„Ein völliger Bärendienst“: Hayley Atwell kritisiert Peggy Carters Tod im MCU
Hayley Atwell hat bei einer Convention in London so deutlich wie nie über den Tod von Captain Carter in Doctor Strange 2 gesprochen – und erzählt, dass sie am Set vergeblich versucht hat, die Szene zu ändern.
Peggy Carter stirbt in „Doctor Strange in the Multiverse of Madness” einen der kürzesten Tode der MCU-Geschichte: Als Captain Carter tritt sie einer Variante von Wanda Maximoff entgegen, wird von ihrem eigenen Schild zerteilt und ist nach wenigen Sekunden wieder aus dem Film verschwunden. Hayley Atwell, die die Figur seit 2011 spielt, hat jetzt bei einem Auftritt in London so deutlich wie nie gesagt, was sie davon hält.
Vor dem Publikum der Convention For the Love of Fantasy und Sci-Fi nannte sie die Szene laut Deadline einen völligen Bärendienst an der Figur – und berichtete, dass sie schon am Set vergeblich versucht habe, daran etwas zu ändern. Für Marvel kommt die Kritik zu einem heiklen Zeitpunkt: Im Dezember 2026 kehrt Atwell in „Avengers: Doomsday” auf die Leinwand zurück.
Was Hayley Atwell gesagt hat
„Wenn ich wirklich brutal ehrlich bin, war ich sehr enttäuscht davon, wie sie die Figur positioniert haben und was in dieser Szene mit ihr passiert ist”, zitiert Deadline die Schauspielerin. Die Szene sei so klein, und die Figur werde darin schlicht per Frisbee zu Tode befördert. Der Auftritt der Captain-Carter-Variante dauert im Film keine drei Minuten; die Illuminati um Professor X und Black Bolt werden in derselben Sequenz reihenweise ausgeschaltet.
Neu ist vor allem, was Atwell über die Dreharbeiten erzählte. Sie habe am Set versucht gegenzusteuern: „Ich habe versucht zu sagen: Kann ich noch etwas ergänzen? Kann ich etwas vorschlagen? Und sie sagten: Klar, aber nein.” Ihr Fazit fiel entsprechend aus – die Behandlung der Figur sei ein Fehlgriff und ein völliger Bärendienst gewesen.
Beiläufig verriet sie außerdem, dass sie einen Satz ihrer Figur in die eigenen Vertragsverhandlungen mit Marvel mitnimmt: „Ich kenne meinen Wert.” Wenn sie solche Zeilen überzeugend sprechen wolle, so Atwell, müsse sie sie auch selbst verkörpern.
Warum die Kritik nicht neu, aber schärfer ist
Zum ersten Mal äußert sich Atwell zu der Szene nicht. Bereits 2023 sagte sie im Podcast Happy Sad Confused, es passe nicht zusammen, wenn die Figur „Das kann ich den ganzen Tag machen” sage und unmittelbar danach von einem Frisbee zerteilt werde – das Publikum ziehe daraus zu Recht den Schluss, dass sie es eben nicht den ganzen Tag könne.
Der Unterschied liegt im Detail. Dass sie am Set aktiv interveniert hat und abgewiesen wurde, hat sie so bislang nicht erzählt. Damit verschiebt sich ihre Aussage von einer nachträglichen Einschätzung hin zu einem Vorgang während der Produktion – von „mir hat das nicht gefallen” zu „ich habe es angesprochen”. Wer Peggy Carters Weg von der SSR-Agentin im Zweiten Weltkrieg bis zur Mitgründerin von S.H.I.E.L.D. nachlesen will, findet ihn auf unserer Seite zur Figur Peggy Carter.
Was das für „Avengers: Doomsday” heißt
Atwell wird im Dezember 2026 in „Avengers: Doomsday” zurückerwartet. Bei der D23 im August stand sie gemeinsam mit Robert Downey Jr. und Chris Evans für den neuen Trailer auf der Bühne. Welche Fassung der Figur dort auftritt – die Peggy Carter aus der Hauptzeitlinie, eine weitere Captain-Carter-Variante oder etwas Drittes – hat Marvel bislang nicht gesagt.
Atwell selbst ließ durchblicken, worauf sie hofft: Die Captain-Carter-Version habe sichtlich Spaß gehabt, und sie hoffe, dass man der Figur in dieser Rolle eines Tages mehr gebe. Ein Versprechen ist das nicht – aber es ist die deutlichste Ansage der Darstellerin, dass sie den kurzen Auftritt von 2022 nicht als Schlusspunkt verstanden wissen will. Nach „Captain America: The First Avenger”, der Serie Agent Carter und dem Wiedersehen in „Avengers: Endgame” wäre ein zweiter Anlauf als Captain Carter die naheliegendste Art, das gerade zu ziehen.
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