„Der Schatten der Fledermaus“: James Watkins verrät, wie „Clayface“ das neue Gotham zeigt
Batman fehlt in „Clayface“, sein Schatten nicht: Regisseur James Watkins beschreibt das Gotham des DCU als korrupte, verdreckte Stadt nach dem Vorbild der New Yorker Straßenfotografie. Kinostart ist der 22. Oktober.
scifiscene bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Batman taucht in „Clayface” nicht auf – und soll trotzdem in jeder Szene zu spüren sein. Regisseur James Watkins hat im Interview mit dem Magazin SFX beschrieben, wie er das Gotham des neuen DC-Universums angelegt hat: korrupt, verdreckt, erdrückend. „Du bist in einer Stadt namens Gotham. Also spürst du den Schatten der Fledermaus wohl automatisch”, sagt Watkins. Zehn Tage vor dem Kinostart am 22. Oktober 2026 ist das die bislang genaueste Beschreibung der Stadt, die das DCU für seinen kommenden Batman-Neustart braucht.
Was James Watkins über das Gotham des DCU verrät
Als Vorbild nennt Watkins die Straßenfotografie der 1980er und 1990er Jahre, vor allem die Arbeiten aus der Dokumentation „Everybody Street”. Sie fange „den derben Glamour von New York” ein, „ein bisschen kantig, ein bisschen exzentrisch, ein bisschen bedrohlich, mit satten Farben”. Genau diese Mischung soll Gotham tragen – keine gotische Fantasiestadt, sondern eine Großstadt, die erkennbar an New York erinnert und dabei aus dem Leim geht.
Wie dieses Gotham aussehen soll, beschreibt Watkins ohne Umschweife: „Wir wollen, dass die Welt korrupt ist. Wir wollen eine Stadt, in der der Müll nicht abgeholt wird, in der man den Verfall spürt, in der es Dreck gibt und die Häuserschluchten einen erdrücken.” Das passt zum Ton des Films, der als Body-Horror mit R-Rating angelegt ist und sich damit klar vom hellen Grundton von Gunns Superman-Film absetzt.
Freie Hand hatte Watkins dabei nach eigener Aussage auch. Er sei „überhaupt nicht im Kleinen gesteuert” worden und habe „echte Unterstützung” von James Gunn und DC Studios bekommen – bemerkenswert für einen Film, der das Stadtbild für alles Weitere rund um Batman im DCU festlegt.
Batman fehlt – und ist trotzdem da
Einen Auftritt des Dunklen Ritters stellt Watkins nicht in Aussicht. Für die Rolle ist im DCU bislang auch niemand besetzt; zu sehen war Batman bisher nur als flüchtige Silhouette in „Creature Commandos”. Die Figur existiert in dieser Welt aber bereits – „Clayface” spielt chronologisch vor den Ereignissen der Animationsserie.
Watkins löst das über die Stadt selbst: Wer in Gotham unterwegs sei, spüre die Fledermaus „wegen der Natur des Ortes”, an dem man sich befindet. Für die Fan-Frage nach einem Cameo heißt das: eher nicht. Für den geplanten Batman-Film „The Brave and the Bold” heißt es, dass dessen Gotham in „Clayface” zum ersten Mal Gestalt annimmt.
Das Poster mit der Skyline
Mitte September hatte DC Studios ein drittes Poster zu „Clayface” veröffentlicht – das erste, auf dem Gotham City zu sehen ist. Aus der zerlaufenden Haut von Matt Hagen formt sich die Silhouette der Stadt, dazu die Zeile „Look fear in the face”. James Gunn hat das Motiv selbst auf X geteilt.
Gotham ist im DCU bislang eine Randnotiz. Ein erster Blick auf die neu entworfene Stadt tauchte in „Creature Commandos” auf, als Hintergrund für die Vorgeschichte von Doctor Phosphorus. „Clayface” ist der erste Realfilm, der dort spielt – und liefert damit das Stadtbild, an dem sich alles Weitere messen lassen muss.
Auffällig ist, was auf dem Motiv fehlt: kein Fledermaus-Symbol, kein hervorgehobenes DC-Logo, kein Hinweis auf ein größeres Universum. Das Marketing zielt erkennbar auf ein Horrorpublikum statt auf Superheldenfans – und Watkins’ Aussagen bestätigen, dass der Film diese Linie auch inhaltlich hält.
Body-Horror statt Helden-Humor
„Clayface” rückt den Gestaltwandler Matt Hagen in den Fokus, gespielt von Tom Rhys Harries. Nach einem entstellenden Unfall durchleidet der gescheiterte Schauspieler ein Identitätsdrama voller Body-Horror. Der Film trägt ein R-Rating und markiert damit einen deutlichen Tonwechsel für das DCU.
James Gunn macht damit klar: Sein Universum besitzt abseits von Superman und Supergirl dunkle Abgründe. Chronologisch ist „Clayface” zudem der früheste Film des neuen DCU – wer am 22. Oktober ins Kino geht, sieht also den Anfang der Zeitlinie.
Der erste komplette Trailer
Am 22. Juli 2026 hat DC Studios den ersten vollständigen Trailer zu „Clayface” veröffentlicht – und er löst das Body-Horror-Versprechen sichtbar ein. Der Clip zeigt Matt Hagen, der nach einem Messerangriff schwer entstellt im Krankenhausbett landet und dort eine experimentelle Behandlung mit mysteriösen Chemikalien erhält. Was zunächst wie Rettung wirkt, kippt in einen Albtraum: Hagens Gesicht verformt sich in rasender Folge, bis sein Körper zu formbarem Lehm zerfließt.
Regie führt James Watkins, das Drehbuch stammt von Mike Flanagan und Hossein Amini. Neben Tom Rhys Harries in der Titelrolle stehen unter anderem Naomi Ackie, Max Minghella, Eddie Marsan und David Dencik vor der Kamera. In den deutschen Kinos läuft „Clayface” am 22. Oktober 2026 an.
Darum geht's
Chefredakteur und Gründer von scifiscene.
Lege scifiscene als bevorzugte Quelle fest. Unsere Artikel erscheinen dann häufiger in deinen Google-Suchergebnissen und in den Top-Meldungen.













