Wonder Woman: Was Gal Gadot wirklich über ihre DCU-Zukunft gesagt hat
Erst hieß es, Gal Gadot habe Wonder Woman abgeschworen. Jetzt spricht sie selbst – über ein Angebot von DC Studios, das sie ausschlug, und über Henry Cavill und Patty Jenkins.
Seit dem Wochenende läuft durch die sozialen Netzwerke, Gal Gadot habe einen Schlussstrich gezogen – sie werde nie wieder Wonder Woman spielen. Die Schlagzeilen klingen nach einer Ansage: bestätigt, endgültig, Abschied. Nur hat Gadot das so nie gesagt.
Was sie tatsächlich geäußert hat, ist nüchterner – und in der Sache interessanter als die Zuspitzung. Es ist die erste Wortmeldung der Darstellerin zu ihrer DC-Zukunft seit drei Jahren, und sie beschreibt vor allem eines: Funkstille zwischen ihr und dem Studio.
Das hat Gal Gadot gesagt
Die Aussage stammt aus einem Interview mit Grant Hermanns für ScreenRant, veröffentlicht am 28. August 2026 kurz nach Mitternacht deutscher Zeit. Anlass war nicht DC, sondern ihr kommender Prime-Video-Thriller „The Runner”. Auf ihre Aussichten im DC Universe angesprochen, sagte Gadot, sie habe keine konkreten Gespräche geführt – weder über eine Rückkehr als Diana Prince noch über eine andere Rolle, wie sie Jason Momoa mit Lobo bekommen hat. Der letzte ernsthafte Austausch liege in der Zeit, als das Studio den dritten Teil entwickeln wollte; seither habe sie nichts gehört.
Dazu kam ein Gruß an ihre Nachfolgerin, sinngemäß aus dem Englischen: Diese Figur liege vielen von uns sehr am Herzen, und wer auch immer sie spielen werde, der wünsche sie, dass sie diese großartige Reise genieße. Sie sei dankbar, die Gelegenheit bekommen zu haben, in Dianas Stiefeln zu stehen. Das ist ein Abschiedsgruß an eine Rolle, die sie ohnehin seit drei Jahren nicht mehr gespielt hat – keine Absage an ein Angebot, das es nie gab.
Warum daraus ein Rücktritt wurde
Der Weg von der Antwort zur Schlagzeile ist kurz: Aus „keine Gespräche geführt” wurde „bestätigt, dass sie fertig ist”, und ab da lief die Meldung durch die Aggregatoren. Auffällig war, was in den ersten Tagen fehlte – keines der großen US-Branchenmedien griff die Geschichte auf, und weder James Gunn noch DC Studios äußerten sich. Eine Personalie dieser Größenordnung würde nicht über ein Interview zu einem Streaming-Thriller laufen.
Der Unterschied ist mehr als Wortklauberei. Ein Studio, das schweigt, hat sich noch nicht entschieden – eine Darstellerin, die zurücktritt, schon. Gadot beschreibt den ersten Fall. Dass daraus der zweite wurde, sagt mehr über die Verwertungskette solcher Interviews aus als über die Zukunft der Rolle.
Was tatsächlich belegt ist
Dass Gadots Zeit als Diana Prince vorbei ist, steht unabhängig von diesem Interview seit Längerem fest. Ihr Kinodebüt als Amazone hatte sie 2016 in „Batman v Superman: Dawn of Justice”, danach führte sie mit „Wonder Woman” und „Wonder Woman 1984” zwei Solofilme an und war zuletzt in kurzen Auftritten in „Shazam! Fury of the Gods” und „The Flash” zu sehen. Ein dritter Solofilm war in Entwicklung und wurde im Dezember 2022 nach dem Führungswechsel bei DC gestrichen.
Seither gehört die Figur zum Neuanfang, nicht zur alten Ära. Die Post-Credits-Szene aus „Shazam! Fury of the Gods” hatte kurzzeitig Hoffnungen genährt, Gunn erklärte sie später ausdrücklich für nicht kanonisch. Neu an dieser Woche ist deshalb nicht die Sache selbst, sondern dass die Darstellerin sie zum ersten Mal bestätigt – aus ihrer Sicht, ohne Groll und ohne Studioquelle.
Im Podcast dreht Gadot das Bild um
Am 31. August legte Gadot nach, im Podcast „Happy Sad Confused” von Josh Horowitz. Und diesmal fällt eine Antwort, die das Bild der vergangenen Tage umdreht. Auf die Frage, ob Gunn oder Co-Chef Peter Safran sie irgendwann zusammengesetzt und ihr den Kurswechsel eröffnet hätten, sagte Gadot sinngemäß, es sei genau umgekehrt gewesen: Man habe ihr angeboten, den dritten Teil gemeinsam mit ihr zu entwickeln.
Ausschlaggebend sei gewesen, wie das Studio mit anderen umgegangen ist. Die Sache mit Henry sei, gelinde gesagt, nicht elegant gehandhabt worden, sagte sie mit Blick auf Henry Cavills Abgang als Superman – und schob nach, bei Patty sei es genauso gewesen. Gemeint ist Patty Jenkins, die beide Solofilme inszeniert hatte und deren dritter Teil mit dem Führungswechsel wegfiel. Groll klingt dabei nicht mit: Man sei erwachsen, es sei alles in Ordnung, die neue Leitung tue, woran sie glaube.
Einen dritten Teil würde sie heute selbst nicht mehr drehen
Unabhängig von der Studiopolitik nannte Gadot einen zweiten Grund, und der ist privater Natur. Selbst wenn man sie heute fragen würde, sei sie nicht sicher, ob sie noch einmal zusagen würde: Mit vier Kindern, verschiedenen Schulen und allem, was dazugehört, lasse sich eine so lange Abwesenheit nicht mehr einrichten. Ein Blockbuster dieser Größenordnung bindet eine Hauptdarstellerin über Monate, in aller Regel auf einem anderen Kontinent.
Damit stehen zwei Aussagen nebeneinander, die sich nicht widersprechen, aber unterschiedlich schwer wiegen. Die eine ist eine Absage an ein Angebot, das es in dieser Form längst nicht mehr gibt – der neue Wonder-Woman-Film des DCU ist als Neubesetzung angelegt. Die andere ist die erste offene Kritik der Darstellerin an der Art, wie DC Studios den Übergang 2022 abgewickelt hat. Am Stand der Rolle ändert das nichts. Für das Bild dieses Übergangs ist es die bislang deutlichste Wortmeldung aus dem alten Ensemble.
Wie es mit Wonder Woman im DCU weitergeht
Der neue Wonder-Woman-Film ist in Entwicklung. Das Drehbuch schreibt Ana Nogueira, die zuvor „Supergirl” verantwortet hat und zum festen Kreativteam des DCU gehört. Eine Darstellerin für Diana Prince ist bis heute nicht besetzt – Gunn hat entsprechende Gerüchte selbst zurückgewiesen. Ein Kinotermin steht ebenfalls noch nicht, weder in den USA noch in Deutschland.
Wer wissen will, wie die Figur bis hierher gekommen ist und was von ihr im neuen Universum zu erwarten ist, findet den Stand auf unserer Übersicht zu Wonder Woman. In welcher Reihenfolge die Filme des neuen Universums zusammenhängen, klärt unsere Übersicht der DCU-Filme.
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