Nomad (Steve Rogers): Comic-Ursprung und die Spur zu Avengers: Doomsday
Steve Rogers legte als Nomad das Kostüm von Captain America ab. Seit Anthony Mackies Aussagen auf der Comic-Con 2026 ist die Identität wieder im Gespräch, diesmal für „Avengers: Doomsday“.
Steve Rogers alias Captain America ist einer der ikonischsten Marvel-Charaktere. Doch abseits seines patriotischen Alter Egos trug Rogers zeitweise eine alternative Identität: Nomad. Diese Phase seiner Geschichte ist weniger bekannt, aber nicht weniger faszinierend, und sie fand sogar subtilen Eingang ins Marvel Cinematic Universe (MCU), insbesondere in „Avengers: Infinity War”.
Auf einen Blick
Wer ist Nomad? Die Identität, die Steve Rogers annimmt, nachdem er das Kostüm von Captain America ablegt.
Erster Auftritt: Captain America Nummer 180 aus dem Jahr 1974, von Steve Englehart und Sal Buscema.
Warum der Wechsel? Rogers deckt in der Secret-Empire-Storyline Korruption an der Staatsspitze auf und verliert den Glauben an das System.
Im MCU: Bislang nur als Anspielung, deutlich sichtbar in Avengers: Infinity War. Den Namen nennt kein Film.
Aktueller Stand: Chris Evans kehrt in Avengers: Doomsday als Steve Rogers zurück, aber nicht als Captain America. Anthony Mackie hat auf der Comic-Con 2026 auf die Nomad-Vorlage verwiesen.
Die Ursprünge von Nomad in den Comics
Die Identität von Nomad wurde erstmals in "Captain America" #180 im Jahr 1974 eingeführt. Der Comic wurde damals von Steve Englehart geschrieben und von Sal Buscema illustriert. Die Geschichte entfaltete sich während der "Secret Empire"-Storyline, in der Steve Rogers aufdeckte, dass hohe Regierungsbeamte tief in Korruption und Verrat verstrickt waren. Dieses schockierende Wissen führte dazu, dass Rogers seinen Glauben an das System verlor. Enttäuscht legte er das Kostüm von Captain America ab und entschied, dass er nicht mehr das Symbol eines Systems sein konnte, dem er nicht mehr vertraute.
Unter dem neuen Alias Nomad, was so viel wie "Wanderer" oder "Heimatloser" bedeutet, kämpfte Steve weiterhin für das Gute, allerdings nicht mehr unter der Flagge und mit dem Schild von Captain America. Das Nomad-Kostüm unterschied sich stark von seinem Captain-America-Look: Es war ein enganliegender, dunkler Overall mit einem Umhang. Das Design hatte nicht lange Bestand, vermittelte aber eine wichtige Botschaft über Steve Rogers’ Charakter: Sein Engagement für Gerechtigkeit war nicht an eine Nation gebunden, sondern an universelle Prinzipien.
Von Dauer war die Phase nicht. Bereits mit Ausgabe 184 trug Rogers wieder das Kostüm von Captain America, weil er zu dem Schluss kam, dass er für die Ideale seines Landes einstehen kann, ohne dessen Regierung blind zu folgen. Die Nomad-Identität umfasst damit nur eine Handvoll Ausgaben, ihre Wirkung auf die Figur hält aber bis heute an.
Nomad im Marvel Cinematic Universe
In „Avengers: Infinity War” sehen wir eine subtile Anspielung auf Nomad. Nachdem Steve Rogers, Sam Wilson (Falcon) und Natasha Romanoff (Black Widow) nach den Ereignissen von „Captain America: Civil War” untertauchen mussten, verabschiedet sich Rogers von seiner Identität als Captain America. Er muss seinen Schild abgeben und nimmt auch deshalb einen unauffälligeren Look an: ein dunkles, taktisches Outfit, ein wuchernder Bart und keine typischen Captain-America-Farben.
Zwar wird er im Film nie explizit als Nomad bezeichnet, aber diese Phase von Rogers Leben weist deutliche Parallelen zur Nomad-Geschichte in den Marvel-Comics auf. Er agiert als freier Agent, losgelöst von jeglicher staatlicher Autorität, und bleibt seinem moralischen Kompass treu. Die Designer und Drehbuchautoren des Films haben diese Anspielung bewusst subtil gehalten, was jedoch Fans der Comics nicht entgangen ist.
Die Darstellung im MCU verzichtet auf das klassische Nomad-Kostüm, was angesichts des realistischeren Tons des Films sinnvoll ist. Stattdessen wird das Nomad-Konzept mit Steve als ein Held ohne Heimat, der seine eigenen Regeln aufstellt in einer modernen Weise umgesetzt.
Steve Rogers in „Avengers: Doomsday”
Im Dezember 2025 bestätigte ein Teaser, der überraschend vor Kinovorstellungen lief, die Rückkehr von Chris Evans. Zu sehen ist Steve Rogers auf einem Motorrad, auf dem Weg zu einem Haus im Stil der fünfziger Jahre. Drinnen verstaut er sein altes Captain-America-Kostüm, danach hält er ein Baby im Arm. Eingeblendet wird der Hinweis, dass Steve Rogers in Avengers: Doomsday zurückkehrt. Bemerkenswert ist die Formulierung: Angekündigt wird der Mann, nicht die Rolle.
Dass er den Titel nicht zurückbekommt, gilt inzwischen als gesetzt. Der Schild ging am Ende von „Avengers: Endgame” an Sam Wilson, und im Booth von Marvel Studios auf der San Diego Comic-Con 2026 stand entsprechend dessen Kostüm samt Vibranium-Schild, nicht das von Evans. Bereits im März 2026 hatte Marvel-Insider Alex Perez betont, der Captain America in Doomsday heiße Sam Wilson.
Deutlich konkreter wurde es dann am Rande der Comic-Con. Anthony Mackie sprach nach Marvels Hall-H-Panel am 25. Juli 2026 mit Variety über die Rückkehr von Steve Rogers und verwies dabei ausdrücklich auf die Comic-Vorlage, in der Rogers zu Nomad wird, verbunden mit dem Rat an das Publikum, die Hefte auch zu lesen. Auf die Nachfrage, ob das ebenso im MCU passiert, wich er aus und scherzte, er wisse es nicht und schaue ohnehin keine Filme. Eine Bestätigung ist das nicht, aber es ist der bislang deutlichste Hinweis aus dem Ensemble selbst.
Erste Gerüchte in diese Richtung gab es bereits 2024. Insider Jeff Sneider berichtete damals im Podcast "The Hot Mic" mit John Rocha, der Name Nomad sei im Zusammenhang mit dem Avenger-Film gefallen. Zwei Jahre später passt das Bild zusammen, bestätigt hat Marvel Studios aber weder den Namen noch ein Kostüm.
Offen bleibt vor allem, welche Version von Steve Rogers zurückkehrt. Denkbar ist der gealterte Mann aus dem Ende von „Endgame”, ebenso eine Variante aus einem anderen Universum. Unklar ist auch, auf welcher Seite er steht, bei den Avengers oder im Umfeld von Doctor Doom. Ein angeblicher Plot-Leak beschreibt zudem eine Gestaltwandlerin, die die Gestalt von Peggy Carter annimmt, um Rogers zu täuschen. Bestätigt ist davon nichts.
Sicher ist immerhin, dass die Figur nicht nach einem Film wieder verschwindet. Chris Evans hat bestätigt, dass Steve Rogers auch in „Avengers: Secret Wars” vorkommt, ohne zu verraten, wie groß die Rolle ausfällt.
Nomad ist die Identität, die Steve Rogers in den Marvel-Comics annimmt, nachdem er das Kostüm von Captain America abgelegt hat. Der Name bedeutet Wanderer oder Heimatloser und steht dafür, dass Rogers weiter für seine Prinzipien kämpft, aber nicht mehr im Auftrag einer Nation.
In der Secret-Empire-Storyline deckt Rogers auf, dass hohe Regierungsbeamte in Korruption und Verrat verstrickt sind. Er verliert daraufhin den Glauben an das System, dessen Symbol er war, und legt das Kostüm ab. Erzählt wird das ab Captain America Nummer 180 aus dem Jahr 1974.
Nur kurz. Bereits mit Ausgabe 184 kehrte er zur Identität als Captain America zurück, weil er erkannte, dass er für die Ideale seines Landes eintreten kann, ohne dessen Regierung blind zu folgen.
Bestätigt ist das nicht. Gesichert ist, dass Chris Evans als Steve Rogers zurückkehrt und dass Sam Wilson der Captain America des Films ist. Anthony Mackie verwies nach dem Comic-Con-Panel im Juli 2026 auf die Nomad-Vorlage, ohne den Auftritt zu bestätigen. Marvel Studios hat weder Namen noch Kostüm genannt.
Nicht dem Namen nach. In „Avengers: Infinity War” tritt er nach seinem Untertauchen ohne Schild, ohne Farben und mit Bart auf, agiert also als freier Agent außerhalb staatlicher Strukturen. Die Parallele ist deutlich, ausgesprochen wird der Name im Film aber nie.