VisionQuest: Vision bekommt schon früh eine Haltung zu Wandas Tod
Showrunner Terry Matalas sagt, dass Paul Bettanys Vision in VisionQuest sehr früh eine Sichtweise auf Wandas Tod entwickelt. Erzählt wird auf zwei Ebenen – in seinem Gedankenraum und in der realen MCU-Welt.
Wann genau spielt „VisionQuest”? Showrunner Terry Matalas hat die Frage jetzt beantwortet: Die Serie setzt einige Jahre nach „WandaVision” ein und liegt damit ungefähr gleichauf mit „Spider-Man: Brand New Day” – also im Jahr 2028. „Years have passed since WandaVision. I would say we’re about current with Spider-Man: Brand New Day”, sagte er im Gespräch mit dem US-Magazin Polygon.
Das ist mehr als eine Fußnote für Chronologie-Fans. Mit dieser Einordnung ist „VisionQuest” das letzte MCU-Projekt vor „Avengers: Doomsday” – und zwar nicht nur im Startkalender, sondern auch innerhalb der Handlung. Die Serie startet am 14. Oktober 2026 auf Disney+, der Film am 16. Dezember 2026 in den deutschen Kinos.
Vision und Wandas Tod: Matalas nennt die Ausgangslage
Wanda Maximoff gilt seit „Doctor Strange in the Multiverse of Madness” als tot. Wie geht ausgerechnet die Maschine damit um, die ihr am nächsten stand? Matalas hat darauf jetzt eine klare Antwort gegeben: Vision werde „sehr früh eine Sichtweise auf Wanda haben”, sagte der Showrunner dem US-Magazin TV Insider – „und er hat einen Standpunkt zu ihrem Tod”.
Bettanys Figur arbeite sich zu Beginn der Serie durch „eine ganze Reihe von Dingen” und taste sich an die Gefühle dessen heran, der er einmal war – Gefühle, die „allesamt in ihm gespeichert sind, an die heranzukommen aber schmerzhaft sein könnte”. Seit den Ereignissen von „WandaVision” seien Jahre vergangen: Die Welt habe Vision länger nicht mehr fliegen sehen, er lebe unter Menschen und kläre für sich, was Menschsein überhaupt bedeutet.
Daraus ergibt sich auch die erzählerische Bauart der Serie. Es sei „die Geschichte von jemandem, der eine Identitätskrise durchläuft”, so Matalas – sichtbar und hörbar gemacht, indem die Serie in Visions Kopf hinein- und wieder herausgeht: „Die Geschichte spielt in seinem Gedankenraum, der Rest in unserer eigentlichen MCU-Welt, und die Gegenüberstellung dieser beiden Tonlagen macht richtig Spaß.”
Kein Comeback-Teaser für Wanda
Dass Elizabeth Olsen irgendwann zurückkehrt, gehört zu den beharrlichsten Fanhoffnungen des MCU – und „VisionQuest” wäre die naheliegende Gelegenheit. Matalas hat dem vorgebaut. Gegenüber GamesRadar sprach er über einen Moment im späteren Staffelverlauf, auf den das Team hingearbeitet habe: „Wir wussten nicht genau, wie wir dorthin kommen würden. Paul hatte eine großartige Idee für die Art von Szene, die es sein sollte.”
Im selben Atemzug schob er den Riegel vor: „Ich möchte sichergehen, dass die Leute nicht denken, ich würde Wanda andeuten – denn das tue ich nicht.” Belegt ist damit nur, was er sagt, nicht was der Film danach tut: Für „Avengers: Doomsday” hat Marvel eine Rückkehr der Scarlet Witch weder angekündigt noch ausgeschlossen. Was zu Wandas Stand bekannt ist, steht in unserem Porträt zu Scarlet Witch.
Wie die Trilogie zeitlich zusammenhängt
Damit steht der Fahrplan der drei Serien fest. „WandaVision” endete 2023, als White Vision nach der Rückkehr seiner Erinnerungen davonflog. „Agatha All Along” spielt im Herbst 2026, also drei Jahre später – dort tauchen Billy Maximoff und die Hexenstraße auf. „VisionQuest” setzt noch einmal zwei Jahre danach ein.
Für die Figuren heißt das: Billy Maximoff und Agatha suchen zu diesem Zeitpunkt bereits seit rund zwei Jahren nach Tommy, und White Vision hat dieselbe Zeit isoliert damit verbracht, sich durch die Erinnerungen seines Vorgängers zu graben. Die Serie holt ihre Figuren also nicht dort ab, wo die Vorgänger sie abgestellt haben, sondern deutlich später – ein Sprung, der die Ausgangslage erklärt, die der Trailer zeigt.
Warum die Einordnung für Doomsday zählt
„Avengers: Doomsday” spielt im selben Jahr. Ob Paul Bettanys Vision dort oder in „Avengers: Secret Wars” auftaucht, hat Marvel nicht bestätigt – aber Bettany selbst hat gegenüber dem britischen Magazin SFX angedeutet, dass das Finale der Serie in diese Richtung zeigt: Vision sei den Leuten entkommen, die ihn zur Waffe umgebaut hätten, und suche nach eigener Handlungsfähigkeit. Am Ende der Serie sehe man „ein wirklich aufregendes Sprungbrett für das, was Vision in Zukunft tun könnte”.
Belegt ist damit nichts – ein Auftritt ist weder angekündigt noch ausgeschlossen. Bemerkenswert bleibt trotzdem, dass Marvel ausgerechnet die Geschichte einer Maschine, die ihre Erinnerungen zurückgewinnt, unmittelbar vor einen Film stellt, in dem es um zusammenbrechende Realitäten geht. Wie sich das in den größeren Fahrplan einfügt, steht in unserer Übersicht zu MCU Phase 7.
Der Trailer: Erinnerungen ohne Gefühl
Den ersten offiziellen Trailer hatte Marvel auf der D23 gezeigt. Er legt die Prämisse offen: White Vision hat seine Erinnerungen zurück – kann sie aber emotional nicht einordnen. Er weiß, was geschehen ist, fühlt aber nichts dabei. In diesem Zustand halluziniert er menschliche Verkörperungen früherer künstlicher Intelligenzen aus dem MCU, was der Serie ihr eigentliches Personal gibt.
Emily Hampshire spielt E.D.I.T.H., Orla Brady übernimmt F.R.I.D.A.Y., James D’Arcy kehrt als J.A.R.V.I.S. zurück – eine Rolle, die er zuletzt in der Serie Agent Carter spielte. T’Nia Miller gibt ihr MCU-Debüt als Jocasta, dazu kommen Todd Stashwick als Paladin, Faran Tahir und Ruaridh Mollica als junger Mann, der sich als Visions Sohn ausgibt. Matalas verantwortete zuvor die dritte Staffel von Star Trek: Picard.
VisionQuest – der offizielle Trailer von Marvel Studios
Ultron mit halbem Gesicht
Den größten Aufreger lieferte auf der D23 nicht der Trailer, sondern der Showfloor. In einem nachgebauten Retro-Wohnzimmer mit glitchendem Fernseher – eine unübersehbare Verbeugung vor „WandaVision” – stand der erste Live-Action-Blick auf den neuen Ultron: ein halb menschliches Gesicht, erkennbar James Spader mit Bart und Brille, gespalten wie die Optik der ersten WandaVision-Folgen. Daneben der neue White-Vision-Anzug.
Spader kehrt damit mehr als zehn Jahre nach „Avengers: Age of Ultron” in die Rolle zurück. Auf der Bühne beschrieb er die Serie als gemeinsame Suche zweier Maschinen nach der Frage, was Menschlichkeit eigentlich bedeutet; Bettany sagte sinngemäß, Vision sei im MCU schon mehrfach gestorben, aber niemand sei dort je wirklich tot.
Der Oktober-Termin und was danach kommt
Der 14. Oktober 2026 gilt für Disney+ und damit auch für Deutschland. Die Serie steht rund zwei Monate vor „Avengers: Doomsday” im Programm und ist die letzte Marvel-Produktion vor dem Team-up-Film.
Danach wird es auf Disney+ erst einmal ruhiger: Marvel fährt seine groß budgetierten Live-Action-Serien nach „VisionQuest” spürbar zurück, die nächste größere Produktion ist „Daredevil: Born Again” Staffel 3 im Frühjahr 2027. Für die Serie selbst heißt das, dass sie ihre Rolle im Übergang zur letzten Phase der Multiversum-Saga allein tragen muss.
Bei Google bevorzugen scifiscene.de bei Google bevorzugen Lege uns als bevorzugte Quelle fest – und sieh unsere Sci-Fi-News bei Google-Suchen ganz oben. Jetzt bevorzugen