Star Trek im Kino-Koma: 10 Jahre Stillstand für das Franchise
Seit einem Jahrzehnt verstaubt die Enterprise im Raumdock. Wir verraten dir, warum Paramount das Sci-Fi-Franchise endlich wieder auf die Leinwand bringen muss.
Paramount lässt das Kino-Franchise von Star Trek seit einem Jahrzehnt im Stich. Der letzte Kinofilm war „Star Trek Beyond”, inszeniert von Justin Lin und produziert von J.J. Abrams. Seitdem liegt die Filmreihe im Trockendock. Doch das muss sich ändern, denn die Kinofilme spielen eine viel zu wichtige Rolle, um dieses Trauerspiel weiterzuführen.
Die Reise auf der großen Leinwand begann 1979. Nachdem NBC Star Trek: The Original Series (1966) im Jahr 1969 absetzte, erlebte die Saga mit „Star Trek - Der Film” ihre triumphale Wiedergeburt. 13 Kinofilme folgten, dazu gesellt sich der kommende Streaming-Film „Star Trek: Sektion 31” auf Paramount+. Zwar glänzt das Franchise traditionell im Fernsehen mit tiefgründigem Storytelling, doch die Filme bilden einen unverzichtbaren Zweig, den das Studio viel zu lange verschwendet hat.
Warum Star Trek-Filme keine Wegwerfware sind
Die besten Leinwandabenteuer stehen auf einer Stufe mit den besten Serienepisoden. Stell dir das Universum einmal ohne den Tod von Spock (Leonard Nimoy) und Admiral Kirks (William Shatner) wütenden Schrei nach Khan (Ricardo Montalban) in „Star Trek II - Der Zorn des Khan” vor. Oder ohne Captain Jean-Luc Picards von Obsession getriebene Worte über die Borg in „Star Trek - Der erste Kontakt”:
The line must be drawn here!
Kino bietet dir ein gemeinschaftliches Erlebnis in einem dunklen Saal, das das heimische Wohnzimmer schlichtweg nicht ersetzen kann. Selbst die Tiefpunkte der Filmgeschichte brennen sich unvergesslich in unser kollektives Gedächtnis ein – ob Captain Kirks Frage "What does God need with a starship?" in „Star Trek V - Am Rande des Universums”, die Bruchlandung der Enterprise-D in Star Trek Generations (1994) oder die harte Prügelei zwischen Spock (Zachary Quinto) und Khan (Benedict Cumberbatch) in „Star Trek Into Darkness”.
Visuelle und musikalische Meilensteine
Kinofilme treiben das Franchise optisch massiv voran. Während die TV-Budgets der 1960er Jahre enge Grenzen setzten, lieferte „Star Trek - Der Film” ein atemberaubendes Effekte-Upgrade für die Enterprise. Auch in den 80ern und 90ern boten die Kinobilder stets mehr Spektakel als das Fernsehen – denk nur an den brillanten Auftritt der Borg-Königin (Alice Krige) in „Star Trek - Der erste Kontakt”. J.J. Abrams hob die Reihe mit „Star Trek” schließlich auf ein audiovisuelles Blockbuster-Niveau, das sich vor Star Wars nicht verstecken brauchte. Genau diese kinoreifen Produktionswerte prägen heute die modernen Serien auf Paramount+.
Auch die Filmkomponisten feiern wir als absolute Helden. Was wäre das Universum ohne Jerry Goldsmiths mitreißende Musik für „Star Trek - Der Film”, James Horners nautische Klänge in „Star Trek II - Der Zorn des Khan” oder Michael Giacchinos epische Kompositionen für die Abrams-Filme?
Die leeren Versprechen von Paramount
Das neue Management von Paramount Skydance unter CEO David Ellison verspricht nun, das Kino-Franchise wieder zu priorisieren. Doch diesen Refrain hören wir Fans seit zehn Jahren. Hochkarätige Regisseure wie Quentin Tarantino verließen Projekte wegen kreativer Differenzen. Zwar kündigte Paramount auf der CinemaCon 2026 offiziell einen neuen Film an, ließ aber offen, ob es sich um das Projekt von Jonathan Goldstein und John Francis Daley handelt. Eine Garantie gibt es ohnehin nicht: Einen auf der CinemaCon 2024 groß angekündigten Origin-Film von Toby Haynes ließ das Studio klammheimlich wieder fallen.
Besonders bitter schmerzt das Ende von Star Trek 4. Nach einem Jahrzehnt in der Entwicklungshölle strich das Studio den Film mit Chris Pine, Zachary Quinto und Oscar-Preisträgerin Zoe Saldana endgültig. Ein riesiger Verlust für alle, die der Kelvin-Zeitlinie noch eine allerletzte Chance wünschten.
Ein wirklich gesundes Star Trek-Franchise floriert im Fernsehen und auf der Kinoleinwand. Filme belohnen nicht nur die Geduld der treuen Fans, sondern locken als kompakte Abenteuer auch absolute Neulinge an. Paramount hat die letzten zehn Jahre mit rätselhaftem Unvermögen vergeudet. Es wird höchste Zeit, das filmische Raumschiff wieder direkt auf Kurs in Richtung der Multiplex-Kinos zu steuern!
- Titel
- Untitled Star Trek Film
- Start
- Regisseur/in
- John Francis DaleyJonathan Goldstein
- Franchise / Filmreihe(n)