastet.

Wo landet der nächste Star Trek-Film?

Paramount Skydance formiert bereits die Flotte für neue Abenteuer. Im November 2025 kündigten sie ein völlig neues Projekt an. Die Macher Jonathan Goldstein und John Francis Daley entwerfen einen Film, der sich radikal von allen bisherigen Serien und Filmen abkoppeln soll.

Die Macher stehen vor einer leeren Leinwand: Sie könnten eine bisher unerforschte Ära zwischen dem 25. und 31. Jahrhundert erobern, eine brandneue alternative Realität erschaffen oder in die unendlichen Weiten fernab der Vereinigten Föderation der Planeten vorstoßen.

Eine komplette Loslösung bedeutet, dass du weder das 22. Jahrhundert aus „Star Trek: Enterprise” noch die vertrauten Epochen von „Star Trek: Deep Space Nine”, „Star Trek: Raumschiff Voyager” oder „Star Trek: Discovery” wiedersehen wirst. Es ist klug, dorthin zu gehen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist – und die Kino-Zeitlinie endlich in eine völlig neue Ära zu pushen!

Science Fiction
Start
Regisseur/in
John Francis Daley
Jonathan Goldstein
Franchise / Filmreihe(n)