Russo-Brüder geben Fans recht: Die Disney+ Flut hat dem MCU geschadet

Russo-Brüder geben Fans recht: Die Disney+ Flut hat dem MCU geschadet Marvel

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02.03.2026 10:18 Uhr

Jahrelang haben wir uns beschwert: Wer die Filme verstehen will, muss die Serien sehen. Jetzt geben die 'Endgame'-Macher zu: Das MCU hat seinen Fokus verloren – und geloben Besserung für 'Doomsday'.

Hand aufs Herz: Hast du bei „The Marvels” oder „Ant-Man and the Wasp: Quantumania” auch kurz den Faden verloren, weil du eine bestimmte Serie auf Disney+ verpasst hast? Wenn ja, bist du nicht allein. Und was noch viel wichtiger ist: Die Architekten des größten Marvel-Erfolgs aller Zeiten geben dir endlich recht.

Anthony und Joe Russo, die Regisseure, die uns mit „Avengers: Infinity War” und „Avengers: Endgame” kinematografische Geschichte schenkten, sind zurück. Doch bevor sie sich an das Mammutprojekt „Avengers: Doomsday” wagen, liefern sie eine schonungslose Diagnose ab, die genau den Nerv der Community trifft: Das Marvel Cinematic Universe hat seinen Fokus verloren.

Das Ende der Ausreden

In einem Interview mit der Times tanzten die Brüder nicht lange um den heißen Brei herum. Auf die Kritik angesprochen, dass das Universum zu unübersichtlich geworden sei, gestand Anthony Russo:

"Ja, das MCU ist ziemlich groß geworden, das ist sicher. Ich meine, offen gesagt, wir kämpfen mit demselben Problem."

Ihre Lösung für die kommenden Avengers-Filme? Die Rückkehr zu einer "fokussierten Erzählweise". Das klingt diplomatisch, ist aber im Subtext eine schallende Ohrfeige für die Content-Strategie der letzten Jahre.

Phasen 1-3 vs. die Streaming-Falle

Erinnerst du dich an die Zeit der Infinity Saga? Kevin Feiges Geniestreich bestand darin, dass jeder Film für sich selbst stehen konnte. Klar, es gab Referenzen, aber du musstest nicht Agents of S.H.I.E.L.D. oder die Netflix-Serien gesehen haben, um Civil War zu kapieren. Das Kino war das Hauptevent. Alles andere war Bonus.

Mit dem Start von Disney+ hat sich dieses Blatt dramatisch gewendet. Plötzlich wurden Serien nicht mehr als nettes Extra, sondern als Pflichtprogramm konzipiert:

  • Ohne WandaVision verstand niemand Wandas Motivation in Doctor Strange in the Multiverse of Madness.
  • Wer Loki verpasste, hatte keine Ahnung, wer dieser Kang in Quantumania eigentlich sein soll (auch wenn sich das Kang-Problem mittlerweile anderweitig erledigt hat).
  • Sam Wilsons Weg zum Schild in Falcon and the Winter Soldier wurde zur Voraussetzung für künftige Filme.

Quantität statt Qualität: Der 'Overkill' in Zahlen

Die Zahlen sind erschreckend: In den elf Jahren von Iron Man bis Endgame lieferte Marvel etwa 50 Stunden Content. In den Phasen 4 und 5 (2021-2024) haben wir fast dieselbe Menge an Stunden in einem Bruchteil der Zeit vorgesetzt bekommen – hauptsächlich durch die Serien-Schwemme.

Das Ergebnis? Das Publikum, das Marvel einst groß gemacht hat, stieg aus. The Marvels scheiterte an den Kinokassen, weil es von den Zuschauern verlangte, drei verschiedene Disney+-Serien nachzuholen. Im krassen Gegensatz dazu räumte „Guardians of the Galaxy Vol. 3” ab – ein Film, der kaum Vorwissen verlangte und einfach eine gute Geschichte erzählte.

Hoffnungsträger 'Doomsday'

Dass die Russo-Brüder dieses Problem nun offen benennen, ist das beste Signal, das wir seit Jahren erhalten haben. Für Avengers: Doomsday und „Avengers: Secret Wars” bedeutet das hoffentlich: Wir bekommen wieder Filme, die das Publikum respektieren.

Die Aufgabe der Russos ist gigantisch. Sie müssen die verstreuten Handlungsstränge wieder einfangen und Doctor Doom als Bedrohung etablieren, ohne dass wir vorher eine Semesterarbeit in 'Marvel-Geschichte' schreiben müssen. Wenn es jemand schaffen kann, das MCU wieder auf Kurs zu bringen, dann die beiden. Aber sie müssen sich an ihre eigene goldene Regel erinnern: Die Kinoleinwand muss das Lagerfeuer sein, an dem wir uns alle versammeln – und kein exklusiver Club für Streaming-Abonnenten.

Action
Science Fiction
Thriller
Start
12.06.2008
Regisseur/in
Neil Marshall
Drehbuch
Neil Marshall