A24 verfilmt die SCP Foundation: Internet-Horror fürs Kino 2027

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Nach dem Überraschungserfolg von Backrooms greift A24 die nächste Internet-Legende auf: Die SCP Foundation wird verfilmt, als Ableger der V/H/S-Reihe. Der Kinostart ist für 2027 geplant.

Das nächste Horror-Universum aus dem Internet bekommt einen Kinofilm: A24 steigt bei einer Verfilmung der SCP Foundation ein, jenem kollektiv geschriebenen Archiv aus anomalen Objekten, Kreaturen und Fundstücken, das seit 2008 im Netz wächst. Wie Deadline exklusiv berichtet, sichert sich das Studio die weltweiten Rechte und peilt einen Kinostart im Jahr 2027 an.

Der Film entsteht gemeinsam mit Spooky Pictures und Image Nation Studios und ist ausdrücklich als Ableger der Found-Footage-Reihe „V/H/S” angelegt. Einen Titel gibt es noch nicht, Handlungsdetails werden unter Verschluss gehalten. Was feststeht, ist der Rahmen — und der ist für ein Internet-Phänomen dieser Art ungewöhnlich groß.

Was die SCP Foundation eigentlich ist

Die SCP Foundation entstand 2008 als Beitrag in einem Internetforum und wuchs von dort zu einem der umfangreichsten von Fans geschriebenen Horror- und Science-Fiction-Universen überhaupt. Tausende Autorinnen und Autoren aus aller Welt haben Einträge beigesteuert: nüchtern formulierte Akten über Objekte, Wesen und Phänomene, die sich physikalischen Regeln entziehen.

Der Rahmen ist immer derselbe: Eine geheime Organisation sammelt diese Anomalien ein, sperrt sie weg und schützt die Menschheit vor ihnen — daher das Kürzel „Secure, Contain, Protect”. Gerade der bürokratische, betont sachliche Tonfall der Einträge macht den Reiz aus. Er wirkt wie ein durchgesickertes Dokument, nicht wie eine Gruselgeschichte, und genau dieser Effekt hat das Format über anderthalb Jahrzehnte getragen.

Warum A24 gerade jetzt zugreift

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. A24 hat in diesem Jahr mit „Backrooms” einen der größten Horror-Überraschungserfolge gelandet — die Verfilmung des Internet-Phänomens um endlose, leere Räume spielte weltweit über 394 Millionen Dollar ein. Auch dieser Stoff stammte aus einer Creepypasta, also einer kurzen, von Nutzern geschriebenen Schauergeschichte aus einem Internetforum.

Seither sucht Hollywood systematisch nach der nächsten Netzlegende mit eingebautem Publikum. Erst im August wurde bekannt, dass auch Jeff the Killer einen Kinofilm bekommt. Die Verantwortlichen von Image Nation und Spooky Pictures formulieren die Logik dahinter offen: Internet-Folklore sei eine schnell wachsende Quelle für neue Horror-Stoffe, weil die Fangemeinde bereits existiert, bevor der erste Trailer läuft.

Ein Ableger der V/H/S-Reihe

Bemerkenswert ist die Einordnung: Der SCP-Film wird kein eigenständiges Projekt, sondern der nächste Eintrag der „V/H/S”-Reihe. Die Found-Footage-Anthologie läuft seit 2012 und besteht aus kurzen, angeblich gefundenen Videobändern, die zu einem Rahmenfilm zusammengesetzt werden. Image Nation Studios und Spooky Pictures hatten sich die Rechte an der Reihe Anfang des Jahres gesichert.

Das passt inhaltlich besser, als es zunächst klingt: Auch die SCP-Einträge sind Fundstücke, angebliche Dokumente aus einem Archiv, das es nicht geben dürfte. Der nächste reguläre Teil der Reihe, „V/H/S/Mixtape”, läuft im Oktober beim Streamingdienst Shudder — an der SCP-Adaption arbeiten mit Josh Goldbloom und Michael Schreiber zwei Produzenten, die bereits mehrere frühere Teile verantwortet haben.

Was noch offen ist

Offen sind die Fragen, die zählen: Wer inszeniert, wer spielt, welches der tausenden SCP-Objekte im Mittelpunkt steht. Produziert wird von Roy Lee und Steven Schneider für Spooky Pictures gemeinsam mit A24, Goldbloom und Schreiber; als ausführende Produzenten sind Ben Ross von Image Nation, Rami Yasin und Jakob Pollack von Spooky Pictures sowie Brad Miska genannt. Eine Regie ist bislang nicht bestätigt.

Ebenfalls unklar ist der deutsche Start. Ein Termin für 2027 bezieht sich zunächst auf die US-Kinos; ein deutscher Verleih steht noch nicht fest. Bei „Backrooms” lag der deutsche Start nur wenige Tage hinter dem amerikanischen — ein vergleichbares Vorgehen wäre bei einem Titel mit derselben Zielgruppe plausibel, ist aber bislang nichts weiter als eine Erwartung.

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