„The Punisher: One Last Kill": Jon Bernthal kehrt als Frank Castle ins MCU zurück
Frank Castle teilt im R-Rated-Special The Punisher: One Last Kill wieder hart aus. Wir verraten dir, wie düster das MCU wird und wie es für den Antihelden weitergeht.
Jon Bernthal ist zurück als Frank Castle. Mit „The Punisher: One Last Kill" liefert Marvel Studios eine sechzig Minuten lange Special Presentation, die seit dem 13. Mai 2026 in Deutschland bei Disney+ abrufbar ist. Das Special schließt direkt an das Finale von „Daredevil: Born Again” Staffel 2 an und schlägt zugleich eine Brücke zu „Spider-Man: Brand New Day", in dem Bernthal am 30. Juli 2026 erstmals als Punisher in einem MCU-Kinofilm zu sehen sein wird.
Wo Frank Castle in der Handlung steht
Zu Beginn von „One Last Kill" hat Frank Castle sein persönliches Rachemissions-Ziel erreicht. Jeder Kriminelle, der mit dem Mord an seiner Familie zu tun hatte, ist tot. Damit erklärt das Special auch, warum Bernthal in „Daredevil: Born Again” Staffel 2 nicht zu sehen war. Frank hat sich nach Little Sicily zurückgezogen, einem von der italienischen Gnucci-Familie kontrollierten New Yorker Viertel aus den Comics.
Die Special Presentation zeigt einen psychisch ausgebrannten Frank Castle. Er wird von Geistern aus seiner Vergangenheit heimgesucht: ehemalige Marine-Kameraden, seine Frau Maria, seine Tochter Lisa und Karen Page. All das sind Halluzinationen, die ihn gleichzeitig quälen und tragen.
Ma Gnucci als neue Gegenspielerin
Die Hauptantagonistin ist Ma Gnucci, gespielt von Judith Light. Die Mafia-Matriarchin im Rollstuhl will Rache für ihren Mann Benny und ihre Söhne Bobby, Eddie und Carlo, die Frank im Zuge seines Feldzugs getötet hat. Ma Gnucci setzt ein Kopfgeld auf Frank aus und schickt damit ganz Little Sicily auf ihn los.
Statt sich an der gebrechlichen Mafia-Witwe zu rächen, trifft Frank eine andere Entscheidung. Er beschützt ein junges Mädchen namens Charli und ihren Vater. Diese Wendung wird zum entscheidenden Moment des Specials. Anders als in Garth Ennis' brutaler MAX-Vorlage, in der Frank Ma Gnucci ins Eisbärgehege des Central Park Zoo wirft, lässt er sie in der MCU-Version am Leben. Damit bleibt sie als Gegenspielerin für künftige Geschichten erhalten.
Die Easter Eggs und Netflix-Verbindungen
Das Special ist voll mit Anspielungen auf die Netflix-Ära. Jason R. Moore kehrt als Curtis Hoyle zurück, Franks Marine-Kamerad aus der Netflix-Serie. Kelli Barrett ist erneut als Maria Castle zu sehen. Die Rolle der Tochter Lisa wird von Addie Bernthal gespielt, der echten Tochter von Jon Bernthal. Deborah Ann Woll taucht als Karen Page in einer Halluzinations-Sequenz auf.
Zu den Schauplätzen, die direkt aus der Netflix-Ära übernommen werden, zählen der Friedhof mit den Gräbern von Franks Familie sowie das Karussell im Central Park, an dem seine Familie ermordet wurde und an dem er später Billy Russo entstellte. Auch Franks ikonische Mordtafel ist wieder dabei. Wer genau hinsieht, entdeckt zudem den blau-weißen Anthora-Kaffeebecher mit der Aufschrift „We Are Happy to Serve You", der zuvor schon in „Thor: Ragnarok", „Spider-Man: No Way Home" und „Hawkeye" auftauchte.
Eine besondere Rolle spielt das Kinderbuch „One Batch, Two Batch, Penny & Dime", das Frank seiner Tochter am Abend des Mordes vorlesen wollte. Der Reim taucht in Rückblenden auf und wird am Ende von Frank selbst aufgesagt.
Die Wandlung zum Punisher
Am Ende des Specials sieht man Frank wieder in seinem klassischen Outfit: schwarze Kleidung, weißes Totenkopf-Shirt, kurzes Haar, voller Bart. Der neue Look erinnert deutlich an die Frank-Castle-Version, die im ersten Trailer zu „Spider-Man: Brand New Day" zu sehen war. Das ist kein Zufall. Bernthal selbst erklärte, dass dies der Moment ist, in dem Frank den Punisher als Identität annimmt, nicht mehr als reine Racheinstanz für die eigene Familie, sondern als Beschützer für andere.
Bernthal beschreibt diesen Wandel so: Frank ehre seine Familie nun, indem er andere Familien zusammenhalte. Statt der bisherigen Souvenirs seiner Opfer legt er am Ende ein Geschenk eines Kindes auf das Grab seiner Tochter. Diese Szene markiert den Punkt, an dem Frank Castle vom getriebenen Rächer zum klassischen Anti-Helden der Comics wird.
Stimmen zum Special
Die ersten Pressereaktionen fielen überwiegend positiv aus. Rob Keyes von ScreenRant nannte das Special das bisher erwachsenste Projekt der Marvel Studios. Maggie Lovitt von Collider hob das introspektive Charakterstudium hervor. Josh Wilding sprach von einer kompromisslosen Auseinandersetzung mit Trauer und PTBS. Rotten Tomatoes zeigt aktuell 85 Prozent positive Kritikerbewertungen und 93 Prozent Zustimmung beim Publikum.
Mit nur rund 48 Minuten reiner Laufzeit fällt das Special kurz aus. Filmstarts und Moviepilot heben die zweite Hälfte besonders hervor, in der Regisseur Reinaldo Marcus Green ein zwanzigminütiges Action-Feuerwerk im Stil von [The Raid] und [John Wick] entfesselt. Bernthal schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Green, mit dem er bereits bei „King Richard" zusammengearbeitet hatte.
Wie es mit Frank Castle weitergeht
Bernthal kehrt am 30. Juli 2026 in „Spider-Man: Brand New Day" auf die große Leinwand zurück. Das ist sein erster MCU-Kinofilm und der erste Auftritt eines Punisher im Kino seit Ray Stevenson in „Punisher: War Zone" von 2008. Im Trailer ist bereits zu sehen, wie Frank in seinem klassischen Battle Van auf Peter Parker trifft. Bernthal und Tom Holland sind seit Jahren befreundet und werden zudem gemeinsam in Christopher Nolans „The Odyssey" zu sehen sein.
Ob Frank in „Daredevil: Born Again” Staffel 3 auftaucht, die für 2027 vorgesehen ist, hat Marvel Studios bislang nicht bestätigt. Eine Post-Credit-Szene gibt es in „One Last Kill" nicht. Das Special bleibt bewusst eine in sich geschlossene Geschichte.
„The Punisher: One Last Kill" ist seit dem 13. Mai 2026 in Deutschland bei Disney+ abrufbar, freigegeben ab 16 Jahren.
- Start
- 30.07.2026
- Regisseur/in
- Destin Daniel Cretton
- Drehbuch
- Chris McKennaErik Sommers
- Franchise / Filmreihe(n)