Star Trek: Jonathan Frakes spricht über die Krise des Franchise
Star Trek feiert sein 60. Jubiläum, doch die Kameras stehen still. Jonathan Frakes spricht offen über gecancelte Serien, toxische Fans und seine Hoffnung für die Zukunft.
Du feierst das 60-jährige Jubiläum von Star Trek, doch Paramount dreht dir den Saft ab. Klingt wie ein schlechter Scherz? Genau das durchlebt das Franchise momentan. Niemand Geringeres als Commander Will Riker persönlich, Jonathan Frakes, meldet sich nun zu Wort. Der Star aus „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert” und Regisseur von „Star Trek - Der erste Kontakt” macht sich ernsthafte Sorgen um das Vermächtnis von Gene Roddenberry.
In einem aktuellen Podcast-Auftritt redet Frakes Klartext. Es frustriert ihn enorm, dass pünktlich zum runden Geburtstag keine neuen Serienprojekte grünes Licht bekommen.
Ich finde es traurig, dass sie ausgerechnet diesen Moment gewählt haben, um kein neues Trek in Produktion zu haben, um das 60-jährige Jubiläum unseres unglaublichen Franchise zu feiern. Es wirkt wie eine sehr unglückliche Ironie. Ich bin mir sicher, dass Trek wieder auftauchen wird, das hat es immer und wird es immer tun. Und die Kraft, die Roddenberry in das Franchise investiert hat, scheint sechs Jahrzehnte überstanden zu haben.
Toxische Trolle und explodierende Budgets
Doch woran hakt es? Paramount+ stampfte „Star Trek: Starfleet Academy” überraschend ein. Frakes enthüllt, dass er die bittere Pille direkt von den Showrunnern Alex Kurtzman und Noga Landau serviert bekam. Sie stellten die Serie offiziell auf Eis. Ein erschreckender Grund dafür: toxische Fankampagnen im Netz. Menschen, die die Serie nicht einmal gesehen haben, torpedierten das Projekt.
Ja, ist das nicht bedauerlich? Und so fühlte auch Kurtzman. Ich bekam einen Anruf von Alex und Noga Landau [...] Sie riefen die Leute an, um ihnen mitzuteilen, dass die Show quasi 'auf Eis' liegt, ich glaube, das war der Ausdruck, den sie benutzten. Und es war genau das [...] sie kamen nicht umhin, die Trolle als Faktor zu erwähnen.
Frakes legt den Finger in die Wunde und kritisiert zudem die astronomischen Kosten moderner Produktionen. Während er in den 80er Jahren bei „Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert” noch auf pures Storytelling und gutes Schauspiel setzte, verlangt das heutige Publikum nach teuren Shoot to thrill-Kinospektakeln. Diese gigantischen Budgets und der Wechsel in der Chefetage bei Paramount und CBS brechen dem Franchise nun das Genick.
Ein Lichtblick am Ende des Tunnels?
Ganz auf dem Trockenen sitzt du als Fan glücklicherweise nicht. Paramount+ feuert noch bis 2027 abgedrehtes Material in den Äther. Dich erwarten die vierte, fünfte und finale Staffel von „Star Trek: Strange New Worlds” sowie die fertiggestellten Episoden von „Star Trek: Starfleet Academy”. Doch was passiert danach? Frakes klammert sich an Gerüchte über einen neuen Kinofilm, den die Macher von „Dungeons & Dragons: Ehre unter Dieben” inszenieren sollen.
Ich bin sehr optimistisch, was die Zukunft angeht. Ich wünschte nur, es würde jetzt schon etwas brodeln. Ich weiß, dass von einem weiteren Film die Rede ist. Ich glaube nicht, dass es einer der J.J.-Filme sein wird. Es scheint eine brandneue Idee zu sein. [...] Aber in Wahrheit wird bis 2027 ein Star Trek auf dem Sender sein. Das gibt uns viel Zeit, etwas anderes in den Ofen zu schieben, wenn man so will.
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Auch wenn das geplante Prequel Star Trek: Year One (TBA) wohl endgültig vom Tisch ist, träumt Frakes weiterhin davon, dass das heiß ersehnte Spin-off Star Trek: Legacy (TBA) aus „Star Trek: Picard” irgendwann Realität wird. Bleibt nur abzuwarten, wie das neue Management von Paramount Skydance die Zukunft gestaltet und ob Frakes dann wieder als Captain Riker auf der Brücke steht oder im Regiestuhl Platz nimmt.
- Titel
- Star Trek: Nemesis
- Start
- 16.01.2003
- Regisseur/in
- Stuart Baird
- Franchise / Filmreihe(n)