Wonder Woman: Die gescheiterte Verfilmung von 1974 und ihre Auswirkungen

Oliver Trebes, 01.02.2024 12:00 Uhr
Wonder Woman: Die gescheiterte Verfilmung von 1974 und ihre Auswirkungen

Der Misserfolg der Wonder Woman-Verfilmung von 1974 beeinflusste die Schaffung der beliebten TV-Serie mit Lynda Carter.

Der Fernsehfilm „Wonder Woman” aus dem Jahr 1974, der als Pilotfilm für eine mögliche Serie gedacht war, zeigt eine ganz andere Interpretation der bekannten Comicfigur. Der Film unter der Regie von Vincent McEveety zeigt die Schauspielerin Cathy Lee Crosby in der Titelrolle. Die Resonanz auf diesen Versuch, die Amazonenkriegerin auf die Leinwand zu bringen, war jedoch überwiegend negativ. Dies lag vor allem an der abweichenden Darstellung der Figur, die sowohl auf ihre charakteristischen Superkräfte als auch auf das berühmte Kostüm verzichtete. Die Reaktionen machten deutlich, dass eine originalgetreue Umsetzung des Comicstoffes für die Akzeptanz bei den Fans von zentraler Bedeutung ist.

Der Fernsehfilm stellt Wonder Woman nicht als Superheldin dar, sondern als eine Art Geheimagentin, die Missionen im Stile eines James Bond ausführt. Steve Trevor fungiert hier als Regierungsagent und Vorgesetzter von Wonder Woman. Das ungewöhnliche Konzept, der Figur ihre übermenschlichen Kräfte zu nehmen und das Kostüm radikal zu verändern, stieß auf breite Ablehnung. Diese Veränderungen führten dazu, dass das Publikum wenig Interesse an einer Fortführung dieser Interpretation zeigte.

Das mangelnde Interesse und die Kritik an dem Film bildeten jedoch die Grundlage für eine wichtige Entwicklung innerhalb des Wonder Woman-Franchise. Lynda Carter wurde daraufhin für die Rolle der Wonder Woman in einer Fernsehserie gecastet, die sich deutlich stärker an den Comicvorlagen orientierte und ein großer Erfolg wurde. Die Serie, in der Carter das traditionelle Outfit trug, achtete darauf, den Kern der Comicvorlage und die charakteristischen Merkmale der Titelfigur zu erhalten.

Die Erfahrungen aus der gescheiterten Verfilmung von 1974 sind auch heute noch lehrreich. Sie zeigen deutlich, dass es für den Erfolg von Comicverfilmungen unerlässlich ist, das Ausgangsmaterial so authentisch und respektvoll wie möglich zu adaptieren. Nur so kann das Wesen der Originalfiguren bewahrt und die Zufriedenheit der Fans erreicht werden. Die damaligen Ereignisse unterstrichen die Bedeutung der Comic-Treue in Verfilmungen und trugen so indirekt zur Entstehung und zum Erfolg weiterer Adaptionen bei, wie z.B. die Darstellung von Wonder Woman durch Gal Gadot im „DC Extended Universe”.

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