Deadpool & Wolverine ist seinen größten Rekord los

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Zwei Jahre lang war kein R-Rated-Film erfolgreicher. Jetzt hat ein Kino-Epos des Sommers 2026 den Rekord geknackt – und Ryan Reynolds gratuliert per Video.

Zwei Jahre lang stand die Bestmarke unangetastet: Kein Film mit R-Rating hatte weltweit mehr eingespielt als „Deadpool & Wolverine”. Seit dem 19. August 2026 ist das vorbei. Christopher Nolans „Die Odyssee” hat den Marvel-Film überholt und steht laut TheWrap bei 1,35 Milliarden Dollar weltweit. Zur Einordnung: Das R-Rating der US-Prüfstelle MPA ist keine Freigabe ab 18 – es entspricht hierzulande meist der FSK 16, und genau die hatte auch „Deadpool & Wolverine” in den deutschen Kinos.

Die Ablösung ist mehr als eine Fußnote in einer Rekordliste. Sie zeigt, wie ungewöhnlich das Kinojahr 2026 verlaufen ist: Ein dreistündiges Mythen-Epos ohne Superhelden, ohne Franchise-Vorgeschichte und mit einer Einstufung, die das jüngere Publikum von vornherein ausschließt, hat den bis dahin unangefochtenen Marvel-Rekord kassiert – und ist damit noch lange nicht am Ende seiner Laufzeit.

Ryan Reynolds gratuliert dem Sieger per Video

Bemerkenswert ist, wie der Verlierer damit umgeht. Ryan Reynolds, Hauptdarsteller und Mitautor von „Deadpool & Wolverine”, meldete sich am 19. August 2026 selbst zu Wort und gratulierte Nolan sowie dem Team öffentlich: „Glückwunsch an die gesamte Besetzung und Crew von The Odyssey dazu, der erfolgreichste R-Rated-Film zu werden. Das ist ein verdammt gutes Auto.”

Der Satz mit dem Auto ist der eigentliche Witz. In „Deadpool & Wolverine” prügeln sich die beiden Titelhelden im Inneren eines Honda Odyssey – eines Minivans, den Deadpool im Film ausdrücklich als „kein Auto” abkanzelt. Reynolds legte seinem Post ein 36 Sekunden langes Video bei, das Aufnahmen von Matt Damon als Odysseus beim Marsch durch einen Wald mit genau dieser Minivan-Prügelei verschneidet. Zwei Odysseys, ein Rekord: Wer ihn verliert, kann ihn immerhin noch als Pointe verwerten.

Nur drei R-Rated-Filme knacken die Milliarde

Der Kreis, in den „Die Odyssee” damit aufrückt, ist winzig. Vor ihr hatten es weltweit nur zwei R-Rated-Filme über die Milliardengrenze geschafft: „Joker” im Jahr 2019 als Erster überhaupt, danach „Deadpool & Wolverine”. Rechnet man die Inflation mit ein, kommt ein vierter Titel dazu – Der Exorzist (1973), der mit 441 Millionen Dollar Gesamteinspiel 44 Jahre lang die R-Bestmarke hielt, bis Andy Muschiettis Es (2017) ihn ablöste.

Lange galt das R-Rating in Hollywood als Deckel: Wer jüngere Teenager nur in Begleitung Erwachsener hereinlässt, verliert Zuschauer, also verliert er Geld. Dass innerhalb von sieben Jahren gleich drei Filme diese Rechnung widerlegt haben, hat die Kalkulation der Studios spürbar verschoben – sichtbar an der wachsenden Zahl groß budgetierter Projekte, die bewusst härter angelegt werden.

IMAX als Motor des Erfolgs

Ein wesentlicher Teil des Erfolgs läuft über das Format. „Die Odyssee” wurde als erster Film komplett mit IMAX-Filmkameras gedreht und genau damit vermarktet – wer das Ergebnis sehen wollte, hatte einen Grund, das teurere Ticket zu kaufen. Anfang August wurde der Film zum erfolgreichsten IMAX-Titel und zum ersten, der in diesem Format weltweit mehr als 300 Millionen Dollar einspielte.

Mehr als 40 Millionen Dollar davon stammen aus lediglich 41 Kinos, die den Film analog auf IMAX 70mm zeigen. Diese Vorstellungen sind laut TheWrap bis Mitte September ausverkauft. In den Hauptrollen sind Matt Damon als Odysseus, Tom Holland und Anne Hathaway zu sehen; seit Mitte Juli läuft der Film in den Kinos.

Der nächste Rekord ist bereits in Reichweite

Beendet ist die Laufzeit noch nicht. TheWrap sieht den Film auf Kurs Richtung 1,6 Milliarden Dollar: Die Starts in China und Südkorea liegen erst kurz zurück, Japan folgt im September. Jeder dieser Märkte kann die Zahl noch einmal deutlich bewegen.

Sollte „Die Odyssee” die Marke von 1,67 Milliarden Dollar erreichen, würde sie Jurassic World (2015) überholen und wäre – ohne Inflationsbereinigung – der bislang erfolgreichste Film in der Geschichte von Universal. Ob Marvel den Titel des stärksten R-Rated-Films irgendwann zurückholt, ist offen: Ein weiteres Deadpool-Projekt ist zwar in Arbeit, ein Starttermin steht bislang nicht fest.

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