James Gunn: Vom B-Movie-Horror zum Chef des neuen DC-Universums
James Gunn leitet heute das DCU, doch vor 20 Jahren begann er mit schleimigem Body-Horror. Erfahre, wie ein gefloppter Kultfilm den Grundstein für seine Superhelden-Karriere legte.
Heute kennst Du James Gunn als unangefochtenen Anführer des DC-Universums. Für Warner Bros. hält er die kreativen Zügel fest in der Hand und bereitet mit „Superman” sowie „Supergirl” einen gigantischen Neustart vor. Doch seine Karriere als Hollywood-Regisseur begann vor exakt 20 Jahren auf eine völlig andere, deutlich schleimigere Art.
Ein ekliges Debüt: Body-Horror statt Superhelden
Am 31. März 2006 feierte Gunn in den USA sein Regiedebüt mit Slither (2006). In einer Kleinstadt in South Carolina verwandelt eine außerirdische Infektion die Bewohner gnadenlos in monströse Kreaturen. Nathan Fillion glänzt als Polizeichef Bill Pardy, der den Kampf gegen die Alien-Parasiten aufnimmt. Den wohl ekligsten Part übernimmt Michael Rooker als wohlhabender Grant, der als erstes Opfer zu einem grotesken Monster mutiert, das seine Frau Starla (Elizabeth Banks) und Bill aufhalten müssen, bevor die ganze Stadt vernichtet wird.
Obwohl der Film mit einem ohnehin schon schmalen Budget von 15 Millionen US-Dollar an den Kinokassen nur 12,9 Millionen einspielte und somit floppte, passierte das Unvermeidliche: Auf dem Heimvideo-Markt avancierte der Streifen schnell zum absoluten Kultklassiker. Kritiker feierten das Werk mit einem Rotten-Tomatoes-Score von starken 87 Prozent.
Slither war im Herzen ein Liebesbrief an B-Movie-Horrorfilme und gleichzeitig die Chance für James Gunn zu beweisen, dass auch B-Horror die Qualität von Mainstream-Filmen besitzen kann.
Gunn verpasste dem Film seinen ganz eigenen Stempel. Er ließ sich von Horror-Komödien der 80er-Jahre sowie Klassikern der 70er-Jahre inspirieren, auch wenn Kritiker oft Vergleiche zu Night of the Creeps (1986) zogen.
Indie-Wurzeln und der rasante Weg an die Hollywood-Spitze
Bevor er sich hinter die Kamera stellte, feilte Gunn bereits als Drehbuchautor an seinem Handwerk. Er startete bei Lloyd Kaufmans Indie-Studio Troma und verfasste dort in den 90er-Jahren eine brillante, im modernen Manhattan angesiedelte Adaption von Romeo und Julia. Später schrieb er gemeinsam mit Zack Snyder Horror-Remakes und sammelte Erfahrung mit Indie-Superheldenfilmen.
Interessanterweise ist Slither (2006) bis heute Gunns einzige Regiearbeit, die nicht auf einem Comic basiert! Später zog es ihn ins MCU, wo er bei seinen berühmten Weltraum-Abenteuern seine fantastische Komik, musikalische Leidenschaft und treue Weggefährten wie Nathan Fillion und Michael Rooker vereinte.
Heute bringt er genau diese einzigartigen Markenzeichen direkt in das DC-Universum ein. Seine typischen Regie-Elemente prägen nicht nur die großen Kinofilme, sondern durchziehen auch die Streaming-Hits rund um Peacemaker und die animierten Abenteuer der Creature Commandos. Der Weg an die absolute Spitze Hollywoods begann jedoch vor genau 20 Jahren mit einer ordentlichen Portion Alien-Schleim.
- Titel
- Supergirl
- Start
- 25.06.2026
- Regisseur/in
- Craig Gillespie
- Drehbuch
- Ana Nogueira
- Franchise / Filmreihe(n)