DC streicht zwei Serien: Wie viel DCU kommt noch nach Man of Tomorrow?
Laut einem Bericht sind die DC-Serien Waller und Paradise Lost gestrichen, zwei weitere Pitches wurden abgelehnt. DC Studios schiebt die Kraft zurück ins Kino – und nach Man of Tomorrow steht auffallend wenig fest.
Vier Tage vor dem deutschen Start von „Lanterns” verliert das DC Universe zwei weitere Serien. Laut einem Bericht des Branchen-Newsletters The Ankler, den The Playlist am 12. August 2026 aufgriff, werden „Waller” mit Viola Davis und das Wonder-Woman-Prequel Paradise Lost bei den DC Studios nicht mehr entwickelt. Beide standen am 31. Januar 2023 auf der Liste, mit der James Gunn und Peter Safran ihr neues Universum vorstellten.
Eine offizielle Bestätigung von DC Studios gibt es bislang nicht, und Gunn hat frühere Absage-Berichte schon mehrfach korrigiert. Der eigentliche Befund des Berichts ist aber ohnehin ein anderer: Es geht nicht um zwei Einzelprojekte, sondern um eine Kursänderung. Und die stellt die Frage neu, wie viel von diesem Universum nach „Man of Tomorrow" eigentlich noch geplant ist.
Zwei Serien gestrichen, zwei Pitches abgelehnt
„Waller” sollte Viola Davis als Amanda Waller zurückbringen und direkt an „Peacemaker” anschließen. Die Serie galt lange als gesetzt, kam aber nie über die Drehbuchphase hinaus. Paradise Lost war als politisches Intrigenstück auf Themyskira angelegt, lange vor Dianas Geburt, und wurde intern noch im April als in intensiver Entwicklung beschrieben.
Dem Bericht zufolge wurden zusätzlich zwei weitere Serienideen abgelehnt, die DC Studios und HBO vorgelegt worden waren: eine zu Catwoman und eine zu Poison Ivy. Ob sie im DCU oder in Matt Reeves' getrennter Batman-Welt gespielt hätten, ist offen. Übrig bleibt auf der Serienseite neben „Lanterns” praktisch nur „Booster Gold” — das Projekt bleibt laut demselben Bericht eine Priorität und sucht derzeit neue Autoren. Warum die Absage-Schlagzeilen dazu Anfang August trotzdem falsch waren, haben wir hier auseinandergenommen.
Damit sind von den zehn Projekten der ursprünglichen Ankündigung drei erledigt: The Authority stoppte Gunn im April 2026, dazu kommen jetzt „Waller” und Paradise Lost. Das ist bitter, aber es ist auch nicht die halbe Roadmap, als die es gerade durch die Foren geht.
Der Zusammenhang mit dem Supergirl-Debakel
Der Zeitpunkt ist heikel. „Supergirl" steht nach sieben Wochen bei rund 126,3 Millionen Dollar weltweit, davon 72,3 Millionen in den USA — bei einem Produktionsbudget von 170 Millionen Dollar, Marketing nicht eingerechnet. Deadline beziffert den Verlust auf etwa 125 Millionen Dollar. Woran der Film gescheitert ist, haben wir in einer eigenen Analyse aufgeschlüsselt.
Nach dieser Logik müsste ein Studio eigentlich ins Fernsehen ausweichen, wo die Einsätze kleiner sind. DC Studios tut dem Bericht nach das Gegenteil und schiebt die Kraft zurück ins Kino. Das folgt einem Muster, das Marvel schon vorgemacht hat: weniger Serien, dafür konzentriertere Kinofilme. Der von Gunn und Safran versprochene Verbund aus Film, Serie, Animation und Spiel schrumpft damit auf seinen teuersten Teil zusammen.
Was bis 2028 tatsächlich terminiert ist
Trotz der Streichungen ist der Kalender nicht leer. „Lanterns” startet am 17. August 2026 bei HBO Max in Deutschland, einen Tag nach dem US-Start, und läuft dann wöchentlich über acht Folgen. Am 22. Oktober 2026 folgt „Clayface" in den deutschen Kinos, ein Body-Horror-Film mit rund 40 Millionen Dollar Budget — nach dem Supergirl-Verlust ausgerechnet der günstigste Film der Reihe.
Der nächste große Einsatz ist „Man of Tomorrow" am 8. Juli 2027, mit David Corenswet und Nicholas Hoult, die als Superman und Lex Luthor gegen eine gemeinsame Bedrohung antreten müssen. Danach wird es dünn: Für den Animationsfilm Dynamic Duo um Dick Grayson und Jason Todd steht bislang nur der US-Termin 30. Juni 2028. Ein deutscher Starttermin fehlt.
Die beiden Projekte, die das Universum eigentlich tragen sollen, haben überhaupt keinen Termin. Der DCU-Batman in The Brave and the Bold ist bis heute nicht besetzt, und der Wonder-Woman-Film wird von Ana Nogueira geschrieben, die auch das Supergirl-Drehbuch verantwortet hat. Gunn hat zugesagt, beide sofort in Produktion zu schicken, sobald die Bücher sitzen — genau daran hängt es seit über einem Jahr. Alle bestätigten Termine führt unsere Übersicht der DCU-Filme, die Serienseite die Reihenfolge der DCU-Serien.
Der Faktor, über den kaum jemand spricht
Über allem hängt eine Frage, die mit Gunns Plänen nichts zu tun hat: Warner Bros. Discovery steckt seit Juli im Kartellverfahren um die Übernahme durch Paramount. Der Prozess beginnt erst am 2. März 2027, bis dahin bleibt der Konzern in der Schwebe. Was das konkret bedeutet, steht in unserem Bericht zu den Bedingungen der Gewerkschaften.
Ein Studio, das womöglich den Besitzer wechselt, gibt keine Freigaben über 200 Millionen Dollar für Filme, die 2029 laufen sollen. Der Rückzug aus dem Seriengeschäft und die fehlenden Termine für Batman und Wonder Woman könnten damit weniger mit dem Vertrauen in Gunn zu tun haben als mit einem Konzern, der bis mindestens Frühjahr 2027 keine langfristigen Zusagen machen kann.
Genau das ist der Unterschied zur Snyder-Ära. Das DCEU zerfiel, weil es keinen Plan gab und die Zuständigkeiten ständig wechselten. Hier gibt es einen Plan und zwei Verantwortliche mit echter Entscheidungsgewalt — nur eben einen Eigentümer, der gerade selbst nicht weiß, wem er im Frühjahr 2027 gehört. Ob das DCU nach „Man of Tomorrow" weitergeht, entscheidet sich deshalb womöglich nicht im Kino, sondern vor Gericht.
Bei Google bevorzugen scifiscene.de bei Google bevorzugen Lege uns als bevorzugte Quelle fest – und sieh unsere Sci-Fi-News bei Google-Suchen ganz oben. Jetzt bevorzugen