Star Trek: Starfleet Academy – Der Holodoc und die Erlösung eines alten Voyager-Traumas
Eine emotionale Achterbahnfahrt erwartet dich: Während Sylvia Tilly den Kadetten hilft, heilt der Holodoc in Episode 8 alte Wunden. Ein Fest für Voyager-Fans.
Ein Wiedersehen mit Herzschmerz und Hoffnung
Haltet die Taschentücher bereit, denn Episode 8 von „Star Trek: Starfleet Academy”, „The Life of the Stars”, zielt direkt auf dein Trekkie-Herz. Nach den dramatischen Ereignissen um die USS Miyazaki kehrt nicht nur ein bekanntes Gesicht aus „Star Trek: Discovery” zurück, sondern wir erleben einen der wohl emotionalsten Momente im Leben unseres geliebten Holodocs. Diese Episode ist mehr als nur eine Füller-Folge; sie ist eine therapeutische Sitzung für die Charaktere – und vielleicht auch für uns langjährige Fans.
Tillys Theater-Therapie
Endlich wieder da: Lieutenant Sylvia Tilly (Mary Wiseman) kehrt zurück, um dort weiterzumachen, wo sie am besten ist – beim Formen junger Geister. Doch diesmal geht es nicht um Warpkern-Theorie, sondern um Seelenheil. Tilly nutzt das Theaterstück „Unsere kleine Stadt” (Our Town), um den traumatisierten Kadetten zu helfen, den Tod und ihre eigenen Ängste zu verarbeiten.
Besonders für Tarima, die sich nach den Ereignissen der sechsten Episode isoliert fühlt, ist dieser Ansatz zunächst ein rotes Tuch. Doch Tillys unkonventionelle Methode zeigt Wirkung: Das gemeinsame Spiel zwingt die Gruppe, sich ihren Dämonen zu stellen. Es ist die klassische Star Trek-Botschaft: Nur gemeinsam sind wir stark. Aber seien wir ehrlich, der wahre emotionale Anker dieser Folge liegt woanders.
Der Holodoc: Frieden nach 29 Jahren
Hier kommt der Moment, auf den wir gewartet haben: Robert Picardo liefert eine Performance ab, die uns direkt in die goldene Ära von Star Trek: Voyager zurückversetzt. SAM (Kerrice Brooks), unser liebenswerter Android/Hologramm-Hybrid, stirbt. Ihre Programmierung ist durch den Angriff der Furies irreparabel beschädigt, und selbst ihre mysteriösen Erbauer sind ratlos.
Captain Nahla Ake (Holly Hunter) drängt den Doktor zum Handeln, doch der zögert. Warum? Weil er ein „Feigling” ist, wie er selbst zugibt. Sein digitales Gedächtnis plagt ihn seit Jahrhunderten mit einem spezifischen Schmerz: dem Verlust seiner holografischen Tochter Belle.
Erinnerst du dich an „Das wirkliche Leben”?
Für alle, die sich erinnern: In der Voyager-Episode „Das wirkliche Leben” (Staffel 3, Episode 22) verlor der Doktor seine Tochter Belle durch eine Verletzung. Dieser Verlust hat ihn geprägt und ihn dazu gebracht, SAMs Versuche, eine Vater-Tochter-Bindung aufzubauen, immer wieder grausam zurückzuweisen. Die Angst, diesen Schmerz erneut zu fühlen, war zu groß.
Doch in „The Life of the Stars” springt er über seinen Schatten. Er entscheidet sich, SAM zu retten, indem er sie auf ihrem Heimatplaneten Kasq neu großzieht. Dank einer Zeitdilatation (ein schöner Wink zur Voyager-Folge „Es geschah in einem Augenblick”) vergehen dort 17 Jahre, während für die Sternenflotte nur zwei Wochen verstreichen.
Ein neues Leben für SAM – und den Doktor
Was folgt, ist pure Katharsis. Der Doktor bekommt die zweite Chance, die ihm verwehrt blieb. Er zieht SAM von einem „Säugling” zu einer 17-Jährigen auf und erlebt das Vaterglück, das er sich immer gewünscht hat. Als SAM zur Akademie zurückkehrt, hat sie zwei Leben im Speicher – und der Doktor hat endlich seinen Frieden gefunden.
Obwohl Tillys Rückkehr wohl nur ein Gastspiel war (sie lehrt eigentlich im Beta-Quadranten), bleibt diese Episode wegen Robert Picardo im Gedächtnis. Sie schließt einen Charakterbogen, der vor fast drei Jahrzehnten begann, und beweist einmal mehr: Star Trek ist am besten, wenn es menschliche Geschichten erzählt – selbst wenn die Protagonisten aus Photonen bestehen.