James Bond 26: Das Drehbuch ist fertig – Oldman kennt den neuen 007 doch nicht
Steven Knight hat die erste Fassung des Drehbuchs zu Bond 26 abgeschlossen. Gary Oldman stellt zugleich klar: Er weiß nicht, wer den neuen 007 spielt – bleibt aber dabei, dass die Entscheidung gefallen ist.
Schnall dich an, denn das nächste Kapitel der britischen Spionage-Saga nimmt Gestalt an. Nach dem Ausstieg von Daniel Craig entwickelt Amazon MGM Studios den „Untitled James Bond Film” als lupenreines Reboot – mit einer deutlich jüngeren Version von Agent 007. Wer die Rolle übernimmt, soll nach dem Zeitplan des Studios noch in diesem Jahr feststehen, damit die Dreharbeiten 2027 beginnen können.
Steven Knight: Die erste Drehbuchfassung steht
Im Rummel um die Besetzung geht fast unter, dass die Reihe gerade eine handfeste Etappe genommen hat: Das Drehbuch liegt in erster Fassung vor. Steven Knight hat das im britischen Sender Greatest Hits Radio bestätigt, wo ihn Moderatorin Zoe Ball fragte, ob der Entwurf durch sei. Knights Antwort fiel so knapp wie eindeutig aus: „Ich nicke stumm.”
Mehr Details wollte der „Peaky Blinders”-Schöpfer nicht preisgeben, von der Aufgabe schwärmte er dafür umso offener: „Ich liebe es, daran zu arbeiten. Es ist eine Ehre, gefragt worden zu sein. Und ich glaube, es wird so gut. Ich glaube wirklich, es wird großartig.” Der Auftrag sei für ihn „mehr als eine Bucket List”.
Das ist mehr als eine Randnotiz, weil das Studio die Reihenfolge selbst so festgelegt hatte: erst das Buch, dann die entscheidenden Vorsprechen. Ist der Entwurf durch, fällt damit genau die Bedingung weg, die eine Verkündung bislang noch hätte aufhalten können.
Gary Oldman rudert zurück: „Ich weiß es nicht”
Fast zeitgleich hat Oldman seine vielzitierte Aussage selbst eingeordnet. Bei einer Visionaries-Session des Filmfestivals in Toronto stellte er gegenüber Moderator Josh Horowitz klar, dass er den neuen 007 gar nicht kennt: „Es stehen sechs Leute auf einer engeren Liste. Ich habe ein Gerücht gehört, dass sie James Bond ausgewählt haben, aber sie haben es noch nicht verkündet, was ihr gutes Recht ist. Ich weiß also nicht, wer die Rolle bekommen hat – aber ich hoffe, es ist Jack.”
Damit ist die Lesart vom Tisch, Oldman habe die Besetzung von Jack Lowden ausgeplaudert. Stehen bleibt seine Behauptung, die Entscheidung sei gefallen – und eine Zahl, die vorher niemand genannt hatte: sechs Namen in der engeren Auswahl. Auf die Frage, ob er selbst einen Bond-Bösewicht spielen würde, antwortete Oldman trocken: „Finger weg von Drogen und Bond-Schurken.”
Seine Verschwiegenheit hat er sich nach eigenen Worten hart erarbeitet. Einst habe er vorab die Freigabe von „The Dark Knight Rises” ausgeplaudert und sich dafür eine Rüge eingefangen. Selbst wenn er den Namen wüsste, sagte er, würde er ihn nicht verraten – er habe schließlich ein rotes Telefon zu den „Bond-Leuten”.
Gary Oldman: „Sie haben ihre Wahl getroffen”
Anfang September hat Gary Oldman die Debatte neu entfacht. In einem Interview mit dem kanadischen Fernsehformat „The Morning Show” sagte der Schauspieler, die Entscheidung sei längst gefallen. Es werde gemunkelt, sein Kollege aus der Apple-Serie „Slow Horses”, Jack Lowden, stehe auf der engeren Liste: „Wir werden es ziemlich bald erfahren, oder? Denn sie haben ihn ausgewählt. Sie haben ihre Wahl getroffen, sie haben sie nur noch nicht verkündet. Ich drücke Jack die Daumen.”
Oldman ist an der Produktion nicht beteiligt, seine Aussage ist also kein offizieller Stand, sondern die Einschätzung eines gut vernetzten Kollegen. Amazon MGM Studios hat sich dazu nicht geäußert. An der Ausgangslage ändert das zunächst wenig: Neben Lowden kursieren weiterhin die Namen Callum Turner, Jacob Elordi, Harris Dickinson, Aaron Taylor-Johnson und Tom Holland – bestätigt ist keiner davon.
Steven Knight verweigert das Dementi
Interessanter als die Behauptung selbst ist, wie ein tatsächlich Beteiligter darauf reagiert. Drehbuchautor Steven Knight wurde am Dienstagmorgen im Programm „Today” von BBC Radio 4 gefragt, ob die Besetzung feststehe. „Ich kann über dieses Thema nicht sprechen. So gern ich es auch täte”, antwortete Knight lachend – und fügte an, er empfinde die Arbeit an Ian Flemings Spion für Amazon MGM Studios als seine „Pflicht für König und Vaterland”.
Auf die Nachfrage, ob er beim Schreiben denn wisse, wer den Agenten spielt, wurde er deutlicher: „Es macht das Leben ein bisschen leichter, wenn man weiß, wer diese Person ist. Aber man muss die Figur schreiben, nicht den Schauspieler.” Als die Moderatorin ein drittes Mal nachhakte, ob man es ihm vor Beginn der Arbeit gesagt habe oder erst mittendrin, lachte Knight nur: „Ich verweise auf meine vorherige Antwort.”
Ein verweigertes Dementi ist keine Bestätigung. Es passt aber zu dem Zeitplan, den Deadline über den Sommer beschrieben hat: Die entscheidenden Vorsprechen waren für den August angesetzt, Produzentin Amy Pascal, Produzent David Heyman und Regisseur Denis Villeneuve informierten die Kandidaten der engeren Auswahl persönlich. Hat dieser Plan gehalten, wäre eine Entscheidung im Spätsommer genau der Punkt, an dem wir jetzt stehen – und die Verkündung eine Frage von Wochen, nicht von Monaten.
Nebenbei verriet Knight, woran er sich beim Schreiben orientiert: „Bond ist sein eigenes Universum, sein eigenes Franchise. Es gibt bestimmte Regeln. Natürlich muss man die Reihe weiterentwickeln, aber ich mag, wo sie steht. Ich mag, dass sie britisch ist. Ich mag, dass sie nicht DC oder Marvel ist.” Wer auf einen 007 im Superhelden-Maßstab gehofft hatte, bekommt hier eine erste Absage.
Nina Gold sucht den neuen 007
Den ersten harten Schritt hat das Studio im Mai gemacht: Nina Gold ist als Casting-Direktorin an Bord. Amazon MGM bestätigte den Stand am 14. Mai 2026 über den offiziellen 007-Kanal mit einem knappen Satz – die Suche nach dem nächsten James Bond laufe, Details werde man während des Castings nicht kommentieren. Zuerst berichtet hatte Variety.
Gold ist keine beliebige Wahl. Sie hat „Game of Thrones” und die Netflix-Serie The Crown besetzt, dazu fünf Filme des Star-Wars-Franchise, und war zuletzt für „Hamnet” für den erstmals vergebenen Casting-Oscar nominiert. Sie arbeitet direkt mit Regisseur Denis Villeneuve und den Produzenten Amy Pascal und David Heyman zusammen.
Die Entscheidung soll noch 2026 fallen
Wie Deadline exklusiv berichtet, hat Villeneuve Schauspieler persönlich angerufen, um ihnen mitzuteilen, dass sie in die entscheidende Casting-Runde gekommen sind. Diese Runde war für den August angesetzt. Wie viele Kandidaten tatsächlich vorsprechen, ist unklar: Manche Quellen sprechen von fünf bis sieben, andere von einer zweistelligen Zahl – Oldman nennt inzwischen sechs Namen auf der engeren Liste.
Der Zeitplan dahinter ist das eigentlich Interessante. Das Studio will seinen Darsteller bis Ende 2026 haben, damit die Produktion irgendwann 2027 anlaufen kann. Ein Kinostart vor 2028 ist damit praktisch ausgeschlossen. Vor den Vorsprechen sollten Villeneuve und Drehbuchautor Steven Knight das Buch fertig haben – die Reihenfolge war dem Studio wichtiger als Tempo. Dieser Punkt ist nun abgehakt.
Wer schnappt sich die Lizenz zum Töten?
Bestätigt ist kein einziger Name. Deadline nennt Harris Dickinson, Callum Turner und Jacob Elordi als Schauspieler, die dem Profil entsprechen, das die Produzenten für diese Runde suchen – ausdrücklich ohne Bestätigung, dass einer von ihnen tatsächlich vorspricht. Ältere Gerüchte um Louis Partridge tauchen in den aktuellen Berichten nicht mehr auf.
Villeneuve selbst hatte früh durchblicken lassen, dass er einen weitgehend unbekannten britischen Darsteller bevorzugt – was jede Wettliste prominenter Namen unter Vorbehalt stellt. Wer bislang die Lizenz zum Töten hatte, von Sean Connery bis Daniel Craig, findest du in unserer Übersicht aller James-Bond-Filme.
Ein kreatives Dreamteam für den neuen 007
Auf der CinemaCon bestätigte das Studio, dass die Suche nach dem perfekten Darsteller ohne Zeitdruck abläuft. Courtenay Valenti, Head of Film bei Amazon MGM Studios, unterstreicht das tiefgreifende Verantwortungsgefühl gegenüber der gefeierten Filmreihe.
Wir nähern uns der Entscheidung mit einem tiefen Respekt vor der Figur und dem Franchise. Die Möglichkeit, das nächste Kapitel zu formen, ist eine große Verantwortung, die wir ernst nehmen.
Um das Erbe fortzusetzen, vereint das Studio ein Top-Team: Regisseur Denis Villeneuve übernimmt die Inszenierung, unterstützt von den Produzenten Amy Pascal und David Heyman sowie der Ausführenden Produzentin Tanya Lapointe. Das Drehbuch schreibt Steven Knight, der seit dem Sommer 2025 an Bord ist.
Gerüchteküche: KI, 1960er oder Origin-Story?
Während die offizielle Handlung streng unter Verschluss liegt, schießen die Gerüchte in alle Richtungen: Bekommt es der neue Spion mit künstlicher Intelligenz zu tun? Katapultiert uns der Film zurück in ein waschechtes 1960er-Jahre-Setting? Oder erlebst du eine brandneue Origin-Story des Kultagenten?
Belegt ist davon nichts. Fest steht bislang nur, dass der Film Craigs Zeitlinie nicht fortsetzt, sondern die Figur von vorn erzählt – und dass die nächste echte Nachricht die Besetzung sein wird. Nach dem Zeitplan des Studios kommt sie in den nächsten Monaten.
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