DCU-Theorie: Nutzt James Gunn das Comic-Event 'Final Night' als Blaupause für die Justice League?
Das neue DC-Universum nimmt langsam Form an, doch der Heilige Gral bleibt der erste große Team-Film. Wir analysieren, warum das 90er-Jahre-Event 'Final Night' die perfekte, charakterzentrierte Vorlage für James Gunns Justice League sein könnte.
Während wir bisher nur erste Einblicke in das neue DCU erhalten haben, scharren Fans weltweit bereits mit den Hufen: Wann sehen wir die neue Justice League? Es ist die vielleicht größte Herausforderung für die DC-Studio-Chefs James Gunn und Peter Safran. Wie bringt man dieses ikonische Team zusammen, ohne alte Fehler zu wiederholen oder wie ein MCU-Abklatsch zu wirken?
Die Antwort könnte in den staubigen Comic-Archiven der 90er Jahre liegen. Eine aktuelle Theorie legt nahe, dass Gunn gut daran täte, das Crossover-Event 'Final Night' (1996) als Basis zu nutzen. Warum? Weil es genau die Stärken bedient, für die Gunn bekannt ist.
Was ist 'Final Night'?
Vergiss für einen Moment die klassischen Invasions-Szenarien à la Darkseid oder Steppenwolf. In Final Night, geschrieben von Karl Kesel, steht kein bösartiger Tyrann im Mittelpunkt, der die Weltherrschaft will. Der Antagonist ist der Sun-Eater – eine wolkenartige, kosmische Entität ohne böse Absichten, die schlichtweg Sterne konsumieren muss, um zu überleben.
Die Prämisse ist simpel und terrifizierend: Der Sun-Eater verdunkelt die Sonne. Die Erde friert ein. Die Helden haben fünf Tage Zeit, um das Ende allen Lebens zu verhindern. Es ist ein Szenario, das keine bloße Muskelkraft erfordert, sondern absoluten Überlebenswillen und Teamwork.
James Gunns Spezialität: Charakter vor Spektakel
Wenn uns die Guardians of the Galaxy-Trilogie eines gelehrt hat, dann dass James Gunn Meister darin ist, dysfunktionale Gruppen zu einer Familie zu schmieden. In den Guardians-Filmen waren die Schurken (wie Ronan) oft nur Mittel zum Zweck, um die Dynamik zwischen Rocket, Peter und Gamora voranzutreiben.
Auch in seinem kommenden Superman-Film deutet sich dieses Muster an: Lex Luthor wird nicht nur ein Bösewicht sein, sondern eine ausgearbeitete Protagonisten-Rolle neben dem Stählernen einnehmen. Gunn versteht, dass die Bedrohung wichtig ist, aber das Herz der Geschichte bei den Helden liegen muss.
Final Night passt perfekt in dieses Schema. Da der 'Feind' eine Naturgewalt ist, verschiebt sich der Fokus von Action-Set-Pieces hin zu menschlichen Dramen: Wie gehen die Helden mit einer Ausweglosigkeit um? Wie arbeiten Lex Luthor und die Justice League zusammen, wenn das Ende naht?
Heldenmut und das ultimative Opfer
Ein zentrales Motiv in Gunns Filmografie ist die Aufopferung. Wir haben es bei Groot im ersten Guardians gesehen, bei Yondu im zweiten und bei der Bereitschaft des ganzen Teams im dritten Teil. Auch Final Night gipfelt in einem Moment puren Heroismus.
In der Vorlage ist es Hal Jordan (damals als Parallax), der sich opfert, um die Sonne neu zu entzünden. Da wir wissen, dass die Serie Lanterns eine zentrale Rolle im DCU spielen wird und Hal Jordan neben John Stewart existiert, könnte dies der emotionale Anker des ersten Justice League Films werden. Vielleicht nicht als Schurke auf dem Weg zur Erlösung wie im Comic, sondern als veteraner Held, der das ultimative Opfer bringt.
Die Brücke zwischen Erde und Kosmos
Das neue DCU ist breit gefächert: Wir haben bodenständige Storys wie Peacemaker und kosmische Abenteuer wie Supergirl: Woman of Tomorrow. Ein Event wie Final Night wäre das ideale Bindeglied. Eine Bedrohung aus dem All, die Auswirkungen auf jeden einzelnen Menschen auf der Erde hat, zwingt kosmische Helden (Green Lanterns, Supergirl) und irdische Beschützer (Batman, Superman) zur Kooperation.
Anstatt also die Liga gegen den nächsten CGI-Monster-Armee-General antreten zu lassen, könnte James Gunn uns einen Katastrophen-Thriller im Superhelden-Gewand liefern. Es wäre frisch, es wäre emotional und es würde dem DCU endlich die eigenständige Identität geben, die es verdient.