Starfleet Academy: So clever bricht die Serie ein Enterprise-Klischee

Starfleet Academy: So clever bricht die Serie ein Enterprise-Klischee Paramount

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10.03.2026 16:08 Uhr

Die neunte Episode der neuen Serie liefert ein packendes Vor-Finale und dreht ein jahrzehntealtes Logikloch der Sternenflotte extrem clever um.

Achtung, Spoiler: Wenn du Episode 9 von „Star Trek: Starfleet Academy” noch nicht gesehen hast, liest du jetzt auf eigene Gefahr weiter!

In der von Jonathan Frakes inszenierten Folge "300th Night", dem ersten Teil des großen Staffelfinales, überschlagen sich die Ereignisse. Während Caleb Mir (Sandro Rosta) seine verlorene Mutter Anisha (Tatiana Maslany) wiederfindet, offenbart Nus Braka (Paul Giamatti) seinen apokalyptischen Plan: Er hat die gesamte Vereinigte Föderation der Planeten mit Omega-47-Minen abgeriegelt. Zündet er diese Waffe, werden Raum und Subraum zerrissen und Warp-Reisen für Millionen von Jahren unmöglich gemacht.

Die USS Athena ist völlig auf sich allein gestellt

Captain Nahla Ake (Holly Hunter) eilte zuvor mit der USS Athena aus dem Föderationsraum heraus, um ihre Kadetten vom gefährlichen Planeten Ukeck zu retten. Genau das führt am Ende der Episode zu einer faszinierenden Situation: Die Athena ist nun das einzige Sternenflottenschiff auf der anderen Seite von Brakas todbringender Omega-47-Mauer. Damit serviert uns die Serie einen genialen Twist zu einem der bekanntesten Running Gags des Franchises.

Erinnerst du dich? Egal wie riesig die Armada der Sternenflotte gerade ist, fast immer ist die USS Enterprise völlig "zufällig" das einzige Schiff in Reichweite einer kosmischen Katastrophe. Dieser erzählerische Kniff hielt die Spannung stets hoch, wirkte aber oft etwas erzwungen, nur um das Heldenschiff in den Mittelpunkt zu rücken.

Schon in Star Trek: The Original Series (1966) tauchte dieses Trope auf, bevor es im Kino richtig etabliert wurde. In „Star Trek - Der Film” war die frisch überholte Enterprise die einzige Rettung vor V'Ger. Im Prolog von Star Trek Generations (1994) musste die noch gar nicht fertige Enterprise-B als einziges verfügbares Schiff ausrücken. Und auch in Serien wie „Star Trek: Raumschiff Voyager” oder „Star Trek: Discovery” gehörte die absolute Isolation der Crew schlicht zum Standardrepertoire der Autoren.

Eine logische Isolation

In „Star Trek: Starfleet Academy” ergibt diese erzählerische Isolation nun absolut Sinn. Captain Ake handelte eigenmächtig und verließ den Raum der Föderation aus purer Notwendigkeit für ihre Schützlinge. Sie ist nicht einfach aus Bequemlichkeit des Drehbuchs vom Rest abgeschnitten, sondern trägt die Konsequenzen ihrer eigenen Entscheidungen.

Nun steht Nahla Ake vor einer gewaltigen Herausforderung: Ihr Schiff ist von den Venari Ral attackiert worden und sie kontrolliert nur noch die Untertassensektion der Athena. Ob die Kadetten und ihr Captain das gigantische Omega-47-Minenfeld im Finale ganz ohne die Kavallerie der Sternenflotte durchbrechen können, bleibt mit Hochspannung abzuwarten.

Abenteuer
Mystery
Science Fiction
Start
27.03.1980
Regisseur/in
Robert Wise
Franchise / Filmreihe(n)