DC / Kritiken

„Clayface“ überzeugt die meisten Kritiker: US-Presse lobt Body-Horror und Tom Rhys Harries

Zum Deutschlandstart von „Clayface“ liegen die großen US-Kritiken vor: gelobt werden der drastische Body-Horror und Hauptdarsteller Tom Rhys Harries, bemängelt wird das Drehbuch. Was die wichtigsten Besprechungen sagen.

Oliver Trebes Von Oliver Trebes · ·4 Min. Lesezeit
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„Clayface“ überzeugt die meisten Kritiker: US-Presse lobt Body-Horror und Tom Rhys Harries
Skydance

„Clayface” läuft seit heute, dem 22. Oktober, in den deutschen Kinos, einen Tag vor dem US-Start. Pünktlich dazu liegen die großen Besprechungen aus den USA und Großbritannien vor, und sie fallen überwiegend positiv aus. Laut The Hollywood Reporter, der die Stimmen gesammelt hat, kam der dritte Kinofilm des neuen DC-Universums zum Start auf rund 74 Prozent positive Kritiken bei Rotten Tomatoes. „Supergirl” lag zum Vergleich bei etwa 52 Prozent.

Gelobt werden vor allem zwei Dinge: der drastische, über weite Strecken handgemachte Body-Horror und Tom Rhys Harries, der als Schauspieler Matt Hagen seine erste große Hauptrolle spielt. Die Einwände richten sich gegen das Drehbuch von Mike Flanagan und Hossein Amini, das manchen Kritikern zu vorhersehbar und zu oberflächlich ist.

Das Lob: „eine der großen Überraschungen des Jahres”

Am begeistertsten ist The Hollywood Reporter. Die Kritik nennt „Clayface” „eine der großen Überraschungen des Jahres” und stellt den Film neben die Body-Horror-Werke von David Cronenberg und Sam Raimi. Hervorgehoben wird eine Szene in einer Flugzeugtoilette: Bei schweren Turbulenzen versucht Matt Hagen, die über seinen Augen zusammengewachsene Haut mit einer Nagelschere aufzuschneiden. Für den Reporter ist das „eine Meisterklasse in filmischer Spannung”.

Auch Variety ist angetan und beschreibt „Clayface” als „guten, ekligen Spaß”, für den niemand DC-Vorwissen braucht. Tonal sei der Film sein eigenes Ding und näher am Neunziger-Horror wie „Darkman” als an „Superman”. Deadline zieht denselben Vergleich: War „Superman” für die klassischen Superheldenfans, sei „Clayface” für Horrorfans gemacht. Regisseur James Watkins treffe die Schockmomente und spare bei den Tötungsszenen an nichts.

Das Fachmagazin Slant geht noch weiter. Als eigenständiger Film sei „Clayface” ein „überraschend robuster” Horror-Thriller, als indirekte Vorbereitung auf einen kommenden Batman sogar „ein Geniestreich”. Fast alle Besprechungen loben zudem Harries, der Hagens Absturz vom Oscar-Nominierten zum Monster glaubhaft mache.

Die Einwände: dünnes Drehbuch, wenig Gotham

Ganz einhellig ist das Urteil nicht. TheWrap nennt „Clayface” einen „wirkungsvollen, wenn auch kaum brillanten” Ekel-Horrorfilm, der nichts neu erfinde. Empire lobt Harries und den reichlich blutigen Body-Horror, hält das Drehbuch aber für „hauttief”: Filme wie „The Substance” und „A Different Man” hätten das Thema Schönheit und Entstellung deutlich klüger verhandelt.

Am deutlichsten wird USA Today und spricht von einem „chaotischen DC-Fehlschlag”: Das Drehbuch mache fast nichts aus Matt als Figur, und ausgerechnet dieser Film aus Batmans Umfeld nutze Gotham City kaum. Rolling Stone vergleicht ihn mit einer Handvoll Knete, „doppelt so geschmacklos”. The Independent bemängelt, Kameramann Rob Hardy finde wie schon bei „Supergirl” keine eigene Bildsprache, lobt aber ebenfalls die Hauptrolle.

Darum geht es in „Clayface”

Matt Hagen ist ein aufstrebender Schauspieler, der gerade für einen Oscar nominiert wurde. Nach einer Nacht mit der Freundin des Gotham-Gangsterbosses Szabo (David Dencik) zerschneidet ihm dieser mit einem Messer das Gesicht, und die Karriere ist vorbei. Hilfe verspricht die Wissenschaftlerin Dr. Caitlyn Corr (Naomi Ackie) mit einer experimentellen Nanozell-Behandlung. Die stellt Hagens Gesicht zunächst wieder her, macht ihn dann aber zum Gestaltwandler, der sich an allen rächt, die ihn ruiniert haben.

Regie führte James Watkins, der zuletzt das Remake von „Speak No Evil” inszeniert hat. Neben Harries, Ackie und Dencik spielen Max Minghella, Eddie Marsan, Joshua James und Joana Ribeiro. Der Film läuft 108 Minuten und kostete laut The Hollywood Reporter rund 40 Millionen Dollar, für einen Superheldenfilm wenig. In Großbritannien ist er erst ab 18 Jahren freigegeben, in den USA hat er ein R-Rating.

Wie es im DCU weitergeht

„Clayface” ist nach „Superman” und „Supergirl” der dritte Kinofilm des DC-Universums von James Gunn und Peter Safran und der letzte in diesem Jahr. Als Nächstes folgt 2027 „Man of Tomorrow”. Wie die Filme und Serien zusammenhängen, zeigt unsere Reihenfolge der DCU-Filme, alle Termine stehen in der Übersicht der DCU-Starttermine.

Was Watkins am ursprünglichen Drehbuch von Mike Flanagan verändert hat und warum er den Film überhaupt übernommen hat, erzählt er in unserem Artikel über die Entstehung von „Clayface”.

Überwiegend positiv. Zum Start lag der Film laut The Hollywood Reporter bei rund 74 Prozent positiven Kritiken auf Rotten Tomatoes. Gelobt werden Body-Horror und Hauptdarsteller Tom Rhys Harries, kritisiert wird das Drehbuch.

Am 22. Oktober 2026, einen Tag vor dem US-Start. Der Film läuft 108 Minuten.

Darum geht's

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